Wir waren im Rahmen unserer Weltreise vier Wochen in Neuseeland unterwegs (Nord- und Südinsel gemischt) – und ja: Abel Tasman war so ein Ort, bei dem man kurz vergisst, dass man eigentlich in Neuseeland ist und nicht irgendwo im Südpazifik. Goldene Strände, türkisfarbenes Wasser, dazu dichter Küstenwald.

In diesem Beitrag bekommst du Abel Tasman Nationalpark Tipps, die dir wirklich beim Planen helfen: Welche Tageswanderungen sinnvoll sind, wie du das mit dem Boot (Sea Shuttle/Water Taxi) entspannt organisierst, wo sich übernachten lohnt und was wir im November gelernt haben.

Wenn du dich generell orientieren willst, findest du auf meiner Neuseeland-Übersichtsseite alle Beiträge gesammelt. Für die komplette Planung empfehle ich dir außerdem meinen Guide Neuseeland Reisetipps – dein ultimativer Guide für die Planung. Und unsere komplette Route liest du hier: Neuseeland Reiseroute 4 Wochen.

Kurzüberblick: Was ist der Abel Tasman Nationalpark – und lohnt er sich für dich?

Der Abel Tasman Nationalpark liegt ganz oben an der Nordküste der Südinsel, im Nelson–Tasman-Gebiet. Er ist bekannt für seine Küstenlandschaft: kleine Buchten, sandige Strände, klares Wasser und Wege, die sich direkt am Meer entlangziehen. Das Herzstück ist der Abel Tasman Coast Track – ein Küstenwanderweg, den viele als Mehrtagestour gehen.

Was viele nicht wissen: Du musst den Track nicht komplett laufen, um die besten Abschnitte zu erleben. Genau dafür sind die Bootstransfers so praktisch. Du kannst dich morgens in eine Bucht bringen lassen, wanderst einen Abschnitt zurück und wirst nachmittags wieder abgeholt. Das macht Abel Tasman auch dann attraktiv, wenn du keine Lust auf Hüttenübernachtung hast.

Lohnt sich Abel Tasman? Für mich ganz klar: Wenn du Küste liebst, gerne wanderst, aber zwischendurch auch einfach am Strand sitzen willst. Wenn du nur „einsame Wildnis“ suchst und Menschen komplett vermeiden willst, kann es in der Saison stellenweise zu belebt wirken. Der Park ist beliebt, und das aus gutem Grund.

Goldener Strand im Abel Tasman Nationalpark mit türkisfarbenem Wasser
Traumhafte Aussichten auf einer Tageswanderung im Abel Tasman Park

Anreise: Fähre nach Picton und dann direkt weiter (Mietauto-Empfehlung)

Wir kamen mit der Fähre von der Nordinsel in Picton an und sind von dort direkt in Richtung Abel Tasman gefahren. Das funktioniert problemlos an einem Tag. Rechne grob mit ein paar Stunden Fahrt, je nachdem, ob du unterwegs noch stoppst.

Wir waren mit einem Mietauto unterwegs und ich würde das wirklich empfehlen. Im Nationalpark selbst brauchst du kein Auto, weil du mit dem Boot und zu Fuß unterwegs bist. Aber fürs Drumherum ist es super praktisch: Du kommst flexibel nach Kaiteriteri, kannst einkaufen, abends nach Motueka fahren und bist unabhängig, falls das Wetter mal spontan umschlägt.

Wie lange solltest du bleiben?

Wir waren vier Tage im November dort und würden das genauso wieder machen. Das war für uns die perfekte Länge, um zwei starke Tage im Park zu haben (mit Wanderungen), einen entspannten Strandtag einzubauen und trotzdem Luft für Wetterkapriolen oder einfach mal Nichtstun zu lassen.

Wenn du nur zwei Tage hast, geht das auch gut. Dann würde ich es simpel halten: ein Tag als „Wander-Highlight“ mit Bootstransfer, ein Tag als Boot-/Strandtag oder eine kürzere Halbtageswanderung.

November im Abel Tasman: Wetter und Stimmung

Wir hatten bis auf einen Tag sonniges, warmes Wetter. Der November hat für uns richtig gut gepasst, weil es sich schon nach Sommer anfühlte, aber noch nicht so voll war. Klar, das ist immer ein bisschen Glückssache. Wenn du flexibel planst (und nicht jeden Tag zu 100 % verplanst), kannst du im Abel Tasman ziemlich viel rausholen.

Wanderwege im Abel Tasman Nationalpark in Neuseeland
Tageswanderungen mit Bootstransfer – eine meiner liebsten Aktivitäten im Nationalpark

Warum Kaiteriteri als Basis für Tageswanderungen so gut funktioniert

Wenn du den Abel Tasman nicht als Mehrtagestrek durchziehen willst, sondern Tageswanderungen in Kombination mit Strandzeit suchst, ist Kaiteriteri ein richtig guter Ausgangspunkt. Du bist direkt am Wasser, und die Bootstransfers bringen dich morgens in die Buchten und holen dich später wieder ab.

Wichtig: Kaiteriteri ist nicht der Track-Einstieg für den Coast Track. Der klassische Einstieg liegt ein Stück entfernt. Für Tagestrips spielt das aber praktisch keine Rolle, weil du sowieso per Boot in den Park fährst. Genau deshalb ist Kaiteriteri für uns so gut aufgegangen.

Coast Track vs. Tageswanderungen: Was passt besser zu dir?

Der Abel Tasman Coast Track ist ungefähr 60 km (one way) und wird typischerweise in 3 bis 5 Tagen gewandert. Wenn du ihn komplett gehst, musst du dich mit Gezeiten beschäftigen, denn es gibt eine zwingende tideabhängige Querung am Awaroa Inlet mit klaren Zeitfenstern.

Wenn du das entspannt lösen willst (oder einfach keine Lust auf Mehrtagelogistik hast), sind Tages- und Halbtageswanderungen mit Bootstransfer ehrlich gesagt die angenehmste Variante. Genauso haben wir es gemacht und es war perfekt.

Unsere liebste Tageswanderung: Awaroa → Medlands Beach (ca. 12 km, rund 4 Stunden)

Das war für uns die perfekte Abel-Tasman-Kombi. Du startest entspannt, läufst einen richtig schönen Abschnitt und hast trotzdem Zeit, unterwegs auch mal einfach am Strand zu sitzen.

Wir sind morgens mit dem Sea Shuttle von Kaiteriteri nach Awaroa gefahren und sind dann Richtung Süden bis Medlands Beach gelaufen. Nachmittags ging es per Boot zurück nach Kaiteriteri.

So ein Tag fühlt sich im Abel Tasman perfekt an. Ein entspannter Rhythmus, der zu diesem Park passt: laufen, schauen, Pause machen und schließlich mit dem Boot wieder zurück.

Wichtig: Fahrpläne ändern sich je nach Saison und Anbieter. Bei der Buchung legst du die Abholzeiten fest. Plane mit Puffer, um keinen Zeitdruck zu haben.

Weitere Tagestrips ab Kaiteriteri, die richtig gut funktionieren

1) Ganzer Tag: Anchorage + Pitt Head Loop + weiter bis Apple Tree Bay

Du fährst morgens per Boot nach Anchorage, machst den Pitt-Head-Rundweg mit Aussicht und wanderst danach einen Abschnitt Richtung Süden bis Apple Tree Bay, wo du wieder abgeholt wirst. Das ist ein sehr runder Tag, weil du sowohl Aussicht als auch Küste und Strandmomente mitnimmst.

2) Halbtags: Anchorage + Pitt Head Loop, danach direkt zurück

Wenn du wenig Zeit hast oder am Nachmittag lieber am Kaiteriteri Beach sein willst: Wähle diese Halbtages-Variante und du hast trotzdem dieses Abel-Tasman-Feeling.

3) Halbtags: nur Bootstour/Cruise ohne Wandern

Manchmal ist genau das der beste Plan. Du fährst mit dem Boot in den Park, steigst vielleicht für einen Strandstopp aus, und lässt dich wieder zurückbringen. Gerade im November, wenn die Sonne schon richtig Kraft hat, ist so ein Tag ziemlich perfekt.

4) Ganztägiger Segeltörn: Split Apple Rock & Seelöwen

Wenn du mal einen Tag ohne Wandern einbauen willst, ist ein Segeltörn eine richtig schöne Alternative. Du siehst den Abel Tasman vom Wasser aus, fährst zum Split Apple Rock (dieser gespaltene Felsen ist tatsächlich so fotogen, wie er auf Bildern aussieht) und hältst, je nach Tour und Bedingungen, auch Ausschau nach Seelöwen. Für uns war das genau die Art Ausflug, die den Park nochmal anders wirken lässt: sich treiben lassen, zwischendurch baden, an Deck sitzen und einfach schauen. Gerade als Ausgleich zu einem Wandertag fand ich das perfekt.

Fotospot: Split Apple Rock während eines Segeltörns
Der Split Apple Rock ein besonderes Fotomotiv

Sea Shuttle Tipps: So planst du ohne Stress

Ich plane solche Tage immer nach drei einfachen Regeln:

Erstens: Ich plane rückwärts vom letzten Boot zurück. Dann weiß ich, wie viel Zeit wirklich bleibt, ohne am Ende zu hetzen. Zweitens: Ich baue bewusst Puffer ein. Abel Tasman ist kein Ort für Minutenpläne. Du willst auch mal zehn Minuten länger sitzenbleiben, weil der Strand gerade so genial ist. Drittens: In der Hauptsaison würde ich zeitig buchen. Hier geht’s direkt zum Sea-Shuttle-Anbieter.

Mehr Basics zur Organisation (Route, Reisezeit, Budget, Transport) findest du hier: Neuseeland Reisetipps – dein ultimativer Guide für die Planung.

Unterkunft: Kaiteriteri Retreat – nicht günstig, aber für uns jeden Cent wert

Wir haben im Kaiteriteri Retreat* in der Diva Suite übernachtet. Das war hochwertig und ja, es ist kein Schnäppchen. Für uns hat es sich aber absolut gelohnt, weil das Gesamtpaket gepasst hat.

Das Highlight war ganz klar der Blick: bodenhohe Fenster direkt zum Strand. Die Gastgeber (Greg und Michael) waren bei Fragen sofort da und haben uns mit Tipps unterstützt.

Selbst ein Regentag wird hier schön: Wir sind kurz raus zu einem kleinen Spaziergang, sind wieder zurück, und dann ab in den beheizten Whirlpool, mit anschließender Massage von Michael. Genau deswegen würde ich bei Abel Tasman nicht nur „nach günstig“ entscheiden, sondern auch nach dem Gefühl: Wo sitze ich, wenn es mal regnet?

Blick durch bodentiefe Fenster im Kaiteriteri Retreat auf den Strand
Sonnenuntergang genießen im Kaiteriteri Retreat

Essen: zwei unkomplizierte Tipps aus unserer Reise

Nach einem Tag im Abel Tasman waren wir sehr happy mit Pizza im The Beached Whale in Kaiteriteri. Das war genau das Richtige nach Sonne, Salzwasser und Wandern.

Und wenn du abends mal „raus“ willst: Motueka ist wirklich nicht weit. Wir waren dort einmal beim Inder – günstig, gut, unkompliziert. Mit dem Auto ist das von Kaiteriteri aus nur eine kurze Fahrt.

Packliste für Tageswanderungen im Abel Tasman (realistisch, nicht übertrieben)

Ich würde es simpel halten: gute Schuhe (Turnschuhe, oder leichte Wanderschuhe* reichen), Tagesrucksack, genug Wasser, Lunch/Snacks und Sonnenschutz. Eine leichte Regenjacke* ist Pflicht, selbst wenn’s morgens blauer Himmel ist.

Und noch ein Punkt, den viele unterschätzen: Der Empfang im Park ist nicht zuverlässig. Plane deine Route vorher, speichere dir Zeiten/Stopps ab oder mach dir einen Screenshot. Das spart Stress.

Kajak? Kann man machen – wir haben’s gelassen

Kajaken ist im Abel Tasman ein Klassiker, keine Frage. Wir haben es diesmal nicht gemacht, weil wir mit Wandern, Boot und Strandzeit komplett zufrieden waren. Wenn du Kajak machen willst, würde ich das eher als eigenen Tag planen.

Fazit: So würde ich Abel Tasman wieder planen

Wenn ich es nochmal mache, dann genauso: Kaiteriteri als Basis, Tageswanderungen mit Bootstransfer, ein Tag für Strand/Boot, und eine Unterkunft, in der auch ein Regentag okay ist. Vier Tage waren für uns genau richtig, vor allem im November. Nicht zu kurz, nicht zu lang.

Wenn du Fragen hast: Schreib mir gerne in die Kommentare, welche Route du planst (2 Tage oder 4+), dann kann ich dir sagen, welche Tageskombi dafür am meisten Sinn ergibt.