Santa Cruz war für uns der Einstieg in die Galapagos-Inseln – und rückblickend hätte ich mir dafür kaum eine bessere Insel vorstellen können. Hier kommt man an und merkt ziemlich schnell: Auf Galapagos läuft vieles anders. Am Hafen von Puerto Ayora liegen Seelöwen herum, im Wasser ziehen kleine Haie und Rochen vorbei, und selbst ein kurzer Spaziergang fühlt sich ganz anders an.
Santa Cruz ist belebter als Isabela oder San Cristóbal. Für mich ist das aber kein Nachteil. Wenn du auf den Galapagos nicht komplett abgeschieden starten möchtest, sondern eine gute Mischung aus Infrastruktur, Natur und ersten Tiererlebnissen suchst, ist Santa Cruz aus meiner Sicht ideal.
Wir waren drei Nächte auf Santa Cruz. Das hat für uns sehr gut gepasst. Genug Zeit, um anzukommen, die wichtigsten Ausflüge zu machen und schon ein gutes Gefühl für die Insel zu bekommen. Für mich ist Santa Cruz nicht nur die beste Ausgangslage auf Galapagos, sondern definitiv auch selbst sehenswert.
Inhaltsverzeichnis
- Santa Cruz auf einen Blick
- Lohnt sich Santa Cruz auf Galapagos?
- Unser erster Eindruck von Santa Cruz
- Hotel-Tipp auf Santa Cruz: Ikala Galapagos
- Lohnt sich die Charles-Darwin-Station?
- Riesenschildkröten im Hochland von Santa Cruz
- Garrapatero Beach und Iguanas (Meerechsen)
- Kajaktour in der Bucht von Puerto Ayora
- Tauchen bei Seymour
- Puerto Ayora auf Santa Cruz
- Restaurant-Tipp auf Santa Cruz: The Point
- Weiterreise nach Isabela
- Praktische Tipps für Santa Cruz auf Galapagos
- Mein Fazit zu Santa Cruz auf Galapagos
Santa Cruz auf einen Blick
- Lage: zentrale Insel im Galapagos-Archipel
- Hauptort: Puerto Ayora
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: mindestens 3 Nächte
- Bekannt für: Riesenschildkröten im Hochland, Puerto Ayora und die gute Infrastruktur
- Geeignet für: Erstbesucher, Inselhopping und Ausflüge
- Gut zu wissen: Viele Touren starten in Puerto Ayora
- Mein Eindruck: ideale Mischung aus Natur, Tierwelt und Infrastruktur
Lohnt sich Santa Cruz auf Galapagos?
Ja, auf jeden Fall.
Viele sehen Santa Cruz vor allem als praktische Basis für den Start einer Galapagos-Reise. Das stimmt auch. Puerto Ayora ist lebhaft, es gibt viele Unterkünfte, Restaurants, kleine Geschäfte, Cafés, Supermärkte und gute Möglichkeiten, Touren zu organisieren. Gleichzeitig hat die Insel aber auch eigene Highlights und ist für mich nicht einfach nur eine Zwischenstation.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Riesenschildkröten im Hochland, die entspannte Atmosphäre in Puerto Ayora, der fast leere Garrapatero Beach mit seinen Iguanas (Meerechsen) und die Kajaktour entlang der Lavaküste. Santa Cruz war für mich ganz klar die Insel der Landschildkröten. Allein dafür lohnt sie sich schon.
Wenn du zum ersten Mal auf die Galapagos reist, würde ich dir für Santa Cruz mindestens drei Nächte empfehlen.

Unser erster Eindruck von Santa Cruz
Unsere Ankunft lief reibungslos. Die Transfers waren über unsere Agentur organisiert, deshalb war alles unkompliziert. Es gab nur kurze Wartezeiten – erst auf den Bus, dann auf die Fähre und später auf den Fahrer mit dem Auto.
Was mir direkt aufgefallen ist: Santa Cruz war im März überraschend grün. Das ist nicht zu jeder Jahreszeit so. Puerto Ayora wirkte lebhaft, aber nicht hektisch. Es gibt schöne Restaurants, Cafés und kleine Läden, und trotzdem hat sich der Ort für mich nicht unangenehm touristisch angefühlt.
Am Hafen beginnt das Galapagos-Gefühl dann eigentlich sofort. Dort tummeln sich Seelöwen, und wenn du einfach ein Stück auf den Steg hinausläufst, kannst du mit etwas Glück schon kleine Haie und Rochen im Wasser sehen. Genau das ist das Besondere an den Galapagos: Die Tierwelt ist nicht irgendwo im Hintergrund, sondern ständig da.
Wenn du gerade erst mit der Planung beginnst, findest du in meinem Galápagos-Übersichtsartikel alle wichtigen Infos zu Einreise, Inselhopping und unserer Route.

Hotel-Tipp auf Santa Cruz: Ikala Galapagos
Wir haben im Ikala Galapagos Hotel* übernachtet und ich würde das Hotel für Santa Cruz auf jeden Fall empfehlen, wenn du komfortabel wohnen und kurze Wege haben möchtest.
Die Lage war für uns fast perfekt: nur wenige Minuten zu Fuß vom Hafen entfernt. Gerade auf Santa Cruz ist das praktisch, weil vieles von Puerto Ayora aus startet und man abends schnell wieder im Ort ist. Das Frühstück war gut, dazu kam ein schöner Ausblick Richtung Hafen. Auch der Pool und unser Zimmer haben uns gefallen.
Das einzige kleine Manko war für mich die Glasabtrennung zum Bad. Das muss man mögen. Ansonsten war das für uns eine sehr gute Unterkunft auf Santa Cruz.

Lohnt sich die Charles-Darwin-Station?
Hier bin ich ehrlich: Ich würde den Besuch nicht noch einmal machen.
Mit Guide erfährt man dort durchaus einiges über den Naturschutz auf den Galapagos und über die verschiedenen Galapagos-Riesenschildkröten. Das ist interessant, keine Frage. Trotzdem war der Besuch für mich persönlich nicht das, was ich mir von Santa Cruz am meisten erhofft hatte.
Wir waren direkt am Tag der Ankunft dort, und damit war der Nachmittag im Grunde schon verplant. Außerdem empfand ich es als deutlich eindrucksvoller, die Schildkröten später im Hochland in freier Natur zu sehen als in einer Anlage.
Mein Fazit: Wenn dich Naturschutz, Forschung und Hintergrundwissen sehr interessieren, kann sich der Besuch lohnen. Wenn du aber nur begrenzt Zeit auf Santa Cruz hast, würde ich meine Zeit eher anders einsetzen.

Riesenschildkröten im Hochland von Santa Cruz
Das war für mich ganz klar eines der stärksten Erlebnisse auf Santa Cruz.
Wir waren auf der El-Chato-Ranch im Hochland, und dort laufen die Riesenschildkröten tatsächlich frei herum. Keine Zäune, keine künstliche Inszenierung – die Tiere bewegen sich vollkommen frei über das Gelände. Genau das macht diesen Ort so besonders. Es waren sehr viele Schildkröten da, und weil sie keinerlei Scheu zeigten, konnte man sie wunderbar beobachten und auch schöne Fotos machen. Trotzdem gilt natürlich: nicht bedrängen, nicht anfassen und den Tieren Raum lassen.
Mich hat vor allem beeindruckt, wie selbstverständlich sich diese riesigen Tiere in der Landschaft bewegen. Das war wirklich eines dieser Erlebnisse, die hängen bleiben.
Die Lavatunnel auf der Ranch waren ebenfalls spannend. Aber auch hier würde ich klar sagen: Der Höhepunkt dieser Tour sind die Schildkröten, nicht der Tunnel.
Nach der Ranch ging es für uns noch zu Los Gemelos, also zu eingestürzten Lavaformationen im Hochland. Auch das fand ich sehenswert. Nicht als Hauptgrund für die Tour, aber als schöner Zusatzstopp mit toller Aussicht über die grüne Landschaft.


Garrapatero Beach und Iguanas (Meerechsen)
Der Garrapatero Beach hat mir richtig gut gefallen.
Wir waren unter der Woche dort, und es war fast nichts los. Für mich ist Garrapatero vorrangig wegen der Landschaft und der Iguanas eine Empfehlung. Der Strand ist wunderschön, weit, ruhig und hat eine ganz eigene Stimmung. Baden oder Schnorcheln war für uns hier nicht das Hauptaugenmerk, sondern die Iguanas auf den Felsen und im Wasser zu beobachten.


Kajaktour in der Bucht von Puerto Ayora
Die Kajaktour in der Bucht von Puerto Ayora fand ich richtig interessant – nicht, weil sie besonders spektakulär oder actionreich gewesen wäre, sondern wegen der Kombination aus Landschaft, Tierwelt und Ruhe.
Wir waren entlang der Lavaküste unterwegs, kamen an Lavaformationen vorbei, paddelten ganz entspannt im klaren Wasser und waren zwischendurch auch schnorcheln. Das Schnorcheln selbst fand ich eher nett zur Abkühlung als ein echtes Highlight. Was mir an dieser Tour besser gefallen hat, war das Gefühl, mitten in der Natur unterwegs zu sein, und die Küste einmal anders zu erleben.
Gesehen haben wir unter anderem rot-blaue Krebse, Blaufußtölpel, Pelikane, Iguanas, Steinfische und einen ganzen Schwarm Goldrochen am Steg, während wir auf ein Wassertaxi zurück zum Hafen gewartet haben.
Wirklich wichtig ist hier guter Sonnenschutz. Die Sonne ist auf den Galapagos gnadenlos. Gerade auf dem Kajak merkst du das schnell. Ein Hut* ist aus meiner Sicht Pflicht. Dazu ein langärmliges UV-Shirt* und eine lange UV-Hose*, mit der man auch ins Wasser kann. Arme und Beine verbrennen dort schneller, als man denkt.


Tauchen bei Seymour
Den Tauchausflug nach Seymour würde ich eher gemischt bewerten.
Was uns nicht gefallen hat: Wir waren mit elf Tauchern auf einem kleinen Boot, und das war schlicht zu eng. Dazu kam, dass die Sicht an unserem Tag leider ziemlich schlecht war. Eine andere Taucherin meinte zwar zu uns, dass Seymour jedes Mal anders sein kann und die Bedingungen stark schwanken. Das glaube ich sofort. An unserem Tag war die Sicht aber einfach nicht gut.
Wir haben trotzdem einen Seelöwen und Haie gesehen, nur eben eher mäßig wegen der Bedingungen. Was wirklich stark war, war ein riesiger Fischschwarm mit tausenden Fischen, in dem wir teilweise mittendrin waren. Das war der Moment, der von diesem Tauchgang hängen geblieben ist.
Wenn ich Santa Cruz insgesamt betrachte, war das Tauchen dort für mich okay, aber nicht überragend. Im direkten Vergleich war San Cristóbal für uns ein ganz anderes Kaliber.

Puerto Ayora auf Santa Cruz
Puerto Ayora ist für mich einer der Gründe, warum Santa Cruz als erste Galapagos-Insel so gut funktioniert.
Du bekommst dort eigentlich alles, was du brauchst: Restaurants, Cafés, kleine Supermärkte, Geldautomaten und eine gute Infrastruktur. Wir hatten vorsichtshalber schon auf dem Festland Bargeld abgehoben, weil unser Guide meinte, dass die Automaten auf den Inseln auch mal nicht funktionieren können. Das ist aus meiner Sicht sinnvoll. Gleichzeitig konnten wir aber fast überall mit Kreditkarte zahlen.
Preislich lagen Essen und Getränke für mein Gefühl ungefähr auf deutschem Niveau.
Was ich an Puerto Ayora mochte: Der Ort ist belebt, aber er hat trotzdem eine angenehme Stimmung. Man kann abends noch etwas essen gehen, am Hafen entlanglaufen und hat trotzdem ständig Natur und Tiere vor sich. Genau diese Mischung hat Santa Cruz für mich ausgemacht.
Restaurant-Tipp auf Santa Cruz: The Point
Wenn ich auf Santa Cruz nur einen Restaurant-Tipp nennen dürfte, dann ganz klar The Point.
Das Restaurant liegt direkt am Wasser und ist mit dem Wassertaxi in ein paar Minuten von Puerto Ayora erreichbar. Das Wassertaxi kostet 1 US-Dollar, und allein die kleine Überfahrt hat schon etwas.
Vor Ort war es dann wirklich besonders: gutes Essen, tolle Lage und direkt neben uns schwammen kleine Haie und Rochen vorbei. Dazu flogen Pelikane vorbei oder setzten sich aufs Dach. Das war einer dieser Orte, an denen nicht nur das Essen zählt, sondern die ganze Situation.
Ja, es ist etwas teurer. Aber aus meiner Sicht absolut jeden Cent wert. Wir waren deshalb sogar gleich zweimal dort.

Weiterreise nach Isabela
Von Santa Cruz ging es für uns weiter nach Isabela.
Die Fährüberfahrt selbst war bei uns mit gut zwei Stunden sogar ziemlich schnell. Die Sitze waren bequem und die Fahrt an sich war in Ordnung. Was ich deutlich unangenehmer fand, war die Zeit vor dem Ablegen. Es war an Bord drückend heiß, und solange das Boot noch nicht losfuhr, stand die Luft praktisch. Erst mit dem Fahrtwind wurde es besser.
Wie das Inselhopping zwischen Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal genau abläuft, habe ich in meinem Beitrag zur Planung der Galápagos-Inseln ausführlich beschrieben.
Praktische Tipps für Santa Cruz auf Galapagos
- Plane mindestens drei Nächte ein. Für uns war das ideal. So hast du genug Zeit zum Ankommen und für die wichtigsten Ausflüge.
- Santa Cruz ist nicht nur die beste Ausgangsbasis. Viele nutzen die Insel vor allem als logistisches Zentrum. Das stimmt, aber die Insel selbst hat genug zu bieten, um nicht nur Zwischenstation zu sein.
- Das Hochland solltest du nicht auslassen. Wenn du auf Santa Cruz nur einen klassischen Ausflug machst, dann aus meiner Sicht diesen. Die Riesenschildkröten in freier Natur waren für mich das stärkste Erlebnis auf der Insel.
- Lass dir Zeit am Hafen von Puerto Ayora. Oft muss man auf Galapagos gar nicht weit fahren, um Tiere zu sehen. Gerade am Hafen oder am Steg lohnt sich ein langsamer Blick ins Wasser.
- Nimm Sonnenschutz ernst. Vor allem bei Aktivitäten wie Kajakfahren. Hut, UV-Kleidung und guter Sonnenschutz sind dort keine Nebensache.
- Bargeld als Reserve ist sinnvoll. Wir konnten meist mit Karte zahlen, aber ein Puffer in bar ist auf den Inseln keine schlechte Idee.
Mein Fazit zu Santa Cruz auf Galapagos
Santa Cruz war für mich die richtige Insel, um auf den Galapagos anzukommen.
Die Insel ist lebhafter als andere, aber genau das macht sie zum idealen Startpunkt. Du hast gute Infrastruktur, schöne Unterkünfte, viele Restaurants und gleichzeitig schon ab dem ersten Tag starke Natur- und Tiererlebnisse. Besonders die Riesenschildkröten im Hochland haben Santa Cruz für mich unvergesslich gemacht.
Nicht alles fand ich dort gleich stark. Die Charles-Darwin-Station würde ich persönlich nicht noch einmal besuchen, und auch das Tauchen bei Seymour war für uns eher durchwachsen. Trotzdem gehört Santa Cruz für mich ganz klar zu den Inseln, die man auf einer Galapagos-Reise nicht auslassen sollte.
Santa Cruz war für uns Teil einer größeren Ecuador-Rundreise – unsere komplette Route über das Festland und die Galápagos findest du im Ecuador-Artikel.
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