Sigiriya – Touristenfalle oder Sehenswürdigkeit?

Sigiriya, Sri Lanka

Vor meiner Sri Lanka Reise habe ich meine Blogger Kollegen nach ihren Tipps gefragt. Gleich zwei davon haben mir geraten, anstatt des Sigiriya lieber den Pidurangala Felsen zu besteigen. Ich war mir so gut wie sicher, ihren Rat zu befolgen, habe mich jedoch dann anders entschieden. Hier erfährst du, ob sich der Sigiriya Felsen gelohnt hat.

Sigiriya wird als einer der dramatischten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas beschrieben. 200 Meter hoch ragt der Felsen aus der Zentralebene empor. Geschichtlich umstritten ist, ob tatsächlich König Kassapa (477-495 n. Chr.) auf dem Gipfel eine uneinnehmbare Residenz errichten ließ, nachdem er seinen Vater vom Thron gestoßen und ermordet hatte.

Nach dem 14. Jahrhundert wurde auf alle Fälle die Anlage aufgegeben. Erst als ein britischer Archäologe 1898 die Ruinen entdecke, begannen Ausgrabungen. Seit 1982 ist Sigiriya UNESCO Weltkulturerbe.

Nachdem ich mich nun etwas ausführlicher informiert hatte, bin ich doch neugierige auf den sagenumwobenen Felsen geworden. Sollte ich mir die Chance entgehen lassen, das Original aus nächster Nähe zu sehen?

Der Nachbarfelsen – Pidurangala Rock

Der Pidurangala Rock ist circa 1 km nördlich des Sigiriya Felsen. Von oben hast du einen tollen Blick auf den Sigiriya Felsen und auf das Umland.

Pidurangala Rock

Pidurangala Rock

Eintrittspreise Sigiriya Rock

Richtig heftig sind die Eintrittspreise: 30 US$ für Erwachsene und 15 US$ für Kinder. Wenn du dir einen Führer nehmen willst, solltest du unbedingt den Preis vorher aushandeln. Mit 1000 bis 1500 Rupien musst du rechnen (6 – 10 Euro). Nötig ist ein Führer jedoch nicht unbedingt, die Details kannst du dir auch selber anlesen.

Aufstieg auf den Sigiriya Felsen in Sri Lanka

Über schwindelerregende Treppen erklimmst du den Felsen. Auf etwa halber Strecke geht es über eine Wendeltreppe zu den berühmten Fresken der Wolkenmädchen. Geschützt in der Felsengalerie leuchten die Bildnisse immer noch in strahlenden Farben. Leider ist es jedoch mittlerweile verboten die Wolkenmädchen zu fotografieren. Ein Singalese bewacht die Fresken mit Argusaugen, da ist auch kein Schnappschuss möglich.

Sigiriya Rock Aufstieg, Sri Lanka

Aufstieg auf den Sigiriya Rock

Übrigens, jeder der halbwegs fit ist, kann den Aufstieg auf den Felsen bewältigen. Wichtig ist eine Kopfbedeckung, Sonnenschutz und genügend Wasser, da kaum Schatten vorhanden ist.

Historische Graffiti an der Spiegelwand von Sigiriya, Sri Lanka

Nach dem Abstecher zur Freskengalerie führt ein enger Pfad weiter. Eine hohe Wand schützt vor einem Absturz. Auf dieser Mauer, der sogenannten Spiegelwand, hinterließen schon Besucher vor 1000 Jahren ihre Kommentare.

Graffiti an dem Sigiriya Felsen Sri Lanka

Spiegelwand – Sigiriya Felsen

Am Nordende mündet der schmale Pfad auf ein Plateau. Zwischen Löwentatzen führt dann eine schmale Treppe das letzte Stück hoch.

Treppe Sigiriya Felsen Sri Lanka

Löwentatzen – Sigiriya

Tolles Panorama vom Gipfelplateau des Sigiriya Rocks

Endlich oben angekommen, wirst du mit einem wundervollen Panorama belohnt. Von der einstigen Festung sind nur noch die Grundmauern übrig. Ein großes aus dem Fels gehauenes Wasserbecken diente wohl als Wasserspeicher. Du solltest dir unbedingt genügend Zeit nehmen, um den Ausblick auf dich wirken zu lassen.

Ausblick vom Sigiirya Felsen Sri Lanka

Ausblick Sigiriya Plateau, Sri Lanka

Sigiriya Sri Lanka Plateau

Ruinen auf dem Sigiriya Plateau

Wasserspeicher Sigiriya Sri Lanka Plateau

Wasserspeicher

Beim Abstieg zum Südtor kommst du an der Kobrahöhle vorbei. Der Felsen wurde aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem Nackenschild einer Kobra so benannt.

Die königlichen Gärten von Sigiriya, Sri Lanka

Wieder unten angekommen, lohnt sich ein Bummel durch den wunderschönen Park mit seinen königlichen Wasser- und Felsengärten.

Felsgärten sigiriya Sri Lanka

Lohnt sich nun der Sigiriya Rock?

Ich würde mal sagen, es kommt darauf an. Willst du ein schönes Foto vom Sigiriya Felsen machen und einen grandiosen Ausblick genießen? Dann genügt der Pindurangala Rock. Für die Besteigung musst du auch nur wenige Dollar bezahlen und du umgehst die Touristenmassen. Möchtest du jedoch die Wolkenmädchen, die Löwentatzen und das Felsplateau mit seinen Ruinen sehen, dann musst du das Original besteigen.

Ich bin froh, dass wir uns trotz Eintrittspreis und vielen, vielen Touristen dazu entschlossen haben, den Sigiriya Felsen zu besteigen. Nicht umsonst ist er UNESCO Weltkulturerbe! Für mich gilt: absolut sehenswert!

Mein Tipp: Besteige den Sigiriya in den frühen Morgenstunden. Zu dieser Uhrzeit umgehst du die größte Hitze und den großen Touristenmassen! Wir waren leider etwas spät dran. Insgesamt solltest du dir einen halben Tag Zeit nehmen.

Aufstieg auf den Sigiriya Sri Lanka

Aufstieg auf den Sigiriya

Daten & Fakten Sigiriya Sri Lanka im Überblick

  • Lage: im Herzen Sri Lankas in der Zentralebene
  • Monolith mit 200 m Höhe
  • terrassiertes Felsplateau mit 1,6 ha
  • bereits bewohnt in prähistorischer Zeit
  • einstiges Zentrum des Königreichs von Kassapa (477-495 n. Chr.)
  • seit 1982 Unesco Kulturerbe

Hoteltipp Sigiriya, Sri Lanka

Das Jetwing Vil Uyana ist wundervoll eingebettet in die Natur! Das Hotel liegt circa 7 km westlich von Sigiriya. Auf Stelzen stehen die luxeriösen Hütten entweder im Wasser oder im Wald. Eine traumhafte Anlage!

Extra-Tipp für die Anreise nach Sigiriya

Wir waren mit einem privaten Fahrer in Sri Lanka unterwegs. Somit wurden wir direkt nach Sigiriya gefahren. Solltest du keinen Fahrer haben, kannst du dir auch entweder von Kandy oder von Colombo aus eine Ganztagestour nach Sigiriya buchen. Hier kannst du dir die Touren ansehen und direkt Tickets ohne Umwege buchen: Tour ab Kandy*, Tour ab Colombo*.

Du planst eine Reise nach Sri Lanka? Das helfen dir diese Artikel garantiert weiter:

Reiseführer-Tipp für deine Sri Lanka Reise

Ich war mit dem Lonely Planet Reiseführer unterwegs und kann ihn weiteremphelen. Mit Klick auf das Bild kommst du direkt zu Amazon*.

Folge mir auch auf Facebook, Twitter, Pinterest und Instagram und bleibe über RSS-Feed, Bloglovin oder Feedly auf dem Laufenden.

Hast du Lust bekommen auf Sri Lanka? Schreibe mir einen Kommentar!

 

Teilen

11 Kommentare

  1. ich war schon mal es ist sehr toll meine mutter kommt aus srilanka und am soomerferien war ich eben mi 20 Personen unterwegs

  2. Hallo,

    ich bin gerade auf den Bericht gestoßen – wirklich gut geschrieben und sehr informativ – Kompliment!
    Auch die nachfoglenden Komentare sind sehr spannend und äußerst hilfreich.

    Ich plane gerade unsere 2. Sri Lanka Reise, beim ersten mal haben wir den Sigiriya leider nicht geschafft, dieses Mal wollen wir uns den Felsen aber auf jeden Fall ansehen.

    Ich hätte noch eine Frage an euch:
    Besteht der gesamte Weg aus Stufen oder geht es zwischendurch auch mal auf „normalem“ Weg voran?
    Da ich schön öfters in Asien unterwegs war gehe ich davon aus das die Stufen ziemlich unregelmäßig sein werden, oder?
    Ich sehe immer nur Fotos vom Aufstieg zum letzten Plateau wo es natürlich nur mit Stufen voran geht, aber es würde mich vor allem interessieren wie der Anfang des Weges aussieht.

    Eine unserer Gruppe hat leider immer wieder Probleme mit dem Knöchel daher möchten wir im Vorhinein den Weg so gut wie möglich auskundschaften :)

    Wie lange habt ihr für den Aufstieg ca. gebraucht?

    Danke schon mal für eure Infos :)

    LG aus Östereich,
    Sandra

    • Hallo Sandra,
      ich habe ehrlich gesagt die Zeit beim Aufstief überhaupt nicht im Blick gehabt, ich schätze mal, dass wir insgesamt mit immer wieder anhalten, eine Stunde unterwegs waren. Und ja, auch am Anfang sind Stufen. Mit gesundheitlichen Problemen ist ein Aufstieg wahrscheinlich weniger ratsam. Liebe Grüße, Sabine

  3. Ein toller Bericht, dem kaum noch etwas hinzuzufügen ist – und schöne Bilder. Wenn ich allerdings die überfüllte Treppe sehe, hätte ich einen kleinen Tipp. Wir waren morgens um 7:00 an der Kasse und sowohl auf der Treppe, als auch auf dem Plateau ziemlich allein und konnten das sehr genießen. Von Hornissenangriffen hat uns unserer Fahrer berichtet und uns gewarnt, wir haben glücklicherweise keine gesehen.
    Der Srilanki auf dem Bild ‚Kobra & Python‘ ist mir noch in sehr guter Erinnerung – der einzige Srilanki in 3 Wochen, der uns beschimpft hat. Als er 500 LKR haben wollte, hab ich die Bilder von der Kamera wieder gelöscht. Liebe Grüße Thomas

    • Ja, früh morgens hätten wir die Tour auf den Sigiriya auch geplant…leider waren wir erst mittags dort. Das war schade, denn so ganz leer wäre es bestimmt viel schöner gewesen. Den Kobra-Mann haben wir Gott-sei-Dank von weiter weg fotografiert, das hat er wohl nicht gemerkt. Finde ich aber gut, dass ihr dann konsequent wart und das Foto einfach wieder gelöscht habt. Eigentlich sind die Singalesen ja ganz liebe Menschen, aber es gibt halt immer wieder Ausnahmen.

  4. Hallo zusammen,
    ich war zusammen mit einer Freundin am 7. Mai 2016 in Sigiriya (unser 3. Urluabstag von insgesamt 18 Tagen) und möchte von einer Hornissenattacke auf uns berichten.
    In unserem Reiseführer (Stefan Loose) hatten wir gelesen, dass oben am Felsen zeitweise ziemlich aggressive Hornissen nisten. „Bei einer Attacke sollte man still sein und nicht panisch herumfuchteln.“ Auf der zweithöchsten Plattform befindet sich eine mit Netzen gesicherte Hütte, um die herum Feuerstellen errichtet sind, außerdem weisen Schilder darauf hin, dass man sich ruhig verhalten soll gegenüber Hornissen („Hornets – Be calm“). Wir waren also insoweit gewarnt. Allerdings möchte ich von dem Hornissenangriff auf uns berichten, um auf die große Gefahr nochmals aufmerksam zu machen – insbesondere Familien mit Kleinkindern und Babys sowie Allergiker würde ich von einem Besuch unbedingt abraten!
    Für den Abstieg von der höchsten Plattform, die wirklich wunderschöne Ausblicke bietet, muss man eine ca. 100m lange Treppe benutzen. Ca. im ersten Drittel verfing sich eine Hornisse in den Haaren meiner Freundin und stach sie sofort mehrere Male in die Kopfhaut (Hornissen können mehrmals stechen, sie verlieren ihren Stachel nicht sofort). Ich habe die Hornisse daraufhin so vorsichtig wie möglich aus den Haaren genommen und fliegen lassen. Von da an kamen innerhalb von Sekunden immer mehr Hornissen, die uns stachen. Den bekannten Hinweisen folgend, versuchten wir ruhig zu bleiben und uns so gut wie möglich zu schützen, während wir weiter langsam nach unten gingen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir und ein asiatischer Tourist alleine auf der Treppe, da die Menschen unten scheinbar aufgehalten wurden – das wurde uns allerdings erst später bewusst. Trotz aller Versuche „ruhig zu bleiben“ und die Hornissen nicht noch aggressiver zu machen, war dann der ganze Schwarm um uns herum und attackierte uns. Die letzten Meter nach unten sind wir gerannt, dort warteten Helfer in Schutzanzügen, die uns mit etwas besprühten, das die Hornissen auf uns abtötete und den Schwarm Großteils vertrieb. Wir wurden dann in die oben beschriebene Hütte gebracht, in der schon einige Touristen waren, die dort wohl vorher in Sicherheit gebracht worden waren. Die Helfer zogen uns dort die Stachel aus der Haut (hierfür sollten wir unsere T-Shirts ausziehen, da wir auch am ganzen Oberkörper Stiche hatten), kühlten die Stiche mit Eis und brachten uns zu einem Krankenwagen. Im Krankenhaus wurden wir von den restlichen Stacheln befreit und mit Cortison und Antihistaminika versorgt. Meine Freundin musste sich erbrechen, der asiatische Tourist war vollkommen unter Schock, bekam eine Infusion und krampfte, ich hatte extreme Schmerzen am ganzen Körper. Im Krankenhaus blieben wir für 3 Stunden und bekamen noch Medikamente für 3 Tage mit (die Behandlung ist kostenlos). Die Schwestern und Ärzte berichteten, dass eine solche Attacke etwa alle drei Wochen passiert und waren in keinster Weise überrascht über den Vorfall.
    Am nächsten Tag zählten wir unsere (sichtbaren) Stiche im Gesicht (Kopfhaut, Lippen, Nase), am Hals und am Oberkörper. Meine Freundin hatte ca. 100, ich ca. 60. Die Stiche schwollen teilweise stark an und waren einige Tage extrem gerötet, außerdem juckten sie stark. Nachdem uns die Medikamente ausgegangen waren, schwollen die Stiche erneut an und juckten. Wir fuhren daher erneut in ein Krankenhaus (das war dann schon in Arugam Bay) und wurden dort kostenlos versorgt.
    Heute, 2 Monate nach dem Angriff, nehme ich immer noch täglich Cetericin, da sich sonst ein starker Juckreiz am ganzen Körper einstellt und trotzdem tauchen zeitweise rote Flecken auf der Haut auf. Eine Blutuntersuchung vom Hausarzt vor einem Monat hat einen IgE Wert von 3.000 (statt normal 100) ergeben.
    Sigiriya ist wirklich ein Highlight und sehenswert. Allerdings besteht die reale Gefahr einer Hornissenattacke, die für Allergiker und Kleinkinder meines Erachtens auch tödlich enden kann. Man kann sich davor nicht schützen (der asiatische Tourist hatte eine lange Hose und eine Jacke aus Plastik, er wurde dafür hunderte Male ins Gesicht gestochen). Auch im Nachhinein denke ich nicht, dass wir den Angriff provoziert haben: wir haben uns normal verhalten, nicht laut geredet und keine hektischen Bewegungen gemacht – wir hatten einfach Pech.

    • Oje, das klingt ja nach einem richtigen Alptraum. So viele Stiche, einfach unvorstellbar! Für Allergiker extremst gefährlich. Da ist die Freude an der Reise natürlich gleich vorbei. Wir haben das Schild mit der Warnung auch gesehen, aber Gott sei Dank keine einzige Hornisse gesehen. Einige andere Reiseblogger haben auch über das Hornissen-Hinweisschild geschrieben, oder Fotos gepostet, aber eine Begegnung mit Hornissen hatte wohl keiner. Vielen Dank für deine ausführliche Schilderung und alles Gute. Liebe Grüße, Sabine

  5. Manchmal kommt man an den großen Touristenattraktionen einfach nicht vorbei – und nicht umsonst, sind sie so berühmt. Die Bilder sind auf jeden Fall beeindruckend!

    • Ja, man hat sonst auch das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Mir hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen und ich möchte es nicht missen!

  6. Hmmm, ich war 2004 auf dem Sigiriya und fand es total cool. Allerdings waren wir auch fast alleine dort und ich glaub der Eintrittspreis war auch nicht so wild. Die Krönung waren allerdings meine Eltern. Die sind da 1978 hochgeklettert. Und da gab es nur ein paar Haken in der Felswand und eine fette Kordel zum Festhalten. Da hätten mich keine 10 Pferde hochbekommen. GlG, Nadine

    • Das war in den 70igern noch ein großes Abenteuer! Seitdem ist in Sri Lanka viel passiert. Aber trotzdem ist es dort noch seeeehr schön!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.