Madeira liegt rund 600 Kilometer vor der afrikanischen Küste, gehört politisch aber zu Portugal. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, tiefgrün, gebirgig und an vielen Stellen deutlich wilder, als man es von einer klassischen Urlaubsinsel vielleicht erwartet.
Für einen reinen Badeurlaub würde ich Madeira nicht wählen. Große Sandstrände gibt es kaum, dafür aber Steilküsten, Levada-Wanderungen, Aussichtspunkte, Lorbeerwald, Lavapools und eine überraschend lebendige Hauptstadt. Genau deshalb lohnt sich Madeira vor allem für dich, wenn du gerne draußen unterwegs bist und Natur nicht nur aus dem Mietwagenfenster sehen möchtest.
In diesem Beitrag zeige ich dir meine liebsten Madeira-Sehenswürdigkeiten, welche Orte sich aus meiner Sicht wirklich lohnen und worauf du bei Wanderungen, Mietwagen und Planung achten solltest. Wichtig: Einige Wanderwege auf Madeira sind inzwischen gebühren- und reservierungspflichtig. Prüfe deshalb vor deiner Tour immer den aktuellen Status.
Aktualisiert: Mai 2026
Madeira Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
➜ Beste Stadt: Funchal
➜ Schönste Küste: Ponta de São Lourenço
➜ Beste Levada-Wanderung: Caldeirão Verde – nur bei offizieller Öffnung
➜ Schönster Wald: Fanal
➜ Bester kurzer Stopp: Câmara de Lobos + Cabo Girão
➜ Beste Bademöglichkeit: Lavapools Porto Moniz
➜ Wichtigster Planungstipp: Mietwagen + aktuelle Wanderinfos prüfen
Inhaltsverzeichnis
- Karte mit den schönsten Madeira-Sehenswürdigkeiten
- 1) Funchal – Madeiras Hauptstadt zwischen Altstadt, Meer und Gärten
- 2) Monte Palace Tropical Garden & Korbschlittenfahrt in Monte
- 3) Ponta de São Lourenço – Madeiras’ karge Ostspitze
- 4) Levadas-Wanderungen auf Madeira – was du vorab wissen solltest
- 5) Fanal Lorbeerwald – Madeiras mystischer Nebelwald
- 6) Câmara de Lobos – kurzer Stopp im alten Fischerdorf
- 7) Cabo Girão – Skywalk über der Steilküste
- 8) Porto Moniz – Lavapools an Madeiras Nordwestküste
- 9) Pico do Areeiro – Aussichtspunkt und Start berühmter Wanderungen
- 10) Pico Ruivo – kurze Wanderung auf Madeiras höchsten Berg
- Extra: Santana – die strohgedeckten Häuser im Norden Madeiras
- Weitere Madeira-Tipps abseits der klassischen Top 10
- Unterkunftstipp auf Madeira – nachhaltig wohnen bei Caniço
- Essen und Trinken auf Madeira – Poncha, Madeirawein & Fisch
- Anreise nach Madeira
- Fortbewegung auf Madeira – Mietwagen, Straßen & Parken
- Madeira-Packliste – was du für Wanderungen wirklich brauchst
- Mein Fazit zu Madeira: viel Natur, starke Wanderungen, wenig Badeurlaub
Karte mit den schönsten Madeira-Sehenswürdigkeiten
Hier findest du die wichtigsten Madeira-Sehenswürdigkeiten aus diesem Beitrag auf einen Blick. Die Karte hilft dir primär bei der Routenplanung, denn viele Highlights liegen nicht direkt nebeneinander. Funchal, Monte und Câmara de Lobos lassen sich gut im Süden kombinieren, während Porto Moniz, Seixal und Fanal eher in eine Tour durch den Nordwesten passen. Für Ponta de São Lourenço, die Levada-Wanderungen und die Bergregion rund um Pico do Areeiro und Pico Ruivo solltest du dagegen jeweils genug Zeit einplanen – vor allem, wenn du unterwegs wandern möchtest.
Aktueller Hinweis zu Wanderungen auf Madeira
Viele offizielle Wanderwege auf Madeira sind inzwischen gebühren- und reservierungspflichtig. Für nicht ansässige Besucher ab 12 Jahren wird derzeit auf klassifizierten Wanderrouten eine Gebühr erhoben; laut offizieller Madeira-Information sind es aktuell 4,50 € pro Route, bei bestimmten PR1-Varianten gelten abweichende Regeln. Außerdem können einzelne Wege kurzfristig gesperrt oder nur teilweise begehbar sein. Prüfe deshalb vor jeder Wanderung den aktuellen Status auf Visit Madeira oder beim IFCN.
1) Funchal – Madeiras Hauptstadt zwischen Altstadt, Meer und Gärten
Ich muss zugeben, an Funchal hatte ich keine großen Erwartungen, denn Freunden von uns gefiel die Stadt gar nicht. Aber oft ist es ja besser, keine großen Erwartungen zu haben und dann positiv überrascht zu werden, und so ging es uns mit Funchal. Die engen Gässchen, die tropischen Parkanlagen, die Lage am Meer, die sich an den Hang schmiegenden alten Häuser und die vielen kleinen Cafés und Restaurants – Funchal hat uns total begeistert!
Abends, wenn die Tische im Freien alle besetzt sind und an manchen Ecken Live-Musik erklingt, herrscht in der Altstadt eine besonders schöne Stimmung. Dann schmeckt auch das Nationalgetränk „Poncha“ besonders gut.
Schön anzuschauen sind auch die vielen bunt bemalten Türen. Künstler gestalten im Rahmen des Projekts „Arte Portas Abertas“ die Eingangstüren bewohnter und verlassener Gebäude neu. Die meisten der künstlerisch gestalteten Türen findest du in der Rua de Santa Maria.
Meine Tipps für Sightseeing & Parken:
▷ Die „großen“ Sehenswürdigkeiten gibt es in diesem Sinne in Funchal nicht. Lass dich einfach treiben und schlendere durch die Altstadt, so kommst du automatisch an vielen reizvollen Ecken, wie dem Jardim Municipal do Funchal oder der Kathedrale, vorbei.
▷ Bist du mit dem Auto unterwegs, kann Parken in Funchal eine echte Herausforderung werden. Parke am besten in einer der Parkgaragen der Shoppingcenter oder aber in der Parkgarage „Parking Sao Tiago“ in der Nähe des alten Castells Forte de Sao Tiago (siehe Markierung in der Karte oben).



2) Monte Palace Tropical Garden & Korbschlittenfahrt in Monte
Bei den Madeira Sehenswürdigkeiten darf der Botanische Garten „Monte Palace Tropical Garden“ auf keinen Fall fehlen. Monte thront auf einer Höhe von 550 Metern über Funchal und diente einst der Sommerfrische der Reichen. Dort findest du auf einer Fläche von rund 70.000 Quadratmetern den Monte Palace Madeira Tropical Garden – mit exotischen Pflanzen, Teichen, Kachelbildern und Ausblicken auf Funchal.
Flaniere vorbei an blau-weißen Kachelbildern und Teichen mit orangefarbenen Koi, die bis zu 60 Jahre alt werden. Ein Spaziergang durch den Monte Palace Tropical Garden kommt einer kleinen Weltreise gleich. Neben den Gärten kannst du in der Mineralienausstellung etwa 700 wunderschöne Mineralienproben oder in der „African Passion“ in einer Ausstellung Skulpturen aus Afrika bewundern.
Informationen & Tipps
▷ Nimm dir für den Botanischen Garten genügend Zeit, denn Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein und von manchen Plätzen aus hast du sogar einen herrlichen Ausblick auf Funchal.
▷ Tipps für die Anreise: Entweder schwebst du von Funchal aus mit der Seilbahn Teleférico nach Monteoder du nimmst das Auto. Die Seilbahn kostet aktuell 22 € für Hin- und Rückfahrt und 16 € einfach; Kinder von 7 bis 14 Jahren zahlen die Hälfte. Preise können sich ändern, deshalb vorab prüfen. Ein kostenloser Parkplatz ist vorhanden, den ich dir in der Karte oben markiert habe.



Korbschlittenfahrt mit den Carreiros in Monte – lohnt sich das?
Die Korbschlittenfahrt wurde im 19. Jahrhundert erfunden und diente damals den reichen Anwohnern als schnelles Verkehrsmittel zwischen Monte und Funchal. Zwei Lenker, die Carreiros, steuern den Korbschlitten und bremsen die steile Abfahrt lediglich mit den Gummisohlen ihrer Schuhe.
Inzwischen ist die Korbschlittenfahrt eine reine Touristenattraktion, bei der du je nach Tageszeit mit längeren Wartezeiten rechnen musst. Die Fahrt beginnt bei der Kirche in Monte und führt hinunter Richtung Livramento. Für zwei Personen kostet die Fahrt aktuell 40 €. Wir hatten keine Lust darauf – für uns war es eher ein kurzer Touristenspaß als ein echtes Madeira-Highlight. Wenn du solche traditionellen Attraktionen magst, kann es trotzdem ein besonderer Moment sein.

3) Ponta de São Lourenço – Madeiras’ karge Ostspitze
Eine meiner Madeira-Lieblings-Sehenswürdigkeiten ist die Halbinsel Ponta de São Lourenço. Die karge Langzunge unterscheidet sich stark vom Rest der immergrünen Insel und gehört deshalb zum Pflichtprogramm für jeden Urlauber. Die etwa 3 km lange Wanderung bis zur äußersten Spitze des Kaps solltest du dir nicht entgehen lassen.
Der Start der Wanderung erfolgt vom Parkplatz „Ponta de São Lourenço Parking“. Von hier aus folgst du einfach der Beschilderung. Eine Wanderbeschreibung ist nicht nötig, denn du kannst dich hier nicht verlaufen. Auf dem Weg gibt es herrliche Aussichtspunkte: dort, wo dunkles Lavagestein auf den tiefblauen Atlantik trifft, weiße Schaumkronen spitze Felsen umspülen und die Felsen teils steil ins Meer abfallen. Gerade der Kontrast aus karger Landschaft, dunklem Lavagestein und Atlantik macht diese Wanderung so besonders.
Ziemlich am Ende des Weges hast du die Gelegenheit, dich in der „Casa do Sardinha“ mit Getränken und Speisen zu stärken. Wer dann noch Energie hat, sollte unbedingt noch den letzten steileren Aufstieg bis zum Miradouro Ponta do Furado in Angriff nehmen. Der letzte Anstieg kostet noch einmal Kraft, bringt dich aber zu einem der besten Aussichtspunkte der Halbinsel. Von der Felsspitze aus reicht der Blick bis zum Leuchtturm auf der Ilhéu do Farol, dem östlichsten Punkt Madeiras. Ebenso siehst du von hier oben die geschützten Desertas-Inseln und bei klarer Sicht sogar Porto Santo.
Hinweis: Die Wanderung ist offiziell als PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço ausgeschildert. Sie gehört zu den klassifizierten Wanderwegen auf Madeira und ist damit gebühren- und reservierungspflichtig. Prüfe vorab den aktuellen Status, besonders wenn du in der Hauptreisezeit oder am Wochenende unterwegs bist.
Details zur Wanderung Ponta de São Lourenço
Bis zum São Lourenço Café ist es eine einfache Wanderung mit leichtem Auf und Ab, mit etwa 450 Höhenmetern. Beim letzten steilen Aufstieg bis zum Morro do Furado sind es noch einmal etwa 150 Höhenmeter. Es geht auf der gleichen Route zurück. Mit Pausen solltest du mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Es geht auf der gleichen Route zurück. Schatten gibt es unterwegs kaum, deshalb sind Sonnenschutz, ausreichend Wasser und windfeste Kleidung wichtig. Eine Badepause ist in der Nähe von Cais do Sardinha möglich – je nach Wetter und Wellengang. Vor der Wanderung solltest du den aktuellen Status und die Reservierungsregeln prüfen.




4) Levadas-Wanderungen auf Madeira – was du vorab wissen solltest
Durch die landschaftlichen Gegebenheiten auf Madeira waren die Bauern früher gezwungen, die wenigen Anbauflächen durch Terrassen zu erweitern. Um das Wasser auch dorthin zu bringen, wurden bereits im 15. Jahrhundert Verteilungssysteme geschaffen. Zu diesem Zweck wurden offen gemauerte Kanäle gebaut, die sogenannten Levadas. Neben diesen Wasserkanälen wurden schmale Pfade für Wartungsarbeiten errichtet, welche heute ideale Wanderwege abgeben.
Wichtiges Update: Diese Wanderung solltest du unbedingt vorab auf den offiziellen Madeira-Seiten prüfen. Der Abschnitt zwischen Caldeirão Verde und Caldeirão do Inferno ist laut Visit Madeira aktuell als geschlossen markiert. Auch für Levada-Wanderungen gelten inzwischen Gebühren bzw. Reservierungsregeln.

Caldeirão Verde & Caldeirão do Inferno – unsere eindrucksvollste Levada-Wanderung
Auf Madeira gibt es unzählige Levada-Wanderungen. Eine der beeindruckendsten Touren, die wir gemacht haben, war die Kombination aus Caldeirão Verde und Caldeirão do Inferno. Letztere lässt sich nur im Anschluss an die erste Wanderung durchführen. Gerade weil Wegzustände und Sperrungen auf Madeira aber wechseln können, solltest du diese Tour nur starten, wenn der gesamte Abschnitt offiziell geöffnet ist. Es ist zwar eine mit rund sechs Stunden und 25 Kilometer lange Tour, aber spektakulär! Kleine und große Wasserfälle, tiefgrüne, dschungelartige Vegetation und enge Schluchten machen diese Wanderung zu einem echten Höhepunkt.
Die Levadas wurden hier teilweise in den Felsen geschlagen, die Wege sind oft nur kleine Mäuerchen. Es gilt ebenso, einige Tunnel zu durchqueren, die teilweise stockdunkel sind und in denen das Wasser schon mal 10 Zentimeter tief stehen kann. Gute, wasserfeste Wanderschuhe sowie eine Taschenlampe sind hier ein Muss. Am Ende der ersten Etappe stürzt ein hoher Wasserfall in eine kleine Gumpen, in der man sich auch erfrischen kann.
Von hier aus schließt sich die zweite Wanderung Caldeirão do Inferno an. Der Weiterweg vom „grünen Kessel“ zum „Höllenkessel“ zählt zu den faszinierendsten Levadarouten von ganz Madeira. Verlaufen kannst du dich hier eigentlich nicht. Der Weg führt zunächst immer den Levadas entlang, später dann über Treppen durch eine Schlucht. Oben angekommen, nimmst du dann den rechten Tunnel. Der weitere Weg führt dich schließlich bis zu der beeindruckenden Klamm „Ribeira Grande“. Hier befindest du dich an einem der spektakulärsten Orte von Madeira!
Der Endpunkt der Wanderung, der Caldeirão do Inferno, ist von hier aus schnell erreicht. Noch drei weitere Tunnel und eine kurze Wegstrecke, und es ist geschafft. Der Rückweg erfolgt auf der gleichen Strecke.
Details Levadawanderung
▷ Startpunkt ist der Parkplatz in Queimadas. Ich habe ihn in der Karte oben eingetragen. Achtung: Es gibt mehrere Parkmöglichkeiten in der Gegend, und je nach Startpunkt verlängert sich die Wanderung.
▷ Für Caldeirão Verde allein musst du mit mehreren Stunden Gehzeit rechnen; die Kombination mit Caldeirão do Inferno ist deutlich länger und nur sinnvoll, wenn der Weg offiziell geöffnet ist.
▷ Es gibt ein Café am Parkplatz, unterwegs aber keine verlässlichen Verpflegungsstationen. Wasser, Proviant, Stirnlampe oder Taschenlampe und gute Wanderschuhe sind hier wichtig.


5) Fanal Lorbeerwald – Madeiras mystischer Nebelwald
Zwischen der Hochebene von Paul da Serra und der Ribeira da Janela liegt Fanal. Das herrliche Fanal-Gebiet ist Teil eines waldbedeckten Areals, das im Dezember 1999 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.
In lockerer Folge stehen hier die Giganten der Lorbeerbäume. Die gewaltigen Bäume erreichen einen Umfang von bis zu acht Metern. Manche von ihnen sind an die 600 Jahre alt, einige sollen angeblich schon vor der Entdeckung der Insel dort gestanden haben.
Wasser tropft von den dicht bemoosten Ästen, Pilze ragen aus der Rinde und zarte Farne suchen den Weg zum Licht. Mystisch ist die Stimmung, wenn Nebelschwaden durch den alten Lorbeerwald ziehen. Mit Nebel wirkt Fanal tatsächlich fast unwirklich. Ohne Nebel ist es immer noch schön – aber deutlich weniger eindrucksvoll.
Mein Tipp:
Einen Parkplatz gibt es direkt an der Straße ER209 (siehe Markierung in der Karte). Von hier aus kannst du entweder einfach nur in den Wald schlendern und die Atmosphäre genießen, oder auch eine kleine Wanderung nach Fio starten.


6) Câmara de Lobos – kurzer Stopp im alten Fischerdorf
Das kleine, schnuckelige Fischerdorf Câmara de Lobos liegt nur zehn Kilometer westlich von Funchal und lohnt einen kurzen Abstecher. In dem felsengramten Naturhafen liegen bunte Fischerboote. An der Uferpromenade befinden sich kleine Cafés und Bars, wo es sich gut aushalten lässt.
Nach einem kühlen Glas Poncha solltest du einen kurzen Bummel am Fischereihafen Richtung Westen und durch die engen Gassen anschließen. An der Hafenmauer kannst du das Wandbild des Künstlers Bordallo II bewundern. Er schuf zu Ehren der Tiere, welche hier früher häufig zu sehen waren, einen großen grauen Seelöwen aus Müll.


7) Cabo Girão – Skywalk über der Steilküste
Nur einen Katzensprung von Câmara do Lobos entfernt (knapp 4 Kilometer) befindet sich einer der spektakulärsten Aussichtspunkte Madeiras. Am Miradouro do Cabo Girão schwebt die Aussichtsplattform über der Steilküste. Vom Skywalk mit Glasboden geht es 580 Meter in die Tiefe. Der Blick schweift über die fruchtbare Talebene, den schwarzen Kiesstrand und weiter an der grünen Küste entlang. Der Ausblick ist wundervoll, aber der Besuch dauert meist nicht lange. Ich würde Cabo Girão eher als kurzen Stopp einplanen, nicht als eigenes Tagesziel.
Der Zugang zum Skywalk ist inzwischen nicht mehr kostenlos. Laut offizieller Madeira-Seite kostet der Eintritt aktuell 2 €, ausgenommen sind unter anderem Kinder bis 12 Jahre und Einwohner Madeiras.


8) Porto Moniz – Lavapools an Madeiras Nordwestküste
Eine weitere der Madeira-Highlights sind die Lavapools von Porto Moniz. Ganz im Nordwesten der Insel befindet sich der bei portugiesischen Urlaubern beliebte Ort. Als wir im April dort waren, brachen sich die Wellen mit weißen Schaumkronen wild an der Küste. Ein faszinierendes Schauspiel!
Etwas ganz Besonderes in Porto Moniz sind die natürlich aus Lavagestein geformten Pools. Sie werden immer wieder durch die Brandung mit frischem Atlantikwasser geflutet. Die „Piscinas Naturais“ sind sicherlich eine der schönsten Bademöglichkeiten der Insel und ein schönes Fotomotiv.

9) Pico do Areeiro – Aussichtspunkt und Start berühmter Wanderungen
Auf den Pico do Areeiro, den dritthöchsten Berg Madeiras, führt eine kurvige Straße bis fast ganz nach oben. Dort befinden sich eine Radarstation und Parkmöglichkeiten, die im Tagesverlauf schnell voll werden können. Viele kennen den Pico do Areeiro als Startpunkt der berühmten Wanderung Richtung Pico Ruivo. Diese Route ist jedoch nicht immer vollständig begehbar: Laut offizieller Madeira-Information ist der PR1 derzeit nur bis zum Aussichtspunkt Pedra Rija bei Kilometer 1,2 zugänglich. Prüfe den Status deshalb unbedingt vorab.
Von der Radarstation aus führt ein kurzer Trampelpfad zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen überragenden Ausblick auf die bizarre Berglandschaft hat. Wenn es hier oben nicht so windig gewesen wäre, hätte ich mich von dem Anblick lange nicht losreißen können. Schön ist es hier am frühen Vormittag, oder (für alle Frühaufsteher) am allerschönsten zum Sonnenaufgang.



10) Pico Ruivo – kurze Wanderung auf Madeiras höchsten Berg
Der höchste Berg der Insel ist der spektakuläre Pico Ruivo, welcher allerdings an rund 100 Tagen im Jahr mit Nebel und Regen überzogen wird. Wir hatten so einen regnerischen und trüben Tag und kämpften uns trotzdem auf den Gipfel. Wir wählten die kurze Wandervariante aus. Dazu fuhren wir von Santana zum Wanderparkplatz auf der Achada do Teixeira auf 1.592 Metern. Von hier aus startet der beschilderte Wanderweg. Für diese einfache Wanderung, die über gepflasterte Wege bis zum Gipfel führt, haben wir eine knappe Stunde gebraucht.
Wir hatten oben leider sehr starken Wind, Regen und keine Aussicht. Aber trotzdem zähle ich den Pico Ruivo zu den Top-Madeira-Sehenswürdigkeiten, denn der Ausblick muss bei schönem Wetter genial sein. Bei gutem Wetter muss der Ausblick großartig sein – ich kann ihn aus eigener Erfahrung allerdings nicht bestätigen, weil wir oben nur Wind, Regen und Nebel hatten. Nach unserer Erfahrung kann ich dir allerdings raten, die Wanderung wirklich nur bei schönem Wetter zu starten.
Hinweise: Die kurze Route ab Achada do Teixeira ist offiziell die PR1.2 Vereda do Pico Ruivo. Laut Visit Madeira ist sie 2,8 Kilometer lang, plus Rückweg, und mit etwa 1:30 Stunden angegeben. Auch hier gilt: Vorab den aktuellen Status prüfen, denn auf Madeira können Wege wegen Wetter, Steinschlag oder Instandhaltung kurzfristig gesperrt werden.
Mein Tipp:
Am Wanderparkplatz befindet sich das nette Casa da Heidi Café. Hier gibt es leckere Kuchen und hervorragenden Cappuccino (was auf Madeira selten ist).

Extra: Santana – die strohgedeckten Häuser im Norden Madeiras
Das kleine Dorf Santana an der Nordküste Madeiras ist berühmt für seine traditionellen Steinhäuser mit den reetgedeckten Giebeldächern. Die alten Bauernhäuser findest du nur hier. Wenn du also auf dem Weg zur Wanderung auf den Pico Ruivo oder zur Levadawanderung Caldeirão Verde bist, lohnt sich hier ein kurzer Fotostopp.


Weitere Madeira-Tipps abseits der klassischen Top 10
Seixal & Miradouro do Véu da Noiva – Nordküste mit schwarzen Stränden
Schon der Weg entlang der Küste im Norden lohnt sich. Auch wenn die Straße durch viele Tunnel führt, bieten sich immer wieder wundervolle Ausblicke auf die Steilküste. Zwischen São Vincente und Seixal befindet sich insbesondere der Aussichtspunkt „Miradouro do Véu da Noiva“, von wo aus du einen fantastischen Blick auf die Küste hast. Hier lohnt sich ein kurzer Stopp, ein kleiner Parkplatz ist vorhanden.
Auch in Seixal gibt es Lavapools, aber nicht so schön wie in Porto Moniz. Weiterhin besitzt Seixal einen schwarzen Strand, welcher von Surfern und Badegästen gern genutzt wird.



Cristo Rei bei Caniço – Aussichtspunkt mit Küstenblick
Die 120 Meter über dem Meer thronende Statue Cristo Rei in Caniço erinnert an Rio de Janeiro. Ein Großgrundbesitzer stiftete die Christusstatue mit den ausgebreiteten Armen 1927, um ein Gelübde einzulösen. Vom Kap aus hast du einen wunderschönen Blick, sowohl nach Funchal als auch auf die Küste von Caniço. Mehrere Bänke laden zum Verweilen ein, eine Seilbahn führt zur Bucht Prainha do Garajau hinab.


Tauchen auf Madeira – unsere Erfahrung bei Caniço
Wir haben letztes Jahr Tauchen gelernt und wollten auf Madeira die Chance nutzen, unsere neu erlernten Fähigkeiten auch im Atlantik zu erproben. Im April betrug die Wassertemperatur etwa 18 Grad und war mit einem 7-mm-Neopren gut auszuhalten.
Wir tauchten in dem zwischen Funchal und dem Flughafen liegenden Unterwasser-Naturschutzpark bei Caniço. Durch die geschützte Lage kann hier direkt am fischreichen Hausriff getaucht werden. Der Tauchplatz Lavafinger beeindruckte uns mit einer überragend klaren und weiten Sicht und den doch vielen bunten Fischen. Wir sahen ebenso leuchtend rote Seesterne, Gespensterkrabben, Barrakudas und einen rosafarbenen Oktopus. Am etwas trüberen Tauchplatz Arena tauchten wir durch eine Höhle und wurden dort von einem großen Zackenbarsch überrascht. Für das Vorkommen des braunen Zackenbarsches ist Madeira bekannt. Er ist einer der größten Küstenfische und kann bis zu 1,50 Meter groß werden.
Insgesamt waren die beiden Tauchgänge am Hausriff des Unterwasser-Naturschutzparks ein schönes Erlebnis. Wir fühlten uns in der deutschen Tauchbasis Manta Diving gut aufgehoben, welche direkt unterhalb unseres wunderschönen Hotels Galomar lag.
Wal- und Delfinbeobachtung auf Madeira – worauf du achten solltest
Verantwortungs- und respektvolles Whale-Watching kann in Calheta an Madeiras Südküste mit dem Veranstalter Lobosondo unternommen werden. Bei unserer Ausfahrt begleitete uns eine Biologin. Sie achtet einerseits auf eine verantwortungsvolle Annäherung an die Tiere und sammelt andererseits jedes Mal auch wissenschaftliche Daten.
Mit etwas Glück können verschiedene Arten von Walen wie Pottwale, Buckelwale oder Schwertwale gesichtet werden. Wir unternahmen eine zweistündige Tour mit einem Schnellboot, welches einen großen Suchbereich abdecken kann und einen leisen Motor besitzt. Obwohl wir „nur“ Delfine gesehen haben, war die Tour ein tolles Erlebnis. Zudem erzählte uns Biologin Paula viele interessante Dinge über das Leben und Verhalten der Meeressäuger. Diese Tour kannst du hier buchen: Wal-Tour mit Lobosonda*.

Unterkunftstipp auf Madeira – nachhaltig wohnen bei Caniço
Nicht nur Taucher wohnen ideal im Hotel Sentido Galomar*. Vom Pool aus geht es per Aufzug zur Bar, zum Restaurant und zur Tauchbasis Manta Diving hinab. Die Lage an der Steilküste ist herrlich, und die Mahlzeiten nimmt man mit direktem Blick auf den Atlantik ein. Das Hotel wurde neu modernisiert und positioniert sich als nachhaltiges Adults-only-Hotel.

Essen und Trinken auf Madeira – Poncha, Madeirawein & Fisch
Das traditionelle Getränk Poncha solltest du auf Madeira unbedingt mal probieren. Die klassische Variante des Poncha besteht aus Zuckerrohrschnaps, Honig und frischem Zitronen- oder Orangensaft. Berühmt ist Madeira ebenso für seinen Madeirawein, welcher ein Likörwein mit einem Alkoholgehalt von 18 bis 22 % ist.
Probiere auch die süßen Pastel de Nata, ich bin bereits seit Lissabon ein Fan davon. Die portugiesischen Törtchen sind aus Blätterteig mit einer Vanillepuddingfüllung. Wer Fisch liebt, kommt auf Madeira ebenso voll auf seine Kosten, aber auch als Vegetarier wurde ich immer fündig.
Anreise nach Madeira
Die Anreise nach Madeira erfolgt in der Regel per Flugzeug. Von Deutschland gibt es je nach Saison Direktflüge nach Funchal, unter anderem ab München. Wir sind damals mit Condor direkt von München zum Flughafen Cristiano Ronaldo auf Madeira geflogen. Die Flugzeit liegt bei rund vier Stunden. Prüfe die Verbindung aber immer für deinen konkreten Reisezeitraum, da Flugpläne saisonal wechseln.
Fortbewegung auf Madeira – Mietwagen, Straßen & Parken
Auf Madeira gibt es zwar ein gutes Busnetz, aber es werden nicht alle Ziele angefahren. Möchtest du unabhängig sein, wirst du um einen Mietwagen* nicht herumkommen. Buche am besten das Fahrzeug bereits von zu Hause. Die Straßen sind teils eng, kurvig und sehr steil. Deshalb rate ich dir zu einem möglichst kleinen Auto. Tankstellen gibt es genügend, die Benzinpreise sind ähnlich wie in Deutschland. Parken war bei unserer Reise vergleichsweise günstig, du solltest allerdings immer genügend Münzen zur Hand haben. Die Münzen benötigst du häufig auch für die öffentlichen Toiletten.

Madeira-Packliste – was du für Wanderungen wirklich brauchst
Die Insel ist nicht umsonst so grün, es kann zu jeder Jahreszeit mal regnen. Auch wenn wir im April meist schönes Wetter hatten, waren wir über folgende Ausrüstungsgegenstände froh:
- Tagesrucksack*
- Bergschuhe
- Regenhülle Rucksack*
- Regenjacke (Damenmodell*/Herrenmodell*)
- Regenhose
- Kappe (Sonne/Regen)
- Winddichte Jacke
- Stirnlampe für Levada-Tunnel*
Als Reiseführer kann ich dir das kleine, kompakte Reise Know-How* oder das ausführlichere Dumont* empfehlen, beide enthalten einen separaten Faltplan.
Mein Fazit zu Madeira: viel Natur, starke Wanderungen, wenig Badeurlaub
Madeira ist gebirgig, grün und deutlich abwechslungsreicher, als die geringe Größe der Insel vermuten lässt. Für Natur- und Wanderfans ist die Insel sehr reizvoll – vor allem wegen der Levada-Wege, der Steilküsten, des Lorbeerwalds und der Aussichtspunkte im Inselinneren.
In einer Woche kannst du viele der wichtigsten Madeira-Sehenswürdigkeiten gut erkunden. Wenn du mehrere Wanderungen machen, zwischendurch auch mal langsamer reisen oder zusätzlich tauchen bzw. eine Wal- und Delfintour unternehmen möchtest, würde ich eher zehn Tage einplanen. Wichtig ist inzwischen: Bei Wanderungen vorab Wegstatus, Reservierung und Gebühren prüfen.
➡️ Für eine übergeordnete Planung habe ich alle meine Portugal-Erfahrungen übersichtlich auf einer zentralen Portugal-Seite gebündelt.
Transparenz-Hinweis:
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