Tauchen mit Bullenhaien – ein Abenteuer, das ich mir schon lange gewünscht habe! Bei der Planung unserer 80-Tage-um-die-Welt-Reise stieß ich auf die Möglichkeit, auf einer kleinen Insel im Yasawa-Archipel auf Fidschi mir diesen Traum zu erfüllen. Auf der Insel Kuata Island wird eines der besten Haitauch-Erlebnisse weltweit angeboten – ohne Käfig, nur wenige Meter entfernt von diesen majestätischen Tieren. War es gefährlich? Hatte ich Angst? Ganz im Gegenteil: ich werde nie vergessen, wie es sich anfühlte, als der erste riesengroße Bullenhai direkt an mir vorbeizog. Erfahre alles über dieses unbeschreibliche Taucherlebnis in diesem Blogbeitrag.
Inhaltsverzeichnis
- Meine persönliche Taucherfahrung
- Warum wir uns für Kuata Island entschieden haben
- Anreise nach Kuata Island
- Unsere Unterkunft Barefoot Kuata Island
- Unser unvergessliches Haitauchen mit Bullenhaien
- Wissenschaft und Schutz: Das Awakening Shark Dive-Projekt
- Mehr als nur Haitauchen – Tauchen auf Kuata Island
- Das hat unser Urlaub auf Fidschi gekostet
- Informationen zum Bullenhai: Ein faszinierender und gefährdeter Jäger
- Fazit: Warum das Haitauchen auf Kuata Island ein Muss ist
Meine persönliche Taucherfahrung
Was das Tauchen angeht, bin ich Spätzünder – ich habe es erst vor dreieinhalb Jahren im Chiemsee gelernt. Inzwischen bin ich aber schon bei knapp 50 Tauchgängen (OWD). Die schönsten Taucherlebnisse hatte ich bisher im Roten Meer in Ägypten und auf den Malediven. Mich verzaubern die bunten Korallen und Fische, doch besonders gefallen mir die großen Tiere unter Wasser, wie Mantarochen oder Schildkröten. Absolut faszinierend finde ich jedoch Haie – diese Raubtiere strahlen eine Eleganz, Kraft und Unverwüstlichkeit aus, die mich in ihren Bann zieht.
Warum wir uns für Kuata Island entschieden haben
Als ich unsere Weltreise plante und feststand, dass wir eine Woche auf einer Fidschi-Insel verbringen wollten, habe ich recherchiert, wo man mit Haien tauchen kann. Schnell stieß ich auf Barefoot Kuata und war sofort von den Videos zum Tauchen mit Bullenhaien angefixt – das wollte ich unbedingt erleben! Ein weiterer Vorteil: Kuata passte in unser Budget. Für Fidschi-Verhältnisse fand ich die Preise für die Unterkunft in einem Bungalow direkt am Meer absolut fair.

Anreise nach Kuata Island
Die Anreise nach Kuata Island erfolgt über die Hauptinsel Viti Levu. Dort gibt es den internationalen Flughafen Nadi; wir sind von Neuseeland aus dorthin geflogen. Wir haben uns für die erste (und letzte) Nacht ein Zimmer im durchaus schönen Fiji Gateway Hotel* genommen, welches direkt gegenüber vom Flughafen liegt.
Am nächsten Morgen konnten wir dann mit dem Shuttle des Fähranbieters (im Fährticket inkludiert) gemütlich zum Hafen Denarau fahren. Von dort brachte uns die Yasawa Flyer-Fähre in etwa zwei Stunden nach Kuata Island. Die Fähre verkehrt täglich und bietet eine angenehme Fahrt durch die wunderschönen Yasawa-Inseln. Die Kosten für die Überfahrt betragen rund 150 € pro Person für Hin- und Rückfahrt. Alternativ gibt es die Möglichkeit, mit einem Wassertaxi oder einem privaten Bootstransfer zur Insel zu gelangen, was jedoch deutlich teurer ist.
Unsere Unterkunft Barefoot Kuata Island
Wir übernachteten in einem Bungalow mit offenem Bad und einer schönen Veranda, nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Insgesamt verbrachten wir sechs Tage auf der Insel. Das Essen war ebenfalls gut – es gab Frühstücks- und Mittagsbuffets sowie ein Abendmenü. Allerdings muss das Essenspaket (ca. 53 € pro Tag) direkt bei der Ankunft bezahlt werden. Einziger Wermutstropfen: Es gibt keine Klimaanlage. Aber da man sich auf einer kleinen Insel mitten im Meer mit begrenztem Strom befindet, ist das verständlich. Schau dir die wunderschöne Unterkunft hier an.


Unser unvergessliches Haitauchen mit Bullenhaien
Das Tauchen mit Bullenhaien war einfach sensationell! Wir fuhren mit einem kleinen Boot etwa 15 Minuten zum Moya-Riff und sahen schon beim Abtauchen den ersten mächtigen Bullenhai. Als Gruppe tauchten wir mit unseren Guides auf 16 Meter Tiefe, knieten hinter einer halbhohen Steinmauer und warteten auf das Spektakel. Ein Tauchguide stieß mit einem speerartigen Gegenstand in zeitlichem Abstand ein paarmal Thunfischstücke ins Wasser, auf die sich die Haie in atemberaubender Geschwindigkeit stürzten. Die Futtermenge wird sehr niedrig gehalten, um das Jagdverhalten der Tiere möglichst nicht zu beeinflussen.
Es war atemberaubend, als die ersten Bullenhaie um uns zu kreisen begannen. Sie waren so nah, dass ich sie hätte berühren können – was natürlich nicht erlaubt ist. Ich konnte die Tiere intensiv und aus nächster Nähe beobachten und habe jeden Moment genossen.
Ich fand es so faszinierend, dass ich den Tauchgang sogar ein zweites Mal machte. Beim ersten Mal sahen wir 12, beim zweiten Mal 9 Bullenhaie. Angst hatte ich keine Sekunde – die Guides waren äußerst professionell, und je zwei Taucher wurden von einem Guide begleitet. Die Tauchgänge dauerten zwischen 40 und 60 Minuten.


Benötigt man für das Tauchen mit Haien einen Tauchschein?
Für das Tauchen mit Bullenhaien auf Kuata Island ist theoretisch kein Tauchschein zwingend erforderlich. Es gibt zwei Awakening Shark Dives pro Tag:
- Der erste Tauchgang führt auf eine Tiefe von 16 Metern und ist ausschließlich für zertifizierte Taucher mit einem Open Water Diver-Zertifikat (oder höher) zugänglich.
- Der zweite Tauchgang findet in nur 10 Metern Tiefe statt und kann auch von Nicht-Tauchscheininhabern gemacht werden. Vor dem Tauchgang erhalten die Teilnehmer eine Einweisung durch einen Tauchlehrer.
Meine persönliche Empfehlung: Auch wenn das Tauchen ohne Zertifikat theoretisch möglich ist, würde ich davon abraten. Haie aus nächster Nähe zu erleben ist ein unglaubliches Erlebnis, aber ohne Taucherfahrung kann es schnell überfordernd sein.
Wissenschaft und Schutz: Das Awakening Shark Dive-Projekt
Das Haitauchen auf Kuata Island ist nicht nur ein einzigartiges Erlebnis für Taucher, sondern hat auch einen wichtigen wissenschaftlichen und ökologischen Hintergrund. Hinter dem Awakening Shark Dive steht der Meeresbiologe Dr. Thomas Vignaud, der sich seit Jahren intensiv mit Haien beschäftigt. Sein Ziel ist es, durch nachhaltigen Ökotourismus die Haie zu schützen.
Ein zentrales Element dieses Projekts ist das Serenity Shark Research Project, das die Bewegungsmuster, das Sozialverhalten und die Lebensweise der Bullenhaie erforscht. Die Tauchgänge sind nicht nur ein wahnsinnig tolles Erlebnis, sondern dienen auch der wissenschaftlichen Datensammlung. Dabei wird unter anderem analysiert, wie viele Haie regelmäßig an den Tauchspots auftauchen, ob sich neue Tiere anschließen und wie sich die Population über die Jahre verändert.
Interessanterweise hat man auch festgestellt, dass sich Korallenriffe schneller und stärker erholen, wenn die Haipopulation an einem Ort zunimmt. Mehr Haie bedeuten eine stabilere Fischpopulation, was wiederum zu einer besseren Nährstoffverteilung führt. Dadurch erhalten die Korallen mehr Nährstoffe und können schneller wachsen. Zudem wird die Überweidung der Riffe durch bestimmte Pflanzenfresser reguliert, was ebenso für die Erholung der Korallen gut ist.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Forschern und den verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren wird sichergestellt, dass das Haitauchen nachhaltig bleibt und keinen negativen Einfluss auf die Haie hat. Die Leute vor Ort selbst sagen, statt wie früher Haie zu jagen, setzten sie sich jetzt für deren Schutz ein, denn sie haben durch den „Hai-Tourismus“ neue Einnahmequellen gefunden. Aber auch die Wahrnehmung der Taucher ändert sich, die Haie werden nicht mehr als monströse Killer, sondern als schützenswerte Lebewesen wahrgenommen.
Mehr als nur Haitauchen – Tauchen auf Kuata Island
Nicht nur das Haitauchen war ein Höhepunkt, auch die anderen Tauchgänge auf Kuata Island waren absolut empfehlenswert. Die Korallen sind mega vielfältig und bunt, es gibt unzählige hübsche Fische, deren Namen ich nicht kenne, und eine Menge Weißspitzen- und Schwarzspitzenriffhaie. Ich kann gar nicht verstehen, warum nicht mehr Menschen hier tauchen – oft waren wir nur zu dritt auf einem Tauchgang.
Das hat unser Urlaub auf Fidschi gekostet
- Bungalow auf Kuata Island (DZ): ca. 248 € pro Nacht (dort waren wir sechs Nächte)
- Fiji Gateway Hotel: ca. 125€ pro Nacht (dort waren wir zwei Nächte)
- Tauchgang (normal): ca. 68 €
- Tauchen mit Bullenhaien: ca. 132 €
- Fähre zur Insel (Hin und Zurück): ca. 150 €
- Essenspaket (Frühstück, Mittag- und Abendessen): ca. 53 € pro Tag
- Getränke: z.B. Bier 3,30 € oder Wein: 5,80 €
Insidertipp für Budget-Reisende: Es gibt ebenfalls eine günstigere Option: Auf Kuata Island stehen sogenannte Dormes, 7-Bett-Zelte, zur Verfügung, in denen man bereits ab 26 € pro Nacht schlafen kann.

Informationen zum Bullenhai: Ein faszinierender und gefährdeter Jäger
Hier noch ein paar spannende Hintergrundinformationen über die Bullenhaie. Als Quelle habe ich Stiftung Meeresschutz.org genutzt:
Lebensraum & Anpassungsfähigkeit
Der Bullenhai (Carcharhinus leucas), auch Stierhai oder Sambesihai genannt, ist eine kräftige Haiart, die oft mit dem Weißen Hai verwechselt wird. Er lebt in küstennahen tropischen und subtropischen Gewässern weltweit und ist für sein aggressives Jagdverhalten bekannt. Besonders bemerkenswert ist seine Fähigkeit, sowohl in Salz- als auch in Süßwasser zu überleben.
Bullenhaie sind eine der wenigen Haiarten, die im Süßwasser überleben können. Ihre speziellen Nieren- und Rektaldrüsen ermöglichen es ihnen, den Salzgehalt ihres Körpers zu regulieren. So wurden sie bereits Tausende Kilometer flussaufwärts gesichtet.
Verhalten & Ernährung
Bullenhaie sind opportunistische Jäger und fressen nahezu alles, von Fischen und Meeressäugern bis zu Landsäugetieren. Ihre Jagdstrategie („bump and bite“) besteht darin, potenzielle Beute zuerst mit dem Kopf anzustoßen, bevor sie zubeißen.
Sicht & Wahrnehmung
Ihre Augen sind an trübes Wasser angepasst und können besonders gut grünliches Licht wahrnehmen. Zudem besitzen sie ein Tapetum lucidum, eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, die ihnen ermöglicht, auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu sehen.
Gefährdung & Schutzstatus
Bullenhaie sind durch Lebensraumzerstörung und Fischerei bedroht. Ihre Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten um 30–49 % zurückgegangen. Sie gelten laut IUCN als gefährdet. 2022 wurden sie in den CITES-Anhang II aufgenommen, wodurch der Handel mit ihren Produkten stärker kontrolliert wird.
Fazit: Warum das Haitauchen auf Kuata Island ein Muss ist
Das Haitauchen auf Kuata Island war eines der beeindruckendsten Erlebnisse unserer Reise. Die Begegnung mit den Bullenhaien war absolut magisch und hat mir die faszinierende Welt dieser Tiere nähergebracht. Wer nach Fidschi reist und gerne taucht, sollte sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen!
Wenn du tiefer in meine Tauchabenteuer eintauchen möchtest – vom Adrenalinkick bis zu entspannten Riffen – schau dir meine komplette Tauchen-Übersicht an.



