Ecuador hat mich wirklich überrascht. Nicht, weil ich vorher wenig erwartet hätte, sondern weil dieses Land auf relativ kleinem Raum so unglaublich viel vereint. Koloniale Altstädte, Nebelwald, Amazonas, schneebedeckte Vulkane, türkisfarbene Kraterseen und zum Schluss noch Galápagos. Genau diese Mischung macht Ecuador für mich zu einem der spannendsten Reiseziele in Südamerika.

Insgesamt waren wir 24 Tage unterwegs und haben das Festland mit Galápagos kombiniert. Unsere Route führte uns von Quito in den Nebelwald von Mindo, weiter in den Amazonas zur Sani Lodge, danach in die Anden mit Antisana, Quilotoa und Cotopaxi und schließlich für fast zwei Wochen auf die Galápagosinseln Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal. Zum Abschluss haben wir noch einen kurzen Stopp in Guayaquil eingelegt.

Wenn du eine Ecuador-Reise planst und nach einer Route suchst, die Natur, Tiere, besondere Landschaften und aktive Erlebnisse verbindet, dann könnte diese Reiseroute gut zu dir passen. In diesem Beitrag zeige ich dir unseren Ablauf, meine persönlichen Eindrücke und die Dinge, die ich vor der Reise gern schon gewusst hätte.

Für wen diese Ecuador-Reiseroute geeignet ist

Diese Route ist nichts für eine klassische Familienreise mit kleinen Kindern und auch nicht für alle, die möglichst wenig Ortswechsel und ein sehr entspanntes Programm wollen. Dafür ist sie zu abwechslungsreich, zu aktiv und an einigen Stellen auch körperlich fordernd.

Sehr gut passt diese Ecuador-Rundreise dagegen zu dir, wenn du Natur liebst, Tiere beobachten möchtest und Lust auf unterschiedliche Landschaften hast. Auch Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten. Du bewegst dich in wenigen Wochen durch komplett verschiedene Klimazonen und Regionen. Genau das macht die Reise so besonders, aber eben auch etwas intensiver.

Wer gerne wandert, mit Höhe grundsätzlich zurechtkommt und sich nicht an Inlandsflügen, Transfers und mehreren Unterkünften stört, bekommt hier eine unglaublich vielseitige Route.

Unsere Ecuador-Route in 24 Tagen im Überblick

Unsere Reiseroute sah so aus:

  • Tag 1: Ankunft nahe Quito
  • Tag 2 bis 3: Mindo und Nebelwald
  • Tag 4 bis 7: Amazonas und Sani Lodge
  • Tag 7: Rückflug nach Quito und Besuch der Altstadt
  • Tag 8: Antisana-Reservat und Fahrt in die Anden
  • Tag 9: Quilotoa-Lagune
  • Tag 10: Cotopaxi Nationalpark
  • Tag 11: Río Pita
  • Tag 12 bis 23: Galápagos mit Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal
  • Tag 23: Flug nach Guayaquil
  • Tag 24: kurze private Stadtrundfahrt in Guayaquil und Rückflug

Die Aufteilung war für uns sehr stimmig. Gerade die Kombination aus Festland und Galápagos hat die Reise am Ende richtig rund gemacht.

Ecuador-Reiseroute auf der Karte: unsere Stationen in 24 Tagen

Damit du unsere Route besser einordnen kannst, findest du hier alle Stationen noch einmal auf der Karte. So siehst du auf einen Blick, wie sich unsere Ecuador-Reise zwischen Festland, Amazonas, Anden, Galápagos und Guayaquil aufgebaut hat. Gerade bei einer Rundreise mit mehreren Inlandsflügen und Ortswechseln hilft das enorm bei der Planung.

Praktische Tipps vorab: Reisezeit, Wetter, Höhe und Kosten

Wir waren im Februar und März in Ecuador unterwegs, also in der Nebensaison. Vor der Reise hatte ich mich ehrlich gesagt auf deutlich mehr Regen eingestellt. Auf dem Festland hatten wir am Ende aber nur in Mindo einen kräftigen Regenschauer am Nachmittag und in der Nacht. Ansonsten war das Wetter erstaunlich gut.

Wichtig ist trotzdem: Ecuador ist nicht gleich Ecuador. In den Höhenlagen kann es kühl werden, während es auf Galápagos heiß und sonnig sein kann. Im Nebelwald ist es warm und feucht, in Quito angenehm, in den Anden dagegen morgens und abends teilweise richtig frisch.

Eine Fleecejacke* solltest du auf jeden Fall dabeihaben. Für den Cotopaxi fand ich zusätzlich eine winddichte Jacke, eine Mütze und dünne Handschuhe sehr sinnvoll. Was man in Ecuador außerdem wirklich nicht unterschätzen darf, ist die Sonne. Durch die Lage am Äquator und die Höhe ist die Sonneneinstrahlung extrem. Hoher Lichtschutzfaktor* ist Pflicht, auch wenn es bewölkt ist. Gerade an Orten wie Quilotoa oder Cotopaxi merkst du das schnell.

Blick auf den schneebedeckten Vulkan Cotopaxi vom Antisana-Reservat in Ecuador
Vom Antisana-Reservat aus hast du bei gutem Wetter einen beeindruckenden Blick auf den Cotopaxi.

Die Reise selbst war nicht billig, allerdings haben wir auch eine privat organisierte, geführte Reise gemacht. Organisiert wurde sie von der Agentur Latitud 0 in Quito. Auf dem Festland waren wir mit einem englischsprachigen Fahrer unterwegs, im Amazonas mit einem Naturführer der Lodge. Vor Ort empfand ich die Preise je nach Ort und Unterkunft als sehr unterschiedlich. Essen war teilweise ähnlich teuer wie in Deutschland, in Quito aber oft auch deutlich günstiger.

Viele Unterkünfte auf dem Festland sind nicht beheizt. Die Räume können deshalb gerade in höheren Lagen ziemlich kühl sein. Teilweise wurde mit Holzöfen eingeheizt und oft gab es Heizdecken im Bett. Das war gemütlicher als erwartet, aber man sollte es vorher wissen.

Gut zu wissen ist auch: In allen unseren Unterkünften gab es kostenlos gefiltertes Wasser zum Auffüllen. Nimm dir deshalb am besten eine wiederverwendbare Trinkflasche* mit. Das ist praktisch und spart unterwegs viel Plastik.

Ebenfalls wichtig: In Ecuador wirfst du Toilettenpapier grundsätzlich nicht in die Toilette, weil die Abwassersysteme meist nicht dafür ausgelegt sind. Stattdessen gehört es in den dafür vorgesehenen Mülleimer. Ich würde dir außerdem empfehlen, immer etwas Toilettenpapier oder Taschentücher dabeizuhaben, denn auf öffentlichen Toiletten fehlt es meistens.

Andenlandschaft in Ecuador mit Grasland und Bergen im Hintergrund
Genau diese Landschaften machen eine Rundreise durch die Anden in Ecuador so besonders.

Ankommen nahe Quito: entspannter Start in der Hacienda La Jimenita

Unsere erste Nacht nach der Ankunft verbrachten wir in der Hacienda La Jimenita, nur etwa 15 bis 20 Minuten vom Flughafen entfernt. Das war nach dem langen Flug genau richtig. Die Unterkunft ist nicht einfach nur ein Hotel, sondern eher ein kleines Naturrefugium mit viel Grün, Vogelwelt und einer angenehm ruhigen Atmosphäre. Gerade nach einem langen internationalen Flug war das ideal.

Für uns war das der perfekte Ort, um erst einmal in Ecuador anzukommen, ohne direkt in die Stadt zu müssen. Statt Verkehr, Altstadt und Besichtigungsprogramm gab es hier erst einmal Ruhe, Garten, Natur und einen entspannten Start in die Reise.

Mindo: Kolibris, Wasserfälle und üppiger Nebelwald

Am nächsten Tag ging es für uns dann weiter nach Mindo. Die Fahrt dauert ungefähr 2,5 Stunden und schon unterwegs verändert sich die Landschaft deutlich. Du fährst von rund 2.800 Metern Höhe hinunter in den Nebelwald auf etwa 1.400 Meter. Allein dieser Wechsel ist spannend, weil sich Klima und Vegetation komplett verändern.

Unterwegs passiert man die Äquatorgrenze und fährt auf die Nordhalbkugel. Wir haben dort an einer Tankstelle mit überraschend hübschem Café einen Cappuccino getrunken. Solche kleinen Stopps bleiben irgendwie hängen, gerade weil man sie nicht erwartet.

Kurz vor Mindo machten wir einen Stopp in der Alambí Kolibri Reserve. Und ja, das hat sich absolut gelohnt. Überall schwirrten Kolibris herum, jeder sah anders aus. Einer flog sogar auf meine Hand, um Zuckerwasser zu trinken. Das war solch ein Moment, den man nicht vergisst. Der Vogel saß auf meiner Hand, aber er war so leicht, dass ich ihn kaum gespürt habe. Allein dafür hätte sich der Stopp schon gelohnt.

Danach wanderten wir noch ein kleines Stück hinunter zum Fluss. Schon hier wird klar, wie grün und üppig diese Gegend ist. Mindo selbst ist kein schöner Ort, er ist stark auf Tourismus ausgerichtet, es gibt viele lokale Touren-Anbieter und Unterkünfte. Aber genau darum fährt man ja auch nicht nach Mindo. Der eigentliche Star ist die Natur.

Am Nachmittag besuchten wir die Schmetterlingsfarm in Mindo. Das war ein schöner Ausflug und man kann dort auch lecker essen, deshalb von mir eine klare Empfehlung. Später kam noch ein kurzer, aber heftiger Regenschauer. Typisch Mindo eben: Vormittags klar, am Nachmittag können kurze Schauer dazukommen.

Bunter Kolibri sitzt auf einem Ast im Nebelwald von Mindo
In Mindo kannst du Kolibris aus nächster Nähe beobachten – jede Art sieht anders aus.
Kolibri trinkt Zuckerwasser an einer Futterstelle in Mindo
Die Kolibris im Alambí Kolibri Reserve sind unglaublich zutraulich und lassen sich perfekt beobachten.

Rutas de las Cascadas in Mindo

Am nächsten Tag machten wir die Wanderung Rutas de las Cascadas Nambillo, die mir wirklich gut gefallen hat. Los geht es mit einer ziemlich abenteuerlichen Fahrt in einer Art offener Seilbahn über die Schlucht. Schon das ist ein Erlebnis für sich.

Danach führt der Weg durch üppige Natur zu insgesamt fünf Wasserfällen. Mal geht es über Stufen, mal ist der Weg nass, mal wurzelig. Die Wanderung ist nicht extrem lang, aber man sollte sie trotzdem nicht mit Turnschuhen auf die leichte Schulter nehmen. Rutschfeste und wasserdichte Schuhe sind hier aus meiner Sicht wirklich wichtig. Wasser mitzunehmen ist ebenfalls sinnvoll.

Wir haben für die Runde etwa zwei Stunden gebraucht und sind dann mit der Tarabita wieder zurückgefahren. Für uns war das eine richtig schöne, abwechslungsreiche Wanderung.

Auf dem Weg zurück nach Mindo hielten wir noch an einem Aussichtspunkt, wo es frische Säfte und gegrillte Bananen mit Käse gab. Solche Stopps machen für mich eine Reise oft erst richtig rund.

Orchideen, Kakao und ehrliche Einschätzung zu Mindo

Zurück in Mindo besuchten wir den Orchideengarten Mariposas. Dort bekamen wir eine kleine Führung und bestaunten Orchideen, Bromelien und viele andere Pflanzen, deren Namen ich mir natürlich nicht alle merken konnte. Man kann den Garten spontan mit oder ohne Führung besuchen, aber ich würde die Führung ganz klar empfehlen. Ohne sie übersieht man zu viel.

Nur wenige Minuten entfernt liegt Yumbos Chocolate. Dort wird bei einer Führung erklärt, wie Kakao verarbeitet wird, von der Pflanze bis zur fertigen Schokolade. Das war nicht nur interessant, sondern am Ende auch ziemlich lecker, denn man darf verschiedene Schokoladen probieren, dazu gibt es heiße Schokolade und Früchte. Genauso muss eine Führung enden.

Wenn du Mindo einplanst, finde ich die Aufenthaltsdauer von zwei Nächten ideal. Das reicht gut, um den Nebelwald, Wasserfälle und einige kleinere Highlights mitzunehmen. Ich würde wieder hinfahren.

Vier Tage Amazonas: mitten hinein in den Regenwald

Nach den ersten Tagen auf dem Festland ging es von Quito weiter per Inlandsflug nach Coca. Von dort begann unser 4-Tage-Programm in der Sani Lodge im Amazonas. Schon die Anreise ist Teil des Erlebnisses. Nach dem Flug fährst du mit dem Schnellboot über den Río Napo, gehst dann noch etwa 20 Minuten zu Fuß und steigst schließlich für die letzte Etappe in ein Kanu, das dich zur Lodge bringt.

Spätestens da merkst du: Jetzt beginnt ein ganz anderer Teil der Reise.

Die Sani Lodge hat mir super gefallen. Die Zimmer waren schön, das Essen war gut und die Naturführer waren wirklich hervorragend. Du wohnst mitten im Amazonas, und genau das macht den Aufenthalt so besonders. Für Naturfans ist das ein Traum.

Was ich hier außerdem stark finde: Die Lodge ist vollständig im Besitz der Kichwa-Community von Sani Isla und wird auch von ihr betrieben. Das merkt man der Reise nicht nur organisatorisch an, sondern auch inhaltlich. Neben Tier- und Naturerlebnissen bekamen wir auch Einblicke in die indigene Gemeinschaft. Das hat dem Aufenthalt noch einmal eine andere Tiefe gegeben.

Vier Tage empfand ich hier als genau richtig. Jeder Tag war durchgeplant und erlebnisreich, die Ausflüge fanden in kleinen Gruppen statt und man hatte nie das Gefühl, nur schnell durchgeschleust zu werden. Wenn du Ecuador zum ersten Mal bereist und Natur liebst, würde ich den Amazonas auf jeden Fall einbauen.

Einen ausführlichen Beitrag zur Sani Lodge und zum Amazonas werde ich separat schreiben, aber als wichtiger Teil einer Ecuador Reiseroute findet er auch hier schon seinen Platz.

Rote Aras im Amazonas in Ecuador vor einer Lehmwand
Im Amazonas gehören, unter anderem, Begegnungen mit roten Aras zu den eindrucksvollsten Naturmomenten.

Zurück nach Quito: Altstadt zur blauen Stunde

Nach dem Amazonas flogen wir zurück nach Quito und verbrachten den Nachmittag im kolonialen Zentrum. Gerade zur blauen Stunde war die Stimmung dort wunderschön. Wir sind einfach ein bisschen durch die Straßen gezogen und haben uns treiben lassen. Genau dafür ist Quito ideal. Man muss nicht alles durchplanen, um einen guten Eindruck zu bekommen.

Quito hat mir richtig gut gefallen. Ich hatte die Stadt vorher offen gestanden nicht besonders auf dem Schirm, aber sie ist wunderschön, lebhaft und hat eine ganz besondere Stimmung. Vor allem das koloniale Zentrum hat mich positiv überrascht. Es wirkt nicht wie ein Freilichtmuseum, sondern lebt. Gerade am Wochenende war viel los, die Plätze waren belebt und wir hatten zu keiner Zeit ein ungutes Gefühl.

Für einen ersten Eindruck reichen aus meiner Sicht ein bis zwei Tage. Mir hat ein Tag genügt, um das koloniale Zentrum in Ruhe zu erkunden. Wenn du wenig Zeit hast, würde ich auf jeden Fall empfehlen, zentral in der Altstadt zu wohnen. Genau das haben wir mit der Casa Alquimia gemacht, und das war eine sehr gute Entscheidung. Du wohnst dort mitten in Quito, bist aber durch den ruhigen Innenhof plötzlich in einer ganz anderen Welt. Diese kolonialen Patios haben einfach eine besondere Atmosphäre. Außerdem liegt die Unterkunft direkt bei der Plaza de Santo Domingo, sodass du morgens sofort mitten in der Altstadt bist.

Mein Tipp für Quito ist ganz klar: zentral wohnen und die Altstadt zu Fuß erkunden. So bekommt man schnell ein Gefühl für die Stadt.

Antisana: spektakuläre Höhenlandschaft abseits der typischen Klassiker

Ab diesem Punkt waren wir wieder mit unserem Fahrer unterwegs und fuhren in Richtung Antisana-Reservat. Dieser Abstecher hat sich aus meiner Sicht absolut gelohnt. Die Landschaft ist spektakulär und wirkt in dieser Höhe (etwa 4.000 m) noch einmal ganz anders als alles, was man vorher sieht.

Besonders eindrucksvoll waren die weiten Flächen und die Blicke auf die Vulkane. Bei gutem Wetter hast du dort tolle Aussichten auf den Antisana und sogar auf den Cotopaxi. Dazu kommt die Tierwelt. Wir haben tatsächlich Andenkondore in der Ferne, einen Andenschakal und Weißwedelhirsche gesehen. Gerade für Natur- und Bergfreunde ist das ein sehr starker Reisetag.

Antisana ist für mich vielleicht kein Ort, den jeder Ecuador-Erstreisende sofort auf dem Schirm hat, aber genau deshalb fand ich ihn so lohnend. Es ist nicht nur landschaftlich stark, sondern fühlt sich auch deutlich ursprünglicher an.

Blick auf die Hochlandlandschaft im Antisana-Reservat in Ecuador
Das Antisana-Reservat hat mich mit seiner weiten Höhenlandschaft und den Vulkanblicken sofort begeistert.
Andenschakal in der Hochlandlandschaft des Antisana-Reservats
Mit etwas Glück kannst du im Antisana-Reservat sogar Andenschakale in freier Natur sehen.
Bergkarakara im Antisana-Reservat in den ecuadorianischen Anden
Ein Bergkarakara im Antisana-Reservat – einer der typischen Vögel im Hochland von Ecuador.

Quilotoa-Lagune: wunderschön, aber die Höhe ist nicht zu unterschätzen

Die Quilotoa-Lagune war eines der visuellen Highlights der Reise. Bei Sonnenschein schimmert das Wasser so türkis, dass es fast unecht aussieht. Wirklich faszinierend.

Allerdings sollte man Quilotoa nicht verniedlichen. Der Blick von oben ist traumhaft, aber sobald du zum Ufer hinabsteigst, wird klar: Der Rückweg wird anstrengend (rund 350 Höhenmeter). Nicht, weil die Strecke riesig wäre, sondern wegen der Höhe, der Steigung, des Untergrunds und der Sonne. Genau diese Kombination macht es fordernd.

Ich würde den Abstieg trotzdem empfehlen, wenn du fit bist und dir Höhe grundsätzlich nicht so viel ausmacht. Wer damit Probleme hat oder einfach einen entspannteren Tag möchte, kann aber auch obenbleiben und die Aussicht genießen. Die ist schon für sich wunderschön.

Ganz wichtig sind hier aus meiner Sicht eine Kopfbedeckung, hoher Sonnenschutz und genug Wasser. Wenn das Wetter bewölkt ist, stelle ich mir den Ort übrigens deutlich weniger spektakulär vor. Wir hatten Glück mit Sonne, und genau dann wirkt die Lagune besonders eindrucksvoll.

Für Naturfreunde und Fotografen ist Quilotoa absolut empfehlenswert.

Türkisfarbene Quilotoa Lagune in den ecuadorianischen Anden
Die Quilotoa Lagune wirkt mit ihrem türkisfarbenen Wasser fast ein bisschen unrealistisch.

Cotopaxi: einer der eindrucksvollsten Momente der Reise

Der Cotopaxi Nationalpark war für mich einer der größten Höhepunkte auf dem Festland. Schon die Landschaft rund um den Vulkan ist beeindruckend, aber richtig besonders wird es, wenn man selbst auf diese Höhe kommt.

Mit dem Fahrzeug ging es bis auf etwa 4.500 Meter. Von dort aus liefen wir weiter nach oben, zunächst zur Schutzhütte und dann noch ein Stück weiter bis auf etwa 4.900 Meter. Ich war vorher ehrlich gesagt nicht sicher, wie ich mit der Höhe zurechtkommen würde. Am Ende ging es erstaunlich gut, aber nur, weil ich wirklich sehr langsam gegangen bin. Kleine Schritte, kein Ehrgeiz, einfach ruhig bleiben. So hat es funktioniert.

Oben zu stehen, fast auf 5.000 Metern, mit Blick auf den eisigen Gipfel des Cotopaxi, war ein unglaubliches Erlebnis. Genau solche Momente brennen sich ein.

Ein bisschen gemerkt habe ich die Höhe später trotzdem. Am Abend hatte ich leichte Kopfschmerzen und war sehr müde, aber zum Glück keine Höhenkrankheit. Ich würde den Ausflug trotzdem sofort wieder machen.

Wichtig sind hier warme, winddichte Kleidung, Sonnenschutz, Mütze und dünne Handschuhe. Gerade wenn es windig ist, wird es schnell unangenehm. Für mich war das einer der eindrucksvollsten Reisetage in Ecuador.

Blick auf den Vulkan Cotopaxi im Nationalpark in Ecuador
Der Cotopaxi war für mich einer der eindrucksvollsten Orte unserer Ecuador Reise.
Blick vom Cotopaxi hinab ins Tal im Nationalpark in Ecuador
Vom Cotopaxi aus blickst du weit über die raue Landschaft des Nationalparks ins Tal hinunter.

Río Pita: schön, aber kein Muss

Die Wanderung am Río Pita fand ich nett, aber wenn du weniger Zeit hast, würde ich diesen Stopp am ehesten weglassen. Die Landschaft ist schön und interessant, weil man hier gut sieht, wie die Lava des Cotopaxi die Umgebung geformt hat. Der Höhepunkt ist der große Wasserfall, den man schon bei einer kurzen und leichten Wanderung erreicht.

Wir waren ungefähr eine Stunde unterwegs, und das war für uns vollkommen ausreichend. Es gibt keine nennenswerten Höhenmeter, der Weg ist also deutlich entspannter als Quilotoa oder Cotopaxi. Wenn du noch Zeit hast, ist das ein schöner Zusatz. Wenn du priorisieren musst, würde ich eher mehr Zeit für Cotopaxi oder in der Hacienda El Porvenir einplanen.

Wasserfall am Río Pita in den Anden von Ecuador
Der Wasserfall am Río Pita ist das Highlight der kurzen und einfachen Wanderung durch die vom Cotopaxi geprägte Landschaft.

12 Tage Galápagos: einmalig für Natur und Tierbeobachtung

Ab Tag 12 ging es für uns weiter nach Galápagos. Dort verbrachten wir insgesamt 12 Tage auf Santa Cruz, Isabela und San Cristóbal. Allein dieser Teil der Reise war schon ein Highlight für sich.

Galápagos ist komplett anders als das ecuadorianische Festland. Das Klima war bei uns deutlich heißer und sonniger, die Landschaft eigenwilliger und die Tierwelt natürlich das große Thema. Für Natur- und Tierfans ist das ein once-in-a-lifetime-Erlebnis. Riesenschildkröten an Land und im Wasser zu sehen, überall Meerechsen, Seelöwen und beim Tauchen sogar Hammerhaie in freier Natur – das vergisst man nicht.

Unsere Aufteilung war 3 Nächte auf Santa Cruz, 4 Nächte auf Isabela und 4 Nächte auf San Cristóbal. Dazu kamen ein Tauchtag auf Santa Cruz und zwei Tauchtage auf San Cristóbal inklusive Besuch von Española Island. Für uns hat diese Verteilung super funktioniert. Wenn du weniger Zeit hast und nicht tauchen möchtest, könnte auch eine 3-3-3-Aufteilung funktionieren.

Ich würde Galápagos jederzeit wieder genauso in die Ecuador-Reise integrieren. Ja, es ist ein eigener Reiseteil. Ja, es ist teurer. Aber wenn du die Möglichkeit hast, würde ich es machen.

Zu Galápagos folgen bei mir noch eigene Beiträge, deshalb halte ich es hier bewusst kompakter.

Strand auf den Galapagos mit Meeresechse
An den Stränden von Galápagos begegnen dir Meerechsen oft ganz selbstverständlich mitten in der Landschaft.

Guayaquil: guter Abschluss, aber für mich kein Hauptreiseziel

Nach Galápagos flogen wir von San Cristóbal nach Guayaquil. Dort machten wir am letzten Tag eine private Stadtrundfahrt, bevor es am Abend zurück nach Europa ging. Für so einen kurzen Aufenthalt war das aus meiner Sicht die beste Lösung.

Guayaquil hat auf mich einen gemischten Eindruck gemacht, je nach Stadtteil. Gerade wenn man nur wenig Zeit hat, halte ich eine geführte Tour für sinnvoll, weil man in drei bis vier Stunden die wichtigsten Highlights sieht und unsichere Gegenden automatisch meidet.

Am schönsten fand ich die Altstadt von Santa Ana, den Friedhof und das Regierungsviertel mit dem Leguanpark. Auch am Abend, als wir vom Wyndham Hotel aus an der belebten Promenade essen gingen, haben wir uns sicher gefühlt.

Als Abschluss einer Ecuador-Reise finde ich Guayaquil praktisch. Zwei Nächte reichen aus meiner Sicht völlig. Für mich ist es eher eine sinnvolle letzte Station als ein Ort, um mehrere Tage einzuplanen.

Unsere Unterkünfte auf dem Festland von Ecuador

Damit du die Route besser einordnen kannst, findest du hier unsere Unterkünfte noch einmal passend zu den einzelnen Stationen.

Hacienda La Jimenita bei Quito (mehrmals während der Reise)
Wir haben mehrfach in der Hacienda La Jimenita übernachtet: nach der Ankunft, nach Mindo und noch einmal vor dem Flug nach Galápagos. Durch die Lage nur etwa 20 Minuten vom Flughafen entfernt war sie für unsere Route eine praktische Basis nahe Quito. Statt eines reinen Flughafenhotels bekommst du hier viel Grün und Natur, also genau den richtigen Rahmen zum Ankommen oder Durchatmen zwischen zwei Reiseabschnitten.

Zimmer in der Hacienda La Jimenita nahe Quito
Unser Zimmer in der Hacienda La Jimenita war der perfekte Ort, um nach dem langen Flug erst einmal in Ruhe anzukommen.

Coffee Lodge Cristal Glamping in Mindo (2 Nächte)
Die Coffee Lodge* ist eine gute Basis für den Aufenthalt im Nebelwald und die Ausflüge rund um Mindo. Das Besondere ist die Rundumverglasung des Zimmers mit 360-Grad-Blick ins satte Grün des Nebelwalds.

Sani Lodge im Amazonas (4 Tage)
Eine perfekte Lodge im Amazonas: wunderschöne Bungalows, gutes Essen und hervorragende Naturführer mitten im Regenwald. Besonders schön fand ich, dass die Lodge von der lokalen Kichwa Community betrieben wird. Mit deinem Aufenthalt unterstützt du also direkt die Menschen vor Ort.

Sani Lodge im ecuadorianischen Amazonas
Die Sani Lodge liegt mitten im Amazonas und wird von der lokalen Kichwa Community betrieben.

Casa Alquimia in Quito (1 Nacht)
Die Casa Alquimia ist perfekt, wenn du die Altstadt zu Fuß erkunden willst. Sehr zentrale Lage, kolonialer Stil und ein schöner, ruhiger Innenhof, der mitten in Quito plötzlich erstaunlich viel Ruhe schafft.

Innenhof der Casa Alquimia in der Altstadt von Quito
Die Casa Alquimia verbindet kolonialen Stil mit einer top Lage mitten in der Altstadt von Quito.

Hacienda La Ciénega in den Anden (2 Nächte)
Unsere Unterkunft für den Abschnitt rund um Antisana und Quilotoa. Historisch, atmosphärisch und voller Charakter. La Ciénga* ist die älteste Hacienda der Region aus dem Jahr 1695. Und ganz ehrlich: Hier fühlt man sich wirklich ein bisschen wie in einem Historienfilm.

Hacienda El Porvenir am Cotopaxi (1 Nacht)
El Porvenir ist ideal für den Cotopaxi-Abschnitt. Authentische Farmatmosphäre, schöne Zimmer und ein Ort, an dem ich gern noch eine Nacht länger geblieben wäre. Die Atmosphäre ist herzlich und die Lage in der Nähe des nördlichen Eingangs zum Cotopaxi Nationalpark ist ideal. Es gibt Alpakas, Pferde und kleine Wege, die man noch erkunden kann.

Unterkunft Hacienda El Porvenir nahe dem Cotopaxi Nationalpark
Die Hacienda El Porvenir war für mich einer der schönsten Orte zum Durchatmen im Andenabschnitt der Reise.

Wyndham in Guayaquil (1 Nacht)
Eine gute Wahl für die letzte Nacht vor dem Rückflug. Der große Vorteil vom Wyndham Puerto Santa Ana* ist die Lage direkt an der Promenade, sodass du abends noch unkompliziert etwas essen oder ein Stück am Wasser entlanglaufen kannst.

Mein Fazit zu dieser Ecuador-Reiseroute

Diese Ecuador-Reiseroute war für mich eine der abwechslungsreichsten Reisen überhaupt. In nur 3,5 Wochen haben wir koloniale Städte, Nebelwald, Amazonas, Anden und Galápagos erlebt. Viel dichter und vielfältiger lässt sich ein Land kaum bereisen.

Meine größten Highlights waren ganz klar der Moment auf fast 5.000 Metern in den Anden, die unberührte Natur im Amazonas und die Tierwelt auf Galápagos. Riesenschildkröten, Meerechsen, Seelöwen und beim Tauchen sogar Hammerhaie in freier Natur – das war schon besonders.

Am anstrengendsten waren für mich Quilotoa und Cotopaxi, beides aber auf eine gute Art. Ich würde die Reise genauso wieder machen. Wer es allerdings ruhiger mag, sollte wissen, dass diese Route schon recht viel Programm hat.

Wenn du Ecuador aktiv erleben willst, Natur liebst und Lust auf eine Reise mit starken Kontrasten hast, dann kann ich dir diese Route wirklich empfehlen.

FAQ zur Ecuador-Reiseroute

Wie viele Wochen sollte man für Ecuador einplanen?

Wenn du nur das Festland sehen möchtest, kannst du auch in zwei bis drei Wochen viel erleben. Wenn du aber wie wir das Festland mit Galápagos kombinieren willst, würde ich mindestens drei Wochen einplanen. Unsere 3,5 Wochen haben dafür sehr gut gepasst.

Ist Ecuador ein gutes Reiseziel für Naturfans?

Absolut. Genau dafür fand ich Ecuador sogar außergewöhnlich gut. Du hast Nebelwald, Anden, Amazonas und mit Galápagos noch einmal eine komplett andere Tier- und Inselwelt.

Lohnt sich Mindo wirklich?

Ja, wenn du Natur, Vogelwelt und kleine Wanderungen magst. Der Ort selbst ist aus meiner Sicht nicht das Highlight, aber die Umgebung mit Kolibris, Wasserfällen und Pflanzenwelt ist sehr lohnend.

Ist Quilotoa sehr anstrengend?

Der Blick von oben ist einfach. Wenn du aber zum Wasser hinuntergehst, ist vor allem der Rückweg wegen der Höhe und der Steigung deutlich anstrengender. Mit Sonne wird es zusätzlich fordernd.

Wie schwierig ist der Cotopaxi auf 4.500 bis 4.900 Meter?

Die Höhe ist nicht zu unterschätzen. Mir hat es geholfen, extrem langsam zu gehen und keinen Ehrgeiz zu entwickeln. So war es gut machbar. Warme Kleidung und Sonnenschutz sind dabei wichtig.

Lohnt sich Galápagos als Ergänzung zur Ecuador Rundreise?

Ja, aus meiner Sicht unbedingt. Das Festland ist schon stark, aber Galápagos setzt noch einmal etwas ganz anderes obendrauf. Wenn dein Budget es zulässt, würde ich die Kombination machen.