Vor meiner Sri-Lanka-Reise habe ich meine Bloggerkollegen nach ihren Sri-Lanka-Tipps gefragt. Gleich zwei davon haben mir geraten, statt des Sigiriya lieber den Pidurangala-Felsen zu besteigen. Ich war mir fast sicher, ihren Rat zu befolgen, habe mich dann aber doch anders entschieden.
Hier erfährst du, ob sich der Sigiriya-Felsen aus meiner Sicht gelohnt hat, wie anstrengend der Aufstieg wirklich ist, wie viel Zeit du einplanen solltest und wann der Pidurangala Rock die bessere Wahl sein kann.
Aktualisiert: Juni 2026
Kurzfazit Sigiriya
- Lohnt sich? Ja, wenn du Geschichte, Wolkenmädchen, Löwentatzen und das Plateau sehen möchtest.
- Bessere Aussicht auf den Sigiriya-Felsen? Pidurangala.
- Dauer: 2–3 Stunden für den gesamten Besuch.
- Beste Zeit: früh am Morgen.
- Eintritt: hoch, aktuelle Preise vorab beim CCF prüfen.
Inhaltsverzeichnis
- Sigiriya – UNESCO-Weltkulturerbe und kurze Einordnung
- Daten & Fakten Sigiriya Sri Lanka im Überblick
- Pidurangala Rock: die Alternative mit Blick auf Sigiriya
- Sigiriya Rock: Eintritt, Tickets, Öffnungszeiten und beste Besuchszeit
- Aufstieg auf den Sigiriya-Felsen: Dauer, Stufen und Schwierigkeit
- Die königlichen Gärten von Sigiriya
- Unterkunft in Sigiriya: meine Hotel-Empfehlung und Karte
- Anreise nach Sigiriya: privater Fahrer oder Tour ab Kandy/Colombo
- Mein Fazit: Lohnt sich der Besuch des Sigiriya Rocks?
- Weitere Sri-Lanka-Tipps für deine Reiseplanung
Sigiriya – UNESCO-Weltkulturerbe und kurze Einordnung
Sigiriya wird als eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas beschrieben. 180 Meter hoch ragt der Felsen aus der Zentralebene empor. Geschichtlich umstritten ist, ob tatsächlich König Kassapa (477–495 n. Chr.) auf dem Gipfel eine uneinnehmbare Residenz errichten ließ, nachdem er seinen Vater vom Thron gestoßen und ermordet hatte. Nach dem 14. Jahrhundert wurde die Anlage aufgegeben.
Im 19. Jahrhundert rückte Sigiriya durch britische Berichte wieder stärker in den Blick. Systematische archäologische Arbeiten begannen in den 1890er-Jahren. Seit 1982 gehört Sigiriya zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Nachdem ich mich nun etwas ausführlicher informiert hatte, bin ich doch neugieriger auf den sagenumwobenen Felsen geworden. Sollte ich mir die Chance entgehen lassen, das Original aus nächster Nähe zu sehen? Ich entschloss mich, den Sigiriya-Felsen im Rahmen unseres zweiwöchigen Roadtrips durch Sri Lanka anzusehen und mir ein persönliches Bild zu machen.
Daten & Fakten Sigiriya Sri Lanka im Überblick
- Lage: rund 20 km nordöstlich von Dambulla, in der Zentralebene Sri Lankas
- Höhe: rund 180 Meter über der umliegenden Ebene
- Bekannt als Sigiriya Rock, Lion Rock oder Löwenfelsen
- Einstiges Zentrum des Königreichs von Kassapa I. im 5. Jahrhundert
- Berühmt für Wolkenmädchen-Fresken, Spiegelwand, Löwentatzen, Gipfelplateau und Wassergärten
- Seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe
Pidurangala Rock: die Alternative mit Blick auf Sigiriya
Der Pidurangala Rock liegt nur etwa einen Kilometer nördlich des Sigiriya-Felsens. Er ist vor allem deshalb beliebt, weil du von oben den klassischen Blick auf den Sigiriya Rock hast. Wenn du also hauptsächlich ein Foto vom berühmten Löwenfelsen machen möchtest, ist Pidurangala die günstigere und oft auch ruhigere Alternative.
Der Aufstieg ist jedoch nicht einfach nur ein Spaziergang. Der letzte Abschnitt führt über Felsen und ist etwas kraxeliger als der Aufstieg auf den Sigiriya Rock. Dafür bekommst du den Blick, den du auf dem Sigiriya selbst natürlich nicht hast: den Löwenfelsen von außen.

Sigiriya Rock: Eintritt, Tickets, Öffnungszeiten und beste Besuchszeit
Die Eintrittspreise für Sigiriya sind hoch. Stand Juni 2026 kostet das Full Ticket für ausländische Besucher 35 US-Dollar, das Half Ticket 20 US-Dollar. Da die Preise an den Wechselkurs gekoppelt sind, solltest du sie vor deiner Reise noch einmal auf der offiziellen Seite des Central Cultural Fund prüfen.
Tickets kannst du inzwischen online reservieren. Wichtig zu wissen: Nach den offiziellen Angaben erhältst du dein physisches Ticket trotzdem am jeweiligen Ticketschalter vor Ort gegen Vorlage deines Buchungsbelegs. Die offiziellen Ticket-Counter-Zeiten werden mit 7:00 bis 17:00 Uhr angegeben.
Wenn du einen Guide in Betracht ziehst, solltest du unbedingt den Preis im Voraus verhandeln. Ein Führer ist jedoch nicht unbedingt erforderlich; du kannst die Details auch selbst recherchieren.
Für den gesamten Besuch solltest du mindestens 2 bis 3 Stunden einplanen. Wenn du auch die Gärten in Ruhe ansehen und nicht durch die Anlage hetzen möchtest, ist ein halber Tag realistischer.
Mein persönlicher Tipp: Plane deinen Besuch möglichst früh am Morgen. Dann ist es noch nicht so heiß, und du hast bessere Chancen, vor den größeren Besuchergruppen oben zu sein.
Aufstieg auf den Sigiriya-Felsen: Dauer, Stufen und Schwierigkeit
Über viele Treppen steigst du auf den rund 180 Meter hohen Sigiriya-Felsen. Der Aufstieg ist nicht technisch schwierig, aber durch Hitze, steile Treppen und mögliche Wartezeiten anstrengender, als es auf den ersten Blick klingt.
Je nach Tempo, Fotostopps und Andrang solltest du für den Aufstieg etwa 45 bis 60 Minuten einplanen. Für Aufstieg, Gipfelplateau, Abstieg und die Gärten sind insgesamt eher 2 bis 3 Stunden sinnvoll.
Auf etwa halber Strecke geht es über eine Wendeltreppe zu den berühmten Fresken der Wolkenmädchen. Geschützt in der Felsengalerie leuchten die Bildnisse immer noch in kräftigen Farben.
Wer die barbusigen Frauen auf der Felswand verewigt hat, ist nicht abschließend geklärt. Ebenso ist unklar, ob hier Prinzessinnen, Dienerinnen oder andere Frauen dargestellt wurden. Von den einst zahlreichen Fresken sind heute nur noch wenige erhalten. Fotografieren ist bei den Wolkenmädchen nicht erlaubt und wird vor Ort kontrolliert.
Wichtig für den Aufstieg: Nimm unbedingt Wasser, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung mit. Auf dem Weg gibt es kaum Schatten.


Historische Graffiti an der Spiegelwand von Sigiriya
Nach dem Abstecher zur Fresken-Galerie führt ein enger Pfad weiter. Eine hohe Wand schützt vor einem Absturz. Auf dieser Mauer, die als Spiegelwand bekannt ist, hinterließen schon Besucher vor 1000 Jahren ihre Kommentare.
Nach dem anstrengenden Aufstieg erreicht der schmale Pfad schließlich ein Plateau am Nordende. Vom einst imposanten Löwentor sind heute lediglich die gewaltigen Pranken übrig geblieben. Zwischen den steinernen Löwentatzen führt dann eine schmale Treppe das letzte Stück zum Gipfel.


Gipfelplateau von Sigiriya: Ruinen, Wasserbecken und Ausblick
Nachdem du endlich den Gipfel erreicht hast, wirst du mit einem atemberaubenden Panorama belohnt. Von der einstigen Festung sind nur noch die Grundmauern übrig. Ein großes, aus dem Fels gehauenes Wasserbecken, diente wohl als Wasserspeicher. Es ist unbedingt empfehlenswert, sich ausreichend Zeit zu nehmen, um den Ausblick auf sich wirken zu lassen.
Beim Abstieg zum Südtor kommst du an der Kobrahöhle vorbei. Dieser Felsen erhielt seinen Namen aufgrund seiner auffälligen Ähnlichkeit mit dem Nackenschild einer Kobra.






Die königlichen Gärten von Sigiriya
Nachdem du den Abstieg gemeistert hast, empfiehlt sich ein Spaziergang durch den bezaubernden Park mit seinen königlichen Wasser- und Felsengärten. Während Kassapas Herrschaft existierte hier sogar eine Stadt mit einer imposanten Zitadelle. Einige Teile der Gärten wurden liebevoll restauriert und sind heute noch in ihrer Pracht zu bewundern.

Unterkunft in Sigiriya: meine Hotel-Empfehlung und Karte
Wenn du Sigiriya nicht nur als kurzen Stopp besuchst, lohnt sich mindestens eine Übernachtung in der Umgebung. Dann kannst du früh starten und musst nicht in der Mittagshitze auf den Felsen.
Das Jetwing Vil Uyana* ist wunderbar in die natürliche Umgebung eingebettet und liegt etwa 7 Kilometer westlich von Sigiriya. Die luxuriösen Hütten stehen auf Stelzen, entweder im Wasser oder im Wald – eine traumhafte Anlage. Wir haben unseren Aufenthalt hier außerordentlich genossen und uns rundum wohlgefühlt.
Für einen schnellen Überblick über Unterkünfte in Sigiriya und Dambulla kannst du zusätzlich die Karte nutzen. Besonders praktisch ist eine Lage, von der du früh am Morgen zum Sigiriya Rock oder Pidurangala Rock starten kannst.
Anreise nach Sigiriya: privater Fahrer oder Tour ab Kandy/Colombo
Wir haben Sri Lanka mit einem privaten Fahrer erkundet. Das war für Sigiriya sehr angenehm, weil wir direkt und ohne Umwege anreisen konnten.
Wenn du keinen eigenen Fahrer hast, kannst du alternativ eine geführte Tagestour nach Sigiriya ab Kandy* oder eine Tour ab Colombo* buchen. Kandy oder Colombo buchen. Das lohnt sich vor allem, wenn du wenig Zeit hast und Sigiriya nicht als eigene Übernachtungsstation einplanst. Wichtig:
Mein Fazit: Lohnt sich der Besuch des Sigiriya Rocks?
Ob sich Sigiriya lohnt, hängt stark davon ab, was du sehen möchtest.
Wenn du vor allem den berühmten Blick auf den Sigiriya-Felsen suchst und möglichst günstig unterwegs sein möchtest, reicht dir wahrscheinlich der Pidurangala Rock. Von dort bekommst du das klassische Foto des Löwenfelsens und zahlst deutlich weniger.
Wenn du aber die Wolkenmädchen, die Spiegelwand, die Löwentatzen, das Gipfelplateau und die alten Ruinen sehen möchtest, führt am Sigiriya Rock kaum ein Weg vorbei.
Wir haben uns trotz des hohen Eintrittspreises und der vielen Besucher für den Sigiriya-Felsen entschieden. Für mich hat es sich gelohnt. Nicht, weil es dort leer oder günstig wäre. Sondern weil Sigiriya als historischer Ort einfach eindrucksvoll ist und sich deutlich anders anfühlt als nur ein Aussichtsfelsen.
Weitere Sri-Lanka-Tipps für deine Reiseplanung
- Visum für Sri Lanka beantragen – Anleitung
- Sri Lanka Sehenswürdigkeiten
- Mit dem Zug ins Hochland von Sri Lanka
- Sir Lanka mit Kinderaugen sehen
- Sri-Lanka-Packliste: alles was du wirklich brauchst.
Für welchen der beiden Felsen würdest du dich entscheiden, Sigiriya oder Pidurangala? Schreibe mir einen Kommentar!
➡️ Sigiriya ist eines der bekanntesten Highlights Sri Lankas. Eine Einordnung weiterer Orte, Routen und Erlebnisse findest du auf meiner Sri-Lanka-Übersichtsseite.
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Ich habe diesen Beitrag im Juni 2026 aktualisiert und die wichtigsten Infos zu Eintritt, Öffnungszeiten, Aufstieg und Sigiriya vs. Pidurangala überarbeitet. Da sich Preise und Abläufe vor Ort immer wieder ändern können, freue ich mich sehr über aktuelle Erfahrungen von dir: Warst du kürzlich am Sigiriya Rock oder auf dem Pidurangala? Schreib gerne in die Kommentare, wie du den Besuch erlebt hast und ob sich der Aufstieg für dich gelohnt hat.
Ich war in den 60er Jahren auf dem Fels. Spektakulär. Damals keine Hornissen. Ich erinnere mich nicht daran, dass ich den Weg als besonders beschwerlich und gefährlich empfand, war damals aber auch noch jung (in den späten 20ern, jetzt bin ich 80) und an Kletterpartien mit hohem Schwierigkeitsgrad gewöhnt. Ich fand die Malereien in den Gängen hinauf mindestens so sehenswert wie nachher die Aussicht von oben. Kann mich nciht erinnern, dass wir Eintritt zahlen mussten, oder dann war er sehr niedrig. Der Fels ist absolut sehenswert und hat eine starke positive Schwingung, allerdings wird diese immer wieder herabgemindert, wenn viele Touristen da sind, baut sich aber regelmäßig über Nacht wieder auf. Die MOrgenstunden sind daher am segensreichsten.
Hi,
ich war 1984 auf dem Löwenherz -wie du dir vorstellen kannst war es damals noch ruhiger. Beim ordnen alter Reisebericht und Notizen kann ich den Zustieg zu den Wolkenmädchen und das Löwentor nicht erinnern, wie es heute im Internet zu sehen ist.
ist dir bekannt ob es in der Zwischenzeit größere Umbauten wegen der Touristenströme gegeben hat?
Nein, das weiß ich leider nicht.
ich war schon mal es ist sehr toll meine mutter kommt aus srilanka und am soomerferien war ich eben mi 20 Personen unterwegs
Hallo,
ich bin gerade auf den Bericht gestoßen – wirklich gut geschrieben und sehr informativ – Kompliment!
Auch die nachfoglenden Komentare sind sehr spannend und äußerst hilfreich.
Ich plane gerade unsere 2. Sri Lanka Reise, beim ersten mal haben wir den Sigiriya leider nicht geschafft, dieses Mal wollen wir uns den Felsen aber auf jeden Fall ansehen.
Ich hätte noch eine Frage an euch:
Besteht der gesamte Weg aus Stufen oder geht es zwischendurch auch mal auf „normalem“ Weg voran?
Da ich schön öfters in Asien unterwegs war gehe ich davon aus das die Stufen ziemlich unregelmäßig sein werden, oder?
Ich sehe immer nur Fotos vom Aufstieg zum letzten Plateau wo es natürlich nur mit Stufen voran geht, aber es würde mich vor allem interessieren wie der Anfang des Weges aussieht.
Eine unserer Gruppe hat leider immer wieder Probleme mit dem Knöchel daher möchten wir im Vorhinein den Weg so gut wie möglich auskundschaften :)
Wie lange habt ihr für den Aufstieg ca. gebraucht?
Danke schon mal für eure Infos :)
LG aus Österreich,
Sandra
Hallo Sandra,
ich habe ehrlich gesagt die Zeit beim Aufstief überhaupt nicht im Blick gehabt, ich schätze mal, dass wir insgesamt mit immer wieder anhalten, eine Stunde unterwegs waren. Und ja, auch am Anfang sind Stufen. Mit gesundheitlichen Problemen ist ein Aufstieg wahrscheinlich weniger ratsam. Liebe Grüße, Sabine
Ein toller Bericht, dem kaum noch etwas hinzuzufügen ist – und schöne Bilder. Wenn ich allerdings die überfüllte Treppe sehe, hätte ich einen kleinen Tipp. Wir waren morgens um 7:00 an der Kasse und sowohl auf der Treppe, als auch auf dem Plateau ziemlich allein und konnten das sehr genießen. Von Hornissenangriffen hat uns unserer Fahrer berichtet und uns gewarnt, wir haben glücklicherweise keine gesehen.
Der Srilanki auf dem Bild ‚Kobra & Python‘ ist mir noch in sehr guter Erinnerung – der einzige Srilanki in 3 Wochen, der uns beschimpft hat. Als er 500 LKR haben wollte, hab ich die Bilder von der Kamera wieder gelöscht. Liebe Grüße Thomas
Ja, früh morgens hätten wir die Tour auf den Sigiriya auch geplant…leider waren wir erst mittags dort. Das war schade, denn so ganz leer wäre es bestimmt viel schöner gewesen. Den Kobra-Mann haben wir Gott-sei-Dank von weiter weg fotografiert, das hat er wohl nicht gemerkt. Finde ich aber gut, dass ihr dann konsequent wart und das Foto einfach wieder gelöscht habt. Eigentlich sind die Singalesen ja ganz liebe Menschen, aber es gibt halt immer wieder Ausnahmen.
Hallo zusammen,
ich war zusammen mit einer Freundin am 7. Mai 2016 in Sigiriya (unser 3. Urluabstag von insgesamt 18 Tagen) und möchte von einer Hornissenattacke auf uns berichten.
In unserem Reiseführer (Stefan Loose) hatten wir gelesen, dass oben am Felsen zeitweise ziemlich aggressive Hornissen nisten. „Bei einer Attacke sollte man still sein und nicht panisch herumfuchteln.“ Auf der zweithöchsten Plattform befindet sich eine mit Netzen gesicherte Hütte, um die herum Feuerstellen errichtet sind, außerdem weisen Schilder darauf hin, dass man sich ruhig verhalten soll gegenüber Hornissen („Hornets – Be calm“). Wir waren also insoweit gewarnt. Allerdings möchte ich von dem Hornissenangriff auf uns berichten, um auf die große Gefahr nochmals aufmerksam zu machen – insbesondere Familien mit Kleinkindern und Babys sowie Allergiker würde ich von einem Besuch unbedingt abraten!
Für den Abstieg von der höchsten Plattform, die wirklich wunderschöne Ausblicke bietet, muss man eine ca. 100m lange Treppe benutzen. Ca. im ersten Drittel verfing sich eine Hornisse in den Haaren meiner Freundin und stach sie sofort mehrere Male in die Kopfhaut (Hornissen können mehrmals stechen, sie verlieren ihren Stachel nicht sofort). Ich habe die Hornisse daraufhin so vorsichtig wie möglich aus den Haaren genommen und fliegen lassen. Von da an kamen innerhalb von Sekunden immer mehr Hornissen, die uns stachen. Den bekannten Hinweisen folgend, versuchten wir ruhig zu bleiben und uns so gut wie möglich zu schützen, während wir weiter langsam nach unten gingen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir und ein asiatischer Tourist alleine auf der Treppe, da die Menschen unten scheinbar aufgehalten wurden – das wurde uns allerdings erst später bewusst. Trotz aller Versuche „ruhig zu bleiben“ und die Hornissen nicht noch aggressiver zu machen, war dann der ganze Schwarm um uns herum und attackierte uns. Die letzten Meter nach unten sind wir gerannt, dort warteten Helfer in Schutzanzügen, die uns mit etwas besprühten, das die Hornissen auf uns abtötete und den Schwarm Großteils vertrieb. Wir wurden dann in die oben beschriebene Hütte gebracht, in der schon einige Touristen waren, die dort wohl vorher in Sicherheit gebracht worden waren. Die Helfer zogen uns dort die Stachel aus der Haut (hierfür sollten wir unsere T-Shirts ausziehen, da wir auch am ganzen Oberkörper Stiche hatten), kühlten die Stiche mit Eis und brachten uns zu einem Krankenwagen. Im Krankenhaus wurden wir von den restlichen Stacheln befreit und mit Cortison und Antihistaminika versorgt. Meine Freundin musste sich erbrechen, der asiatische Tourist war vollkommen unter Schock, bekam eine Infusion und krampfte, ich hatte extreme Schmerzen am ganzen Körper. Im Krankenhaus blieben wir für 3 Stunden und bekamen noch Medikamente für 3 Tage mit (die Behandlung ist kostenlos). Die Schwestern und Ärzte berichteten, dass eine solche Attacke etwa alle drei Wochen passiert und waren in keinster Weise überrascht über den Vorfall.
Am nächsten Tag zählten wir unsere (sichtbaren) Stiche im Gesicht (Kopfhaut, Lippen, Nase), am Hals und am Oberkörper. Meine Freundin hatte ca. 100, ich ca. 60. Die Stiche schwollen teilweise stark an und waren einige Tage extrem gerötet, außerdem juckten sie stark. Nachdem uns die Medikamente ausgegangen waren, schwollen die Stiche erneut an und juckten. Wir fuhren daher erneut in ein Krankenhaus (das war dann schon in Arugam Bay) und wurden dort kostenlos versorgt.
Heute, 2 Monate nach dem Angriff, nehme ich immer noch täglich Cetericin, da sich sonst ein starker Juckreiz am ganzen Körper einstellt und trotzdem tauchen zeitweise rote Flecken auf der Haut auf. Eine Blutuntersuchung vom Hausarzt vor einem Monat hat einen IgE Wert von 3.000 (statt normal 100) ergeben.
Sigiriya ist wirklich ein Highlight und sehenswert. Allerdings besteht die reale Gefahr einer Hornissenattacke, die für Allergiker und Kleinkinder meines Erachtens auch tödlich enden kann. Man kann sich davor nicht schützen (der asiatische Tourist hatte eine lange Hose und eine Jacke aus Plastik, er wurde dafür hunderte Male ins Gesicht gestochen). Auch im Nachhinein denke ich nicht, dass wir den Angriff provoziert haben: wir haben uns normal verhalten, nicht laut geredet und keine hektischen Bewegungen gemacht – wir hatten einfach Pech.
Oje, das klingt ja nach einem richtigen Alptraum. So viele Stiche, einfach unvorstellbar! Für Allergiker extremst gefährlich. Da ist die Freude an der Reise natürlich gleich vorbei. Wir haben das Schild mit der Warnung auch gesehen, aber Gott sei Dank keine einzige Hornisse gesehen. Einige andere Reiseblogger haben auch über das Hornissen-Hinweisschild geschrieben, oder Fotos gepostet, aber eine Begegnung mit Hornissen hatte wohl keiner. Vielen Dank für deine ausführliche Schilderung und alles Gute. Liebe Grüße, Sabine
Manchmal kommt man an den großen Touristenattraktionen einfach nicht vorbei – und nicht umsonst, sind sie so berühmt. Die Bilder sind auf jeden Fall beeindruckend!
Ja, man hat sonst auch das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Mir hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen und ich möchte es nicht missen!
Hmmm, ich war 2004 auf dem Sigiriya und fand es total cool. Allerdings waren wir auch fast alleine dort und ich glaub der Eintrittspreis war auch nicht so wild. Die Krönung waren allerdings meine Eltern. Die sind da 1978 hochgeklettert. Und da gab es nur ein paar Haken in der Felswand und eine fette Kordel zum Festhalten. Da hätten mich keine 10 Pferde hochbekommen. GlG, Nadine
Das war in den 70igern noch ein großes Abenteuer! Seitdem ist in Sri Lanka viel passiert. Aber trotzdem ist es dort noch seeeehr schön!