San Cristóbal war für mich die Galápagos-Insel der Seelöwen. Natürlich siehst du Seelöwen auch auf Santa Cruz und Isabela. Aber auf San Cristóbal war es noch einmal eine andere Liga. Sie lagen auf Bänken, auf Wegen, vor Hoteleingängen, am Strand, im Hafen. Manchmal hatte man eher das Gefühl, wir Menschen seien hier nur geduldet.

Die Insel fühlt sich an wie ein ständiges Tierkino. Du gehst abends kurz ans Wasser und stehst plötzlich zwischen brüllenden Seelöwen, spielenden Jungtieren und Müttern, die ihre Babys säugen. Wir haben das jeden Abend gemacht. Und ehrlich: Es war besser als jedes Fernsehprogramm.

San Cristóbal ist aber nicht nur die Insel der Seelöwen. Von hier starten auch zwei der stärksten Ausflüge unserer Galápagos-Reise: der Tagesausflug nach Española und die Tauchtour zum Kicker Rock. Vor allem Kicker Rock war für mich eines der intensivsten Naturerlebnisse der gesamten Reise.

Wir waren im März auf San Cristóbal. Die Sonne war zu dieser Zeit sehr intensiv, und besonders auf Española haben wir die Hitze deutlich gespürt.

In diesem Beitrag findest du meine Erfahrungen mit San Cristóbal, konkrete Tipps zur Planung und eine ehrliche Einschätzung, für wen sich die Insel lohnt – und für wen eher nicht.

Inhaltsverzeichnis

San Cristóbal auf Galápagos: was macht die Insel besonders?

San Cristóbal liegt im Osten des Galápagos-Archipels und gehört zu den bewohnten Hauptinseln. Die Insel ist die östlichste der Galápagos-Inseln und die fünftgrößte Insel des Archipels. Puerto Baquerizo Moreno ist der Hauptort und zugleich die Hauptstadt der Provinz Galápagos.

Für Reisende ist San Cristóbal hauptsächlich interessant, weil du hier mehrere Dinge gut kombinieren kannst: Du kannst direkt vom Ort aus zu Stränden, Aussichtspunkten und Schnorchelstellen laufen. Du brauchst also nicht für alles eine Tour. Gleichzeitig starten von San Cristóbal einige sehr besondere Ausflüge, darunter Kicker Rock und Española.

Mein Eindruck: San Cristóbal wirkt entspannter als Santa Cruz, aber weniger abgeschieden als Isabela. Es gibt Infrastruktur, Restaurants, Unterkünfte und Touranbieter. Trotzdem bist du sehr schnell in der Natur. Und die Seelöwen sind wirklich überall.

Seelöwen liegen an der Uferpromenade von San Cristóbal auf Galápagos nahe Puerto Baquerizo Moreno.
Am Abend wurde die Uferpromenade von San Cristóbal zum Treffpunkt der Seelöwen – manche lagen sogar direkt vor den Lokalen.

Lohnt sich San Cristóbal?

Aus meiner Sicht: ja, wenn du Tiere, Tauchen oder Schnorcheln erleben möchtest und nicht nur am Strand liegen willst.

San Cristóbal lohnt sich besonders, wenn du:

  • Seelöwen nicht nur kurz sehen, sondern wirklich beobachten möchtest
  • Kicker Rock als Tauch- oder Schnorchelausflug machen willst
  • Española als Tagesausflug einplanst
  • eine Insel suchst, auf der du auch ohne Mietwagen oder Tour einiges zu Fuß machen kannst
  • am Ende deiner Galápagos-Reise noch einmal starke Tierbeobachtungen erleben willst

Weniger ideal ist San Cristóbal, wenn du klassische Badeurlaubstage machen möchtest. Die Insel hat schöne Strände, ja. Aber für mich war sie keine reine Strandinsel. Ihre Stärke liegt klar bei Tierbeobachtung, Tauchen, Schnorcheln und kurzen Wegen ab Puerto Baquerizo Moreno.

Wie viele Tage für San Cristóbal einplanen?

Wir hatten auf San Cristóbal 4 Nächte und damit genug Zeit für:

  • Ankommen und Ort erkunden
  • einen Tagesausflug nach Española
  • einen freien Tag rund um das Interpretationszentrum, Muelle Tijeretas, Punta Carola und Playa Mann
  • einen Tauchtag am Kicker Rock
  • einen freien Vormittag vor dem Rückflug

Für unsere Reise war das eine optimale Dauer. Kürzer würde ich San Cristóbal nur planen, wenn du dich auf ein bis zwei Highlights beschränken möchtest.

Meine Empfehlung:

2 Nächte: wenig sinnvoll, für einen kurzen Stopp ist die Anreise zu aufwendig und zu teuer
3 Nächte: gut, wenn du Kicker Rock machen und etwas vom Ort sehen möchtest
4 Nächte: aus meiner Sicht ideal, wenn du zusätzlich Española einplanst
5 Nächte oder mehr: sinnvoll, wenn du bewusst langsamer reisen, tauchen oder mehrere freie Tage haben möchtest

Ankommen auf San Cristóbal: unser erster Eindruck

Wir kamen von Isabela nach San Cristóbal. Der Flug mit dem kleinen Propellerflugzeug war schon für sich ein Erlebnis. Der Blick auf den Galápagos-Archipel von oben war beeindruckend.

Nach der Ankunft bezogen wir unser Zimmer im Golden Bay Galápagos* und ließen den Tag bewusst ruhig angehen. Kein großes Programm, einfach durch Puerto Baquerizo Moreno schlendern, ans Wasser gehen und ankommen.

Und dann waren da schon die Seelöwen. Am Strand und entlang der Uferbereiche lagen sie überall. Einige dösten, andere robbten quer über Wege, Jungtiere lagen dicht an ihren Müttern. Immer wieder wurde gebrüllt, gerangelt, gedrängelt. Besonders abends wurde es lebendig, wenn viele Tiere aus dem Meer zurückkamen.

Die Insel hatte mich ziemlich schnell gepackt.

Blick aus einem Zimmer im Golden Bay Galápagos auf Strand und Meer bei Sonnenuntergang.
Unser Zimmer im Golden Bay Galápagos hatte einen besonders schönen Blick zum Sonnenuntergang.

Seelöwen beobachten auf San Cristóbal: besser als jedes Fernsehprogramm

Wenn ich San Cristóbal mit einem Bild beschreiben müsste, wären es Seelöwen auf Bänken. Wir sahen Seelöwen, die Touristen von Sitzplätzen verdrängten, auf Wegen lagen oder sich mitten an belebten Stellen ausbreiteten. Am Playa de los Lobos und an den Uferbereichen rund um den Ort war ständig Bewegung. Besonders abends wurde der Strand voller.

Was ich daran so besonders fand: Die Seelöwen gehörten zum Alltag auf San Cristóbal. Du bist auf dem Weg zum Essen, zum Strand oder zurück ins Hotel – und bleibst wieder stehen, weil gerade ein Tier im Weg liegt oder zwei Tiere lautstark um einen Platz streiten.

Natürlich gilt auch hier: Abstand halten. Die Tiere sehen oft gemütlich aus, können aber sehr unangenehm werden, wenn ihnen jemand zu nahe kommt.

Seelöwen liegen am Strand in Puerto Baquerizo Moreno auf San Cristóbal.
Am Playa de los Lobos ist immer richtig viel los. Hier kannst du stundenlang zuschauen.

Spaziergang zum Interpretationszentrum, Cerro Tijeretas und Muelle Tijeretas

An unserem freien Tag liefen wir vom Ort aus zum Interpretationszentrum und weiter Richtung Cerro Tijeretas und Muelle Tijeretas. Das ist aus meiner Sicht eine der besten Unternehmungen auf San Cristóbal, weil du sie ohne Tour machen kannst und trotzdem viel erlebst.

Das Interpretationszentrum selbst ist ein guter Einstieg, wenn du mehr über Galápagos, die Besiedlungsgeschichte und die Besonderheiten der Inseln erfahren möchtest. Für uns war aber vor allem der Weg dahinter spannend. Er führt weiter zu Aussichtspunkten und schließlich zum Wasser.

Einheimische hatten uns gesagt, dass Muelle Tijeretas einer der besten Plätze sei, um mit Seelöwen zu schnorcheln. Genau so war es dann auch.

Das Wasser war klar, der Einstieg felsig, und wir sahen ein paar Seelöwen im Wasser. Nicht in Massen, aber nah genug, um diesen Moment nicht zu vergessen. Für mich war das viel schöner als ein Strand, an dem man nur kurz badet und weitergeht.

Wichtig: Der Weg ist nicht extrem weit, aber die Sonne kann extrem sein. Es gibt nicht durchgehend Schatten. Sonnenschutz, Wasser und ein UV-Shirt sind hier total wichtig.

Punta Carola: schöner Strand, aber für uns kein Schnorchel-Highlight

Auf dem Rückweg machten wir Halt an der Playa Punta Carola. Der Strand liegt nordwestlich von Puerto Baquerizo Moreno und ist zu Fuß erreichbar. Der Strand ist etwa 300 Meter lang und von Trockenwald-Vegetation geprägt.

Optisch fand ich Punta Carola schön. Der Strand hat eine ruhige Lage, und es gibt Felsen, Meer und Galápagos-Atmosphäre. Zum Schnorcheln war er für uns aber nicht ideal. Im Wasser waren immer wieder Felsen, und wir sahen dort weder viele Fische noch Seelöwen.

Meine Einschätzung: Punta Carola lohnt sich als Stopp auf der Runde zum Spazieren, Schauen und vielleicht für den Sonnenuntergang. Als Schnorchelplatz würde ich eher Muelle Tijeretas einplanen.

Strand Punta Carola auf San Cristóbal mit Felsen, hellem Sand und türkisblauem Wasser.
Punta Carola ist ein schöner Stopp auf der Runde ab Puerto Baquerizo Moreno.

Playa Mann: nett für eine Pause, weniger zum Schnorcheln

Playa Mann liegt nahe am Ort und ist leicht zu erreichen. Wir kombinierten ihn auf unserem Rückweg von Muelle Tijeretas. Der Strand ist angenehm, wenn du zwischendurch sitzen, baden oder etwas trinken möchtest. Playa Mann ist ein schöner, weißer Sandstrand, der durch zersplitterte Muscheln entstanden ist. Zum Schnorcheln fand ich Playa Mann jedoch weniger spannend.

Gut gefallen hat mir aber die entspannte Stimmung. Es gibt dort eine nette Bar, in der wir leckere, eiskalte Smoothies getrunken haben. Für eine Pause nach der Runde über Tijeretas und Punta Carola war Playa Mann perfekt.

Tagesausflug nach Española ab San Cristóbal: lohnt sich das?

Española war einer der spektakulärsten Ausflüge unserer Galápagos-Reise. Die Insel liegt im Südosten des Archipels und ist bekannt für sehr starke Tierbeobachtungen, unter anderem bei Punta Suárez. Dort werden häufig Blaufußtölpel, Nazca-Tölpel, Meeresleguane, Galápagos-Möwen und weitere Seevögel beobachtet. Española gilt außerdem als älteste Insel des Archipels.

Unser Ausflug startete früh am Morgen ab San Cristóbal. Die Überfahrt dauerte etwa zwei Stunden. Wir waren mit einem Naturguide unterwegs, denn die Insel darf nicht auf eigene Faust betreten werden. Man darf dort auch nur maximal zwei Stunden an Land bleiben.

Die Anlandung erfolgte mit dem Zodiac. Das war einer dieser Momente, in denen sich Galápagos wirklich surreal anfühlt. Rosafarbene Meeresleguane, Blaufußtölpel, große Vogelkolonien an der Steilküste, Seelöwen, Felsen, Brandung.

Aber: Es war unfassbar heiß.

Auf Española gibt es keinen Schatten. Das solltest du vorher wissen, denn hoher Sonnenschutzfaktor, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser sind hier wichtig. Wer Hitze schlecht verträgt, sollte sich darauf einstellen.

Nach dem Landgang hatten wir noch einen Tauchgang vor der Küste Españolas. Der Tauchgang war schön, aber für mich bei weitem nicht so spektakulär wie Kicker Rock. Das heißt nicht, dass er schlecht war. Nur: Kicker Rock spielt in einer anderen Liga.

Española lohnt sich sehr, wenn du Vögel, Meeresleguane und wilde Galápagos-Landschaft erleben möchtest. Es ist aber ein langer, heißer und geführter Ausflug.

Blaufußtölpel auf Española Island während eines geführten Tagesausflugs ab San Cristóbal.
Auf Española kommst du sogar Blaufußtölpel sehr nah – immer geführt und mit klaren Regeln im Nationalpark.
Vogelkolonie auf Espanola
Española war einer der spektakulärsten Ausflüge unserer Galápagos-Reise – aber auch einer der heißesten.
Küste mit Blowholes auf Espanola
Die Küste von Española ist rau, heiß und voller Bewegung – zwischen Felsen, Brandung und Blowholes wirkt die Insel fast unwirklich.

Kicker Rock: mein stärkstes Taucherlebnis auf San Cristóbal

Kicker Rock, auch León Dormido genannt, ist ein markanter Felsen vor San Cristóbal und gehört zu den bekanntesten Tauch- und Schnorchelspots der Galápagos-Inseln. Der Felsen ist ein Überrest eines Tuffkegels und ragt steil aus dem Meer. Die Bootsfahrt ab Puerto Baquerizo Moreno dauert etwa eineinhalb Stunden; genaue Zeiten hängen aber von Boot, Wetter und Bedingungen ab.

Für mich war Kicker Rock das stärkste Taucherlebnis auf Galápagos.

Wir machten dort zwei Tauchgänge. Während andere Teilnehmer schnorchelten, waren wir mit unserem Tauchguide allein unterwegs. Das war natürlich super.

Unter Wasser sahen wir mehrere Hammerhaie, Weißspitzenriffhaie, Schwarzspitzenhaie, weiß gepunktete Adlerrochen und viele weitere Meeresbewohner. Die Haie kamen teilweise sehr nah, wirkten aber nie bedrohlich. Es war intensiv, ruhig, fast unwirklich.

Wichtig zu wissen für dich ist eventuell: Die Schnorchler auf unserem Boot waren eher enttäuscht. Sie sahen deutlich weniger als wir Taucher. Mein Eindruck war: Um die Haie wirklich gut zu sehen, musst du runter. Kicker Rock kann sicher auch zum Schnorcheln spannend sein, aber wenn du wegen Hammerhaien kommst, ist Tauchen aus meiner Sicht die deutlich bessere Wahl.

Natürlich hängt alles von Sicht, Strömung, Wetter, Saison und Glück ab. Hai-Sichtungen kann niemand garantieren. Bei uns war es außergewöhnlich gut, obwohl nicht die »offizielle Hammerhai-Saison« war. Wir waren im März da und das Wasser hatte angenehme 27 Grad. Zur »kalten« Zeit kannst du mit etwas Glück große Schulen von Hammerhaien sehen.

Kicker Rock vor San Cristóbal auf Galápagos ragt als Felsformation aus dem Meer.
Kicker Rock war für mich das stärkste Taucherlebnis auf Galápagos – vor allem wegen der Hammerhaie.
Kicker Rock vor San Cristóbal auf Galápagos mit Hammerhai
Mein stärkster Tauchmoment auf Galápagos: Hammerhaie am Kicker Rock, ruhig und nah, aber nie bedrohlich.

Freier Tag auf San Cristóbal: meine ideale Runde ab Puerto Baquerizo Moreno

Wenn du einen freien Tag auf San Cristóbal hast und keine zusätzliche Tour buchen möchtest, würde ich diese Runde empfehlen:

Start in Puerto Baquerizo Moreno
Gemütlich loslaufen, Wasser mitnehmen, früh starten, wenn möglich.

Interpretationszentrum besuchen
Guter Einstieg, wenn du mehr über die Inseln erfahren möchtest. Wir sind nur durchgelaufen.

Weiter zu Cerro Tijeretas und Muelle Tijeretas
Aussichtspunkte, felsige Küste und aus meiner Erfahrung ein guter Ort zum Schnorcheln mit Seelöwen.

Punta Carola als Strandstopp
Schön zum Anschauen und Pause machen, für uns aber kein guter Schnorchelplatz.

Playa Mann für Essen, Trinken oder Smoothie-Pause
Entspannter Abschluss der Runde, gut erreichbar und praktisch.

Diese Runde ist keine extreme Wanderung, aber du bist einige Zeit in der Sonne unterwegs. Ich würde sie nicht unterschätzen. Gerade auf Galápagos fühlt sich Hitze schnell intensiver an, weil die Sonne sehr stark ist.

Was du auf San Cristóbal sonst noch machen kannst

Wir selbst haben La Lobería und den höher gelegenen Teil der Insel nicht besucht. Wenn du aber mehr Zeit oder einen anderen Fokus hast, könnten diese Orte interessant sein:

La Lobería

La Lobería liegt etwa 2,5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Dort kannst du Meerechsen, Seelöwen, Fregattvögel und Pelikane an einer felsigen Küste beobachten. Am besten kommst du mit einem Taxi hin.

El Junco-Lagune

Die El Junco-Lagune liegt im Hochland von San Cristóbal und gilt als eine der wenigen permanenten Süßwasserquellen der Galápagos-Inseln. Quellen beschreiben sie als Kraterlagune in feuchterem Hochland, die sich deutlich von den trockeneren Küstenbereichen unterscheidet.

Galapaguera de Cerro Colorado

Die Galapaguera de Cerro Colorado ist eine Aufzuchtstation für San-Cristóbal-Landschildkröten. Sie wurde eingerichtet, um die Population in einer Umgebung zu sichern, die dem natürlichen Lebensraum ähnelt.

Puerto Chino

Puerto Chino wurde uns als Strand mit feinem weißen Sand beschrieben, geeignet zur Erholung und zur Beobachtung von Seevögeln. Auch hier gilt: Wir waren nicht dort, deshalb kann ich nicht ehrlich einschätzen, ob sich der Abstecher im Vergleich zu den anderen Orten lohnt.

Unterkunft auf San Cristóbal: unsere Erfahrung mit dem Golden Bay Galápagos

Wir übernachteten im Golden Bay Galápagos* am nördlichen Ortsrand von Puerto Baquerizo Moreno.

Unser Zimmer hatte eine vollverglaste Front Richtung Strand. Der Blick auf den Sonnenuntergang war wirklich besonders, weil direkt vor der Unterkunft wieder Seelöwen unterwegs waren. Für uns war die Lage sehr angenehm: ruhig, aber trotzdem nah genug am Ort, um abends essen zu gehen oder am Wasser entlangzulaufen.

Meine Einschätzung: Wenn du dir auf San Cristóbal eine Unterkunft mit Meerblick leisten möchtest, ist die Lage am Wasser ein echter Mehrwert. Für reine Budget-Reisende ist das Golden Bay vermutlich nicht die erste Wahl. Für eine besondere letzte Station auf Galápagos war es für uns jedoch perfekt.

Blick aus einem Zimmer im Golden Bay Galápagos auf Strand und Meer
Unser Zimmer im Golden Bay Galápagos hatte eine vollverglaste Front Richtung Strand – besonders zum Sonnenuntergang war das stark.

Essen auf San Cristóbal: unser Tipp in Puerto Baquerizo Moreno

Ein unkomplizierter Restauranttipp ist INTI Garden. Das Restaurant lag nur etwa zwei Minuten von unserem Hotel entfernt. Wir haben dort günstige und gute Pizzen gegessen.

Das ist jetzt kein großer Gourmet-Tipp, sondern einfach praktisch. Nach einem langen Bootstag oder Tauchgang willst du manchmal nichts Kompliziertes mehr. Genau dafür war INTI Garden für uns gut.

An der Playa Mann mochten wir außerdem die Bar mit den Smoothies. Auch das ist eher ein kleiner Tipp für zwischendurch als ein großer Geheimtipp.

Praktische Tipps für San Cristóbal

Sonnenschutz ernst nehmen

Wir waren im März auf San Cristóbal, und die Sonne war deutlich intensiver, als man es vielleicht erwartet. Besonders auf Española und bei längeren Spaziergängen ohne durchgehenden Schatten war es bei uns sehr heiß. Ich würde immer mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und UV-Shirt* (für Wasseraktivitäten!) planen.

Schnorcheln: nicht jeder Strand ist automatisch gut

Das war für mich eine wichtige Erkenntnis auf San Cristóbal. Nur weil ein Strand schön aussieht, heißt das nicht, dass er zum Schnorcheln spannend ist. Punta Carola und Playa Mann fand ich zum Baden oder Pausieren nett, aber nicht als Schnorchel-Highlights. Muelle Tijeretas war für uns deutlich besser.

Kicker Rock: Erwartungen realistisch halten

Wenn du schnorchelst, kann Kicker Rock trotzdem interessant sein. Aber aufgrund unserer Erfahrung würde ich nicht automatisch erwarten, zu viel zu sehen. Beim Tauchen waren die Chancen für uns deutlich besser. Sichtungen bleiben trotzdem Natur und damit nie garantiert.

Seelöwen nicht unterschätzen

Seelöwen wirken oft träge und lustig. Gerade auf San Cristóbal liegen sie so selbstverständlich überall herum, dass man schnell vergisst, dass es wilde Tiere sind. Abstand halten ist wichtig, auch wenn ein Tier mitten auf dem Weg liegt.

San Cristóbal, Santa Cruz oder Isabela: wie ordnet sich die Insel ein?

Wenn du mehrere Galápagos-Inseln kombinierst, hat San Cristóbal aus meiner Sicht eine klare Rolle.

  • Santa Cruz ist praktisch, lebendiger und ein guter Einstieg mit Puerto Ayora, Riesenschildkröten im Hochland und guter Infrastruktur. Meine Erfahrungen mit Santa Cruz findest du im eigenen Beitrag: Santa Cruz auf Galápagos.
  • Isabela fühlt sich ursprünglicher und ruhiger an, mit Vulkanlandschaft, Strand, Tintoreras, Los Túneles und einer anderen Inselstimmung. Wenn du wissen willst, wie sich Isabela im Vergleich anfühlt, lies hier weiter: Isabela auf Galápagos.
  • San Cristóbal war für mich die beste Insel für Seelöwen im Alltag und der stärkste Ausgangspunkt für Kicker Rock und Española.

Wenn du deine komplette Route planst, findest du hier meinen ausführlichen Beitrag zur Galápagos-Reiseplanung.

Mein Vorschlag für 4 Nächte auf San Cristóbal

So würde ich San Cristóbal nach unserer Erfahrung einteilen:

Tag 1: Ankommen und Puerto Baquerizo Moreno erkunden

Nach der Ankunft im Hotel durch den Ort schlendern, Seelöwen beobachten, Sonnenuntergang am Wasser. Kein großes Programm nötig.

Tag 2: Tagesausflug nach Española

Früh starten, Landgang mit Guide, Tierbeobachtungen, je nach Tour zusätzlich Schnorcheln oder Tauchen. Unbedingt Sonnenschutz ernst nehmen.

Tag 3: Freier Tag zu Fuß

Interpretationszentrum, Cerro Tijeretas, Muelle Tijeretas zum Schnorcheln, Punta Carola, Playa Mann. Danach abends wieder Seelöwen beobachten.

Tag 4: Kicker Rock

Tauchen oder Schnorcheln am Kicker Rock. Für Taucher aus meiner Sicht eines der stärksten Erlebnisse der Insel.

Tag 5: Freier Vormittag und Rückflug

Noch einmal ans Wasser, langsam verabschieden, dann Transfer zum Flughafen.

Meerechsen auf schwarzem Lavagestein auf Galápagos
Rosafarbene Meeresleguane auf Española Island im Galápagos-Archipel.

Für wen lohnt sich San Cristóbal besonders?

San Cristóbal lohnt sich besonders für dich, wenn du Tiere nicht nur aus der Ferne sehen möchtest. Wenn du abends gerne einfach am Wasser stehst und beobachtest. Wenn du tauchst. Wenn du Lust auf starke Tagesausflüge hast, aber gleichzeitig eine Insel möchtest, auf der du auch ohne Tour etwas unternehmen kannst.

Weniger passend ist San Cristóbal, wenn du Galápagos vor allem als Badeurlaub verstehst. Die Insel funktioniert am besten, wenn du dir Zeit nimmst, um auch die unspektakulären Momente wirken zu lassen. Ein Seelöwe auf einer Bank. Ein Jungtier am Strand. Sonnenuntergang vor dem Hotel. Ein Smoothie an der Playa Mann und dann Kicker Rock, wo plötzlich Hammerhaie aus dem Blau auftauchen.

Fazit: San Cristóbal war für mich ein starker Abschluss auf Galápagos

San Cristóbal hat mich nicht wegen perfekter Strände überzeugt oder weil die Insel besonders herausgeputzt wäre. Sondern weil sie sich unmittelbar anfühlt. Tiere sind hier Teil des Alltags.

Für mich war San Cristóbal die Insel der Seelöwen und mit Kicker Rock gleichzeitig der Ort meines stärksten Taucherlebnisses auf Galápagos. Española war landschaftlich und tierisch spektakulär, aber auch heiß und damit körperlich anstrengender, als man vielleicht denkt.

Ich würde San Cristóbal wieder einplanen – besonders bei einer Route mit Santa Cruz und Isabela. Vier Nächte fand ich ideal, weil wir dadurch zwei große Ausflüge und einen entspannten Tag vor Ort kombinieren konnten.

Wenn du Galápagos planst und dich fragst, ob San Cristóbal in deine Route gehört, wäre meine Antwort: Ja, wenn du Seelöwen, Tauchen, Schnorcheln und intensive Tierbeobachtungen suchst.

San Cristóbal war Teil unserer Ecuador-Route mit Galápagos, Amazonas und Anden.