Ein Mädels-Wochenende in Regensburg

Unesco Stadt Regensburg

Obwohl wir quasi Tür an Tür wohnen, unternehmen wir doch viel zu selten etwas gemeinsam. Die Rede ist von meiner Schwester und mir. Letztes Jahr haben wir zusammen Nürnberg unsicher gemacht. Dieses Jahr sollten es die Sehenswürdigkeiten von Regensburg sein. Hier erfährst du, welche Regensburg Sehenswürdigkeiten du dir nicht entgehen lassen solltest.

Regensburg liegt mit zwei Stunden Autofahrzeit quasi in unmittelbarer Umgebung. Trotzdem kannten wir beide bis dato die UNESCO Welterbestadt noch nicht. Asche auf mein Haupt! Oftmals übersehe ich die nahen Ziele direkt vor meiner Nase, treibt es mich doch sehr oft in die Ferne. Umso mehr habe ich mich auf diesen kurzen Städtetrip gefreut.

Unser Aufenthalt fiel in die Vorweihnachtszeit. Ein idealer Zeitpunkt, um auch die schönen Weihnachtsmärkte von Regensburg zu besuchen. Natürlich sollten aber alle anderen Regensburg Sehenswürdigkeiten nicht zu kurz kommen.

Regensburg Stadtamhof

Regensburg Sehenswürdigkeiten für ein Wochenende

Wir hatten nur zwei Tage Zeit und haben uns deshalb zunächst einer Stadtführung angeschlossen, um einen ersten Überblick über Regensburg zu bekommen.

Die Führung „Altstadt Regensburg“ dauert eineinhalb  Stunden und kostet für Erwachsene 8 Euro. Die Anmeldung erfolgt über die Tourist Information am Rathausplatz. Einen Überblick aller angebotenen Führungen bekommst du hier.

Die größte aller Regensburg Sehenswürdigkeiten – die Altstadt an und für sich

In vergangenen Zeiten war Regensburg eine blühende Handelsmetropole und politisches Zentrum des Römischen Reiches. Heute ist sie eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte. Seit 2006 ist die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof UNESCO-Welterbe. Den Bereich Stadtamhof erreichst du, wenn du von der Altstadt über die Steinerne Brücke läufst. Von den 1000 Denkmälern haben wir natürlich nur ein paar gesehen. Aber hey, 1000 Denkmäler?

Im 12. und 13. Jahrhundert erlebte Regensburg eine wirtschaftliche Blütezeit. Die Stadt trieb Handel mit Paris, Venedig und Kiew. Damals war Regensburg eine sehr wohlhabende Stadt. Die im Mittelalter entstandene gotische und romanische Architektur bestimmt noch heute das Aussehen der Stadt. Glücklicherweise wurden sie im 2. Weltkrieg weitestgehend verschont.

Sehenswürdigkeiten Regensburg

Woher kommt eigentlich der Begriff „steinreich“?

Die reichen Patrizierfamilien im Mittelalter stellten gerne Ihren Reichtum zur Schau. Wer reich war, konnte sich ein Steinhaus leisten. Ein „ärmliches“ Holzhaus kam da nicht in Frage! Deshalb spricht man noch heute von „steinreich“.

Ein weiterer Ausdruck von Wohlstand und Macht waren die vielen Regensburger Türme. Umso höher die Wolkenkratzer des Mittelalters waren, desto bedeutender die Patrizier-Familie. Ganz egal war dabei, dass die Türme oberhalb der Giebelfront innen nur hohl waren. 60 Patrizierfamilien besaßen jeweils einen Turm, dazu kamen noch viele Kirchtürme. Im Mittelalter muss Regensburg eine Stadt der Türme gewesen sein. Das hätte ich zu gerne gesehen! Von den schätzungsweise 80 Türmen finden sich heute noch 20.

Patrizierhaus in Regensburg

Regensburg ist aber nicht nur geschichtsträchtig, sondern als Universitätsstadt auch jung und lebhaft. Das merkt man an den vielen Cafes, Restaurants und Kneipen.

Weil die Altstadt nicht so groß ist, kann sie gut zu Fuß an einem Tag erkundet werden.

Regensburg Sehenswürdigkeiten – die urige Wurstkuchl

Vor 500 Jahren saßen hier, neben der Steineren Brücke, die Steinmetze und Hafenarbeiter. Sie stärkten sich nach getaner Arbeit mit deftigen Würsteln. Vieles wirkt noch so, als wäre es nie verändert worden: wie der offene Holzkohlengrill oder die hausgemachten Würstl mit Sauerkraut.

Heute hast du die Wahl, im Freisitz deine Würstl zu verdrücken, oder lieber im historischen Stüberl Platz zu nehmen. Übrigens gibt es dort nicht nur Würstl, sondern auch vegetarische Gerichte. Da hat sich mein hungriger Vegetarier-Bauch auch sehr gefreut!Die Regensburger WurstkuchlDie Wurstkuchl - Sehenswürdigkeit in Regensburg

Regensburg Sehenswürdigkeiten – Steinerne Brücke in Regensburg

Danach ging es an die Steinerne Brücke. Das Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst ist die älteste Brücke Deutschlands und überspannt die Donau. Im 12. Jahrhundert wurde die 300 Meter lange Brücke innerhalb elf Jahren erbaut. Von dort aus brach das kaiserliche Heer zum 2. Kreuzzug auf. Sie war damals zwischen Ulm und Wien der einzige Donau-Übergang. Derzeit wird die Brücke aufwendig saniert.

Steinerne Brücke, Regensburg, Bayern Top Sehenswürdigkeit in Regensburg

Eine unterhaltsame Sage über den Bau der Steineren Brück

„Der Dom in Regensburg wurde von dem Meister, die Brücke von dessen Lehrjungen erbaut. Der Lehrjunge ging mit dem Meister die Wette ein, dass er den Bau der Brücke eher vollenden werde als er, der Meister, den Dom. Der Lehrjunge schloss mit dem Teufel ein Bündnis, welcher ihm versprach, die Brücke früher zu vollenden, aber die ersten acht Füße (…), welche über die Brücke gehen, müssten sein werden.
Als nun die Brücke vollendet war, setzte sich der Lehrjunge auf das vormals auf der Brücke angebrachte Häuschen und höhnte den Meister auf dem Dom. Voll Verzweiflung über die misslungene Wette steckte der Meister den Kopf in ein Schäffel und stürzte sich vom Dom herab.
Um nun den Teufel um die drei versprochenen Seelen zu bringen, trieb der Lehrjunge zuerst einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke. Aus Zorn riss der Teufel dem Hund den Kopf ab.“ Quelle Uni Regensburg

Regensburg Sehenswürdigkeiten – der Regensburger Dom St. Peter

Sehr bekannt ist der Regensburger Dom St. Peter. Folglich darf bei keinem Regensburg Besuch der Dom fehlen! Bereits im Rahmen der Stadtführung erfuhren wir, dass sich der Bau des Doms über sage und schreibe 600 Jahren zog. Begonnen wurde der gotische Dom um 1270 und weiter gebaut wurde bis ins 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit fehlte den beiden Türmen noch die Spitzen. Der bayerische König Ludwig I lies 1869 der Kathedrale die Turmhelme aufsetzen.

Nach der Führung schauten wir uns St. Peter auch noch von innen an. Beeindruckend ist die imposante Höhe von 32 Metern. Besonders sind jedoch die mittelalterlichen Glasfenster. Insgesamt herrscht im Inneren des Doms eine dämmrige, eher düstere Stimmung.

Dom St. Peter in Regensburg

Regensburg Sehenswürdigkeiten – document Reichstag im alten Rathaus

Am zweiten Tag sahen wir uns dann das document Reichstag an. Das document Reichstag lässt sich nur im Rahmen einer Führung erkunden. Anschaulich vermittelte unser Guide die Geschichte des Reichstages. Eine äußerst spannende und informative Führung. Wir spürten nahezu die mittelalterliche und bewegte Vergangenheit. Aus diesem Grund hat mich das document Reichstag von allen Regensburg Sehenswürdigkeit, emotional am meisten angesprochen.

Altes Rathaus Regensburg

Beratungsraum im Rathausturm

Als erstes besichtigten wir das Beratungszimmer im Rathausturm. Im Alten Rathaus fand von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag statt. Hier wurde internationale Politik gemacht. In diesem Beratungszimmer trafen sich die Vertreter der Reichspolitik. Hier stehen sieben Stühle für sieben Kurfürsten. Der Raum besitzt dicke Wände mit massiven Holzvertäfelungen, so konnten die Gespräche geheim bleiben. Auch die größten Lauscherohren hatten keine Chance!

Im Beratungsraum wurde vom „grünen Tisch entschieden“. Ein Ausdruck der noch heute verwendet wird. Gemeint waren damals die theoretischen Entscheidungen, die am grünen Tisch getroffen wurden. Das gemeine Volk musste diese Entscheidungen dann ausbaden.

In diesem Raum wurden ebenso die geheimen Dokumente und das Geld weggeschlossen. Heute ist es ein beliebter Ort für standesamtliche Trauungen.

Sitzungssaal im document Reichstag

Historischer Reichssaal im document Reichstag

Danach ging es weiter in den Reichsaal. Der mittelalterliche Reichssaal diente als Tanzsaal und „Diskussionsforum“. Hier wurden wichtige politische Themen diskutiert. Der Kaiser saß unter einem Baldachin und hielt Hof. Ganz vorne saßen die Würdenträger und wichtigen Persönlichkeiten. Am großen Erkerfenster wurde dem gemeinen Volk wichtige Mitteilungen gemacht und Urteile verkündet. Es war mit 359 Quadratmetern der größte Raum, den es in Regensburg im Mittelalter gab. Ich konnte es mir richtig gut vorstellen, wie es damals gewesen war. Heute wird der Saal für offizielle Empfänge und Veranstaltungen genutzt.

document Reichstag - Sehenswürdigkeit Regensburg

Fragstatt und Folterkammer im Untergeschoss des document Reichstags

Am Ende der Führung wird es dann richtig gruselig. Es geht hinab in das Untergeschoss zur Fragstatt.

Die Folterkammer heiß deshalb Fragstatt, da hier die Gefangenen so lange „gefragt“, beziehungsweise gefoltert wurden, bis sie gestanden. Waren nicht mindestens zwei Augenzeugen da, durfte nur ein geständiger Verdächtiger verurteilt werden, meist zum Tode. Die Vorgehensweise war dabei genau definiert. Ein Wundarzt musste anwesend sein, damit der Verdächtige nicht vorzeitig verstarb. Gott sei Dank wurde in Bayern 1806 die Folter abgeschafft!

Folterkammer document ReichstagLochgefängnis im alten Rathaus, Regensburg

Die Folterkammer ist noch original erhalten. Genauso wie das 500 Jahre alte Lochgefängnis. In absoluter Dunkelheit, auf kaltem Steinboden, wartete hier der Angeklagte auf die Folterung. War er dann geständig, kam er in die „Arme Sünder Stube“, der Todeszelle.

Aber nicht nur die Gefängniszellen befinden sich hier, sondern auch das Zollhaus. Hier stehen Kanonen und eine große Waage. Jeder Bürger konnte im Zollhaus nach seinem Marktgang überprüfen, ob er übers Ohr gehauen wurde. Obwohl die Waage äußerst grob erscheint, kann sie Gewichte im Grammbereich wiegen.

Rathaus Regensburg

Eine Führung durch das document Reichstag solltest du dir nicht entgehen lassen!

Die Führung durchs document Reichstag dauert rund eine Stunde und kostet für Erwachsene 7,50 Euro, eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Die Anmeldung erfolgt über die Tourist Information am Rathausplatz.

Regensburg Sehenswürdigkeiten – Walhalla außerhalb der Stadt

Am Ende unseres Regensburg Wochenendes fuhren wir dann noch nach Walhalla. Walhalla liegt in Donaustauf und ist in rund 20 Minuten mit dem Auto von Regensburg aus zu erreichen.

Der Begriff Walhalla stammt aus der nordischen Mythologie. Sie besagt, dass hier alle tapferen Helden, welche in einer Schlacht ihr Leben verloren, ihre letze Ruhestätte im Kriegerparadies fanden.

Walhalla bei Regensburg ist ein klassizistischer Bau, der wie ein gigantischer Tempel aussieht. Leo von Klenze entwarf Walhalla. Er wurde inspiriert durch die Athener Akropolis. Den Auftrag dazu erhielt er von König Ludwig I. Das gigantische Bauwerk ist innen und außen mit Marmor verkleidet und erhebt sich imposant über die Donau. König Ludwig I wollte mit diesem tempelartigen Gebäude verdiente deutschsprachige Frauen und Männer verewigen. Im Jahre 1842 wurde Walhalla eröffnet.

Walhalla Donaustauf bei RegensburgWalhalla Bau, Regensburg

Walhalla – ein Monument als Andenken an bedeutende Herrscher, Künster und Wissenschaftler

Im Inneren des „Tempels“ sind entlang der Wände ausgewählte Persönlichkeiten in Form von Büsten und Gedenktafeln ausgestellt. Ehemalige Herrscher, Feldherren, Künstler und Wissenschaftler haben hier ihren Platz gefunden. Seit 1962 werden die ursprünglichen 96 Büsten in größeren Abständen ergänzt. Die Auswahl trifft der bayerische Ministerrat.

Schon von außen hat mich Walhalla sprachlos gemacht, erwartet man doch nicht mitten in Bayern ein solch gewaltiges, tempelartig anmutendes Gebäude. Ist man erst einmal eingetreten, kommt man sich richtig klein vor.

Walhalla in Regensburg innen Die Büsten von Walhalla, Regensburg

Solltest du mal in der Nähe von Regensburg sein, kann ich dir einen Besuch von Walhalla nur wärmstens empfehlen!

Meine Insidertipp für Walhalla

Kurz vor Ende der Öffnungszeit, zum letzten Einlass, ist der ideale Besucherzeitpunkt. Dann bist du in der Walhalla fast alleine. So beeindruckt die Halle noch viel mehr. Ab Ende der Öffnungszeit wird die Tür zugesperrt und niemand darf mehr rein. Du kannst dann noch 15 Minuten in Ruhe die marmorverkleidete Halle und die vielen Büsten bewundern.

Eintritt Walhalla 4 Euro | Öffnungszeiten Walhalla

Die Säulen von Walhalla

Mit diesem schönen Abschluß war unser Schwestern-Wochenende ruck-zuck vorbei. So ein gemeinsames Wochenende werden wir bestimmt mal wieder unternehmen. Mal sehen, wohin es dann geht.

Das nächste Mal, wenn ich Regensburg besuche, möchte ich im Sommer dem viel gerühmten italienisch anmutendem Flair nachspüren.

Warst du schon einmal in Regensburg? Verrate mir deine Highlights in einem Kommentar!

Offenlegung: Die Recherche wurde von Regensburg Tourismus unterstützt. Dies hat keinen Einfluss auf den Inhalt der Berichterstattung. Dieser Blog unterliegt den Regeln des Reiseblogger-Kodex.

 

4 Kommentare

  1. Liebe Sabine!
    Danke für den sehr schönen und ausführlichen Bericht.
    “ Rengschburg is ned nur a Stod – Rengschburg is a Gfui“.
    Wunderschön ist wirklich der Sommer in Regensburg. Wenn sich an lauen Abenden die Biergärten füllen … über die Steinerne Brücke schlendern und langsam in die Altstadt eintauchen … am Haidplatz sitzen und was Leckeres essen … oder a Glaserl Prosecco am Dom geniessen 🙂
    Dann haben wir oft das Gefühl, dass wir im Urlaub mitten in der Toskana sind … mit dem Vorteil in 20 Minuten im eigenen Bett von unserer schönen Stadt träumen zu können!
    Herzliche Grüsse aus der Oberpfalz von Sabine

    • Oh ja, das hört sich toll an! Nachdem es für mich ja nicht so weit nach Regensburg ist, muss ich einen Besuch im Sommer unbedingt nachholen!

  2. Liebe Sabine,
    das habt ihr euch aber fein herausgesucht für ein Mädelswochenende! Meine allererste Reise ohne Eltern und Betreuer führte nach Regensburg – als 16Jährige mit zwei Freundinnen für ein Mädelswochenende. Und was soll ich sagen: Ich liebe die Atmosphäre in der Altstadt und an der Donau bis heute sehr. Wird nächste Zeit mal mit Kind hinzufahren…
    Liebe Grüße
    Gela

    • Hi Gela,
      für mich war es ja tatsächlich das erste Mal und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein! Aber die allererste Reise ohne Eltern wird man wohl immer in besonderer Erinnerung haben.
      Liebe Grüße,
      Sabine

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