(Gastbeitrag von Miriam Grün) Bunte Paradiesvögel, Kokosnüsse mit Strohhalmen drin, und ein höherer Lebensstandard als anderswo – Costa Rica gilt als die Schweiz Mittelamerikas. Deshalb zieht es auch Familien an, die sich Sicherheit und ein gutes Gesundheitssystem für den Ernstfall wünschen und die trotzdem Lust auf ein Abenteuer unter Palmen haben.

Umso mehr freut es uns, dass Costa Rica eines der ersten Länder war, das nach dem monatelangen Bangen in der Corona-Pandemie wieder die Pforten für Touristen aus Europa geöffnet hat. Die Situation wird ja lange nicht ausgestanden sein, aber in diesem Land mit seiner weiten, unberührten Natur und den vielen Freiluftrestaurants und Strandbuden lässt es sich so gut eine Pandemie aussitzen.

Wir, das heißt eine deutsche Familie mit zwei Kleinkindern, sind jetzt schon seit acht Monaten in Costa Rica. Als die Corona-Beschränkungen weltweit aktiviert wurden, haben wir kurzerhand beschlossen, hier zu bleiben und genießen seitdem den Lebensstil von „Pura Vida“, wie man hier sagt. Wer mehr über Einreisebestimmungen oder die aktuelle Situation vor Ort erfahren möchte, kann hier von unseren Erfahrungen lesen.

Was Costa Rica zu bieten hat

Costa Rica ist ein kleines tropisches Land, das voller Abwechslung steckt. Vulkane, Berglandschaften, vernebelte Regenwälder und Traumstrände lassen sich innerhalb kurzer Zeit entdecken. Doch das mittelamerikanische Paradies ist kein unerforschtes Land für Touristen – stattdessen ist es ein Hauptziel für US-Amerikaner, und Hotels mit Pools, Restaurants und Freizeitaktivitäten wie Bungeejumping oder Zip-Lining finden sich wie Sand am Meer.

Besonders bekannt sind die Strände um Jaco oder Dominical, und die Halbinsel Nicoya. Wer ein bisschen mehr Robinson Crusoe-Feeling und ein Abenteuer abseits der Touristenpfade möchte, für den habe ich hier ein paar aktuelle Insidertipps, um diese Postkartennatur an den weniger touristischen Orten kennenzulernen. Hier findest du meine 7 Tipps für eine Reise durch Costa Rica mit Kindern!

Costa Rica Reise Tipps
Costa Rica ist ein sehr vielfältiges Reiseland. Foto: Pixabay

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1)    Meide die Hauptstadt – Costa Rica mit Kindern

Sogar Einheimische geben es frei zu: San José, die Hauptstadt von Costa Rica, ist einfach nicht schön. Weder die Architektur noch das Essen, noch der Verkehr ist irgendwie einladend. Wir dachten bei der Ankunft, dass wir gerne ein bisschen ankommen würden, und organisierten einen Aufenthalt in der Stadt. Nur schon auf der Fahrt vom abgelegenen Flughafen in die Stadt standen wir gefühlt Stunden im Stau, und der Taxifahrer hat dementsprechend kräftig an uns verdient.

Wir blieben dann zwei Tage in einem Hostel, um uns zu akklimatisieren – nächstes Mal würden wir uns direkt aus San José herausfahren lassen und an einem schöneren Ort in diesem Paradies ankommen! Wenn man im Internet etwas über Kriminalität in Costa Rica liest, trifft das meistens nur auf San José zu. In den meisten Teilen des Landes bewegen sich Touristen frei und ohne Probleme. Seit wir wissen, wie schlecht fließend der Verkehr um San José ist, meiden wir auch auf Überlandfahrten die Hauptstadt und nehmen dafür lieber ein paar Serpentinen mehr in Kauf.

San Jose
San Jose kannst du dir sparen. Foto: Pixabay

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2)    Iss in einem typischen Soda – Costa Rica mit Kindern

Während die mexikanische Küche weltweit gefeiert wird, ist die costa-ricanische Cuisine nicht gerade bekannt. Das mag auf den ersten Blick logisch erscheinen, denn es gibt drei Mal am Tag Reis mit Bohnen, mit wenig Salz oder Pfeffer. Doch wer sich von dem nicht abschrecken lässt, der entdeckt, wie einfallsreich die einheimischen Erzeugnisse hier eingesetzt werden. Am besten probiert man das in einem typischen „Soda“, so heißen hier die einfachen Restaurants, die man am Straßenrand oder im Dorfzentrum findet. Dort findet man ganz verschiedene Reisgerichte mit tollen Beilagen wie Patacones, das sind frittierte Kochbananen.

Besonders lecker finden wir „Olla de Carne“, eine deftige Suppe, in der eben nicht nur Fleisch, sondern auch ganz viele hiesige Selleriearten und Knollengemüse schwimmen. Als Getränk kann man frische Fruchtsäfte bestellen wie etwa Chan, was aus kleinen Samen gewonnen wird und ein bisschen was von Bubble-Tea hat. Unsere Töchter waren am Anfang skeptisch, aber nachdem sie es probiert haben, hat es ihnen sehr gut geschmeckt! Insgesamt ist das Essen für Kinder super, weil es selten scharf ist und mit bloßem Reis als Grundlage ja auch einige Kinderherzen gewinnt.

3)    Bade in einem Wasserfall – Costa Rica mit Kindern

Wenn wir Europäer an eine Erfrischung denken, dann kommt uns als Erstes der Strand in den Sinn. Wenn ein Tico an eine Erfrischung denkt, dann denkt er an einen Fluss. Manchmal fährt man an einem menschenleeren Strand vorbei und entdeckt dann, wie das ganze Dorf an einem Sonntagnachmittag gleichzeitig im Fluss badet. Das liegt daran, dass Süßwasser einfach noch einmal angenehmer auf der Haut ist, und es hier auch keine Wellen gibt, sondern man gemütlich im kühlen Wasser schwimmen kann.

Am Anfang hatte ich Respekt vor den Flüssen, auch, weil ich gelesen hatte, dass es Krokodile in Costa Rica gibt. Doch einheimische Freunde haben uns so viele tolle Flusserlebnisse beschert und uns auch gezeigt, worauf man achten muss, dass wir jetzt auch total gerne in einem Fluss sind.

Das Wasser sollte klar und fließend sein, und man sollte nach Leuten Ausschau halten, die auch dort baden. Dann weiß man, dass es hier keine Gefahr gibt. Am besten ist eigentlich direkt am Wasserfall, denn dort kommt das Wasser frisch und sauber an. Es lohnt sich, die einheimischen Gastgeber oder Hotelangestellten zu fragen, wo sie denn gerne schwimmen gehen. Es gibt auch jede Menge Wasserfälle, die ausgeschrieben sind, und zu denen man mit einem kleinen Entgelt wandern und dann baden kann. Dazu gehört zum Beispiel der sehenswerte Nauyaca-Wasserfall.

Costa Rica Tipps einer Langzeitreisenden
Wasserfälle gibt es in Costa Rica gefühlt in jedem Vorgarten. Das Wasser ist meistens frisch und klar. Foto: Pixabay

4)    Erkundige dich nach privaten Naturparks

Wer im Januar bis März, also der Trockenzeit, nach Costa Rica reist, der wird feststellen, dass die Nationalparks auch schon einmal überlaufen sind. Es gibt einfach kaum Wanderwege in der freien Natur, das heißt, jeder, der gerne ein wenig laufen möchte, geht in einen Park, und dann laufen die Menschen in Scharen durch die ausgetretenen Wege.

Zum Glück haben ganz viele Grundstückbesitzer das als Geschäftsidee erkannt und ihren eigenen kleinen Wanderpark auf ihrem Gelände errichtet. Oft führen dann Pfade zu einem Wasserfall oder einem „Mirador“, einem Aussichtspunkt. Wir haben in der Corona-Zeit öfters solche privaten Wanderrouten besucht, weil die offiziellen Parks geschlossen waren. Besonders gut gefallen hat uns Monte Sky in der Nähe von Orosi, einem hoch gelegenen und eher kälteren Bergtal in der Nähe von San José. Geschlafen haben wir in einer sehr empfehlenswerten Unterkunft auf einer Kaffeeplantage.

Faultiere in Costa Rica
Faultiere in Costa Rica. Foto: Pixabay

Der Wächter des kleinen Wanderparadieses, der auch total abgelegen auf dem Gelände wohnt, hat uns viel von sich erzählt und uns spannende Pfade zu Wasserfällen gezeigt. Wer wenigstens ein bisschen Spanisch spricht, sollte unbedingt den Menschen, die in den Parks arbeiten, ganz viele Fragen stellen. Sie freuen sich, ihr Wissen weiterzugeben, und haben uns schon Schlangen, Faultiere und Früchte gezeigt, die wir alleine nie erspäht hätten.

Unsere Kinder lieben die Natur und die Wege waren auch für Kleinkinder machbar und aufregend. Wandern als Familie in Costa Rica macht richtig Spaß, weil es im Urwald so viel zu entdecken gibt! Mit einfachen Verhaltensregeln – nicht in Laubhaufen treten oder ohne Kontrollblick an Äste und Pflanzen greifen – wird auch ein Spaziergang auf eigene Faust ein Kinderspiel.

Naturparks Costa Rica
In Costa Rica ist es nicht so einfach, einen Aussichtspunkt zu finden, weil meistens alles überwuchert ist. Foto: Pixabay

5)    Erforsche den Süden – Costa Rica mit Kindern

Wenn du etwas abseits der Touristenströme reisen möchtest, dann plane am besten einen Abstecher in den Süden. Die südliche Provinz von Costa Rica ist wunderschön grün und ursprünglich. Am Anfang hatte ich Bedenken, dass eine abgelegene Region im gesundheitlichen Notfall zu gefährlich sein könnte, aber die Gesundheitsversorgung in Costa Rica ist auch in dieser Region nicht schlecht.

Ich war zu einer Kontrolluntersuchung im Krankenhaus in Cuidad Neilly und es hat auf mich einen guten Eindruck gemacht. Der Nationalpark von Corcovades ist bekannt für seine raue Wildheit, und der Strand von Pavones ist nicht nur für Surfer interessant, sondern auch für Familien mit kleinen Kindern, die in den nahen Korallenpools nach Lust und Laune wellenfrei baden können.

In Zancudo, einem Zipfel im Golf von Golfito, lag unendlich viel Treibholz am Strand, und wir haben daraus mit den Kindern eine Hütte im Sand gebaut – das war ein Erlebnis! Wir waren wochenlang dort fast alleine am Strand und haben uns richtig wie eine Entdecker-Familie gefühlt. Mehr darüber kannst du auf meinem Blog lesen.

Besonders gefallen hat es uns auch in San Vito, einem Bergdorf an der panamaischen Grenze. Dort haben wir bei einem Paar geschlafen, die wir als außergewöhnlich engagierte Gastgeber erlebt haben und deren Unterkunft mit Pool wir wärmstens empfehlen können. Es gibt viel Wald, durch den man laufen kann, und ein besonderes Highlight war das Baden in den warmen Quellen, den „Aguas Termales“ bei dem Dorf Agua Caliente in der Nähe des Nationalparks La Amistad.

Während man an anderen, touristischeren Orten in Costa Rica Schlange steht, um in ein betoniertes Becken mit Thermalbad zu hüpfen, so war es im Süden vor allem naturbelassen und gratis. Allerdings muss man sich etwas durchfragen, denn ausgeschrieben ist diese Sehenswürdigkeit kaum. Zum Glück begegnen uns hier viele Menschen sehr freundlich und hilfsbereit und einige sprechen auch gut Englisch.

Zum Abschluss haben wir uns in San Vito, einem unserer neuen Lieblingsorte, ein Eis gegönnt, denn das Dorf wurde von italienischen Einwanderern gegründet und das merkt man zum Glück noch heute.

Karibikküste Costa Rica
Zancudo ist ein verschlafener Ort mit netten Menschen und jeder Menge Treibholz, aus dem man die tollsten Sachen machen kann. ©Miriam Grün

6)    Besuch unbedingt die Karibikküste – Costa Rica mit Kindern

Zuerst wollte ich an die Karibikküste des Landes, weil mir das so abgelegen schien und man dorthin einen ganzen Tag mit dem Auto fährt. Die Strecken in Costa Rica sind nicht zu unterschätzen, man fährt langsam und es gibt manchmal viele Kurven. Und dann haben wir doch die Serpentinenfahrt auf uns genommen, und sind in einer ganz anderen Welt angekommen – dem Paradies und der Freiheit um Puerto Viejo de Talamanca. Uns gefällt der Mix aus sehr entspannten Menschen, die gerne Reggae hören, unglaublich vielen Kulturen, den vielen kleinen Strandbuchten und dem ruhigen Wasser wahnsinnig gut.

Es gibt viele kleine Restaurants direkt am Strand und Fahrrad-Kolonnen auf der Straße. Ich würde fast behaupten, dass hier die Bedingungen für Familien perfekt sind, weil das Meer so vielseitig ist: An manchen Stellen kann man auch als Anfänger surfen, an anderen können Kleinkinder entspannt im Wasser spielen. Man kann dort auch direkt am Strand schnorcheln, ohne dass man mit dem Boot hinausfahren muss. Die Affen kommen teilweise bis zum Sand und die Menschen sind einfach sehr nett.

Besonders gut gefallen hat uns der Strand von Playa Chiquita, weil es hier so viele kleine Buchten gibt, und der traumhafte Strand Arrecife direkt daneben liegt. Allerdings gilt es zu beachten, dass am Wochenende viele Einheimische aus der Hauptstadt anreisen und dann alles voll mit Menschen ist. Doch der Nationalpark Cahuita ist auch nicht weit, und wer aufgezogene Faultiere und Panter erleben möchte, der kann das auch tun. Nichts wie hin! Ich bin so froh, dass ich mich überwunden habe und diese wunderbare Küste entdeckt habe.

Costa Rica Strände
Schöne Strände in Costa Rica zum Baden und Relaxen. Foto: Pixabay

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7)    Geniess Pura Vida!

Weil die meisten Touristen ja nur begrenzt Urlaub haben und so viel wie möglich sehen wollen, knallen sie die Tage voll mit Ausflügen und Erlebnissen. Man sollte nicht unterschätzen, dass man für die Strecken in Costa Rica viel Zeit braucht, weil man einfach nicht so viele Kilometer pro Stunde machen kann. Und das alles kann dann schnell in Stress im Urlaub ausarten. In Costa Rica gibt es ein nationales Motto: Pura Vida.

Pura Vida hat mit Genuss, mit dem Moment, mit Lockerheit und mit Entspannung zu tun. Wie geht’s dir? Pura Vida! Was machst du heute? Pura Vida! Das heißt nicht, dass hier nie jemand Stress hat oder sich einmal aufregt, aber generell ist es angesagt, wenn man die Dinge ruhig und gelassen nimmt. Und das geht ja immer noch am besten in einer Hängematte, oder?

Pura Vida in Costa Rica
Pura Vida heißt „das reine Leben“ und bedeutet für uns, dankbar und offen zu sein für die Welt voller Leben. ©Miriam Grün

Unsere besten Tage hier in Costa Rica hatten wir genau dann, wenn wir eigentlich nichts gemacht haben. Ein Mittagsschläfchen, ein gutes Buch, ein bisschen in den Wald starren. Da erst haben wir das Geheimnis entdeckt, dass viele Ticos vielleicht schon lange kennen. Wenn es eben nicht darum geht, einen Plan abzuarbeiten, weil man eh nicht weiß, was kommt. Dann kann man auch darüber lächeln und in der Hitze träge dösen. Unsere Kinder haben solche Tage geliebt, denn meistens sind es ja wir Erwachsene, die die Pläne erstellen. Pura Vida für alle!

Miriam Grün ist seit einem Jahr mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Töchtern auf Weltreise. Sie waren zusammen schon am Kaukasus, in der Wüste Omans und sind jetzt in der Pandemie im tropischen Costa Rica gestrandet. Besonders gefällt es ihnen, durch Wälder zu spazieren und das Unkraut neben den Trampelpfaden zu bestaunen – um dann abends Pfannkuchen mit Nutella zu essen. Auf ihrem Blog Grün am Wegesrand kannst du sie auf ihren Reisen begleiten. Instagram: Miri_Green

Welche Tipps hast du für Costa Rica mit Kindern? Verrate sie mir in einem Kommentar!

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Costa Rica Reise mit Kindern
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