Träumst du auch davon die Geheimnisse des Meeres kennenzulernen? Durch bunte Korallenriffe und Fischschwärme zu tauchen? Ich spielte schon seit unserer Seychellen Reise mit dem Gedanken, Tauchen zu lernen. Wir waren auf den Seychellen dann aber „nur“ Schnorcheln. Das war auch wunderschön, aber wie wäre es, wenn ich tiefer abtauchen könnte?

Da mich diese Gedanken nicht mehr losließen, beschäftigte ich mich vor unsere letzten Reise mit dem Thema „Tauchen lernen“. Ich wusste nicht, ob ich vielleicht Angst bekommen, oder den Druckausgleich schaffen würde. Deshalb entschied ich mich zuerst für einen Schnuppertauchkurs im heimischen Schwimmbad.

Tauchen lernen – mit einem Schnuppertauchkurs erst mal ausprobieren

Zu Beginn war alles sehr fremd, die Ausrüstung, das Atmen über den Atemregler und die vollkommen ungewohnte Unterwasser-Situation. Das Schwimmbad hatte eine drei Meter tiefe Stelle, dort konnte ich schon mal ausprobieren, ob der Druckausgleich grundsätzlich funktioniert. Ich kam schließlich zu der Erkenntnis, „das mit dem Tauchen könnte klappen“.

Für den Schnuppertauchkurs bezahlte ich 49 Euro. Die Ausrüstung und der Eintritt ins Schwimmbad waren inklusive. Ich kann jedem nur empfehlen, zuerst einen Schnupperkurs zu machen, bevor du für einen Tauchkurs viel Geld ausgibst. Es könnte ja durchaus sein, dass es für dich nicht funktioniert.

Die Voraussetzungen, um Tauchen zu lernen

Tauchen lernen kann grundsätzlich jeder, der körperlich fit ist und schwimmen kann. Einen Open Water Diver Kurs können Kinder ab 10 Jahren machen.

Eine Voraussetzung bevor du mit dem Tauchen beginnst, sollte allerdings eine Tauch-Tauglichkeitsuntersuchung sein. Bei den meisten Tauchschulen ist diese Untersuchung verpflichtend. Generell solltest du den Gesundheits-Check schon in deinem eigenen Interesse machen.

Tauch-Tauglichkeitsuntersuchung:

Ich habe mir einen Sportmediziner in meiner Umgebung gesucht, der Tauchuntersuchungen durchführen kann. Gekostet hat die Tauch-Tauglichkeitsuntersuchung 90 Euro.

Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin, kurz GTÜM genannt, empfiehlt ein Untersuchungsintervall spätestens alle drei Jahre, wenn du zwischen 18 und 39 Jahren bist und jedes Jahr, wenn du 40 Jahre oder älter bist.

Umfang der Untersuchung

  • Gründliche Befragung zu Vorerkrankungen
  • Abtasten des Bauches
  • Untersuchung des Rachens und Gehörgangs
  • Test des Druckausgleichsmanövers
  • Ruhe EKG
  • Lungenfunktionstest
  • Urinuntersuchung

Wo tauchen lernen? Im Urlaub oder Zuhause?

Ich habe mich dazu entschieden, zuhause den Tauchschein zu absolvieren, damit ich auf den Malediven gleich durchstarten kann. Angenehm fand ich auch, dass ich dieses für mich vollkommen neue Thema, in meiner Muttersprache lernen konnte.

Generell ist es natürlich auch möglich, im Urlaub einen Tauchschein zu machen. Du kannst ebenso daheim den Theorieteil und den Praxisteil dann im Urlaub machen. Du musst im Vorfeld nur wissen, welcher Ausbilderorganisation die Tauchschule im Urlaubsort angehört und die entsprechende Theorieausbildung machen.

Welche Tauch-Ausbilderorganisation wählen? PADI oder SSI?

Die größten Ausbilderorganisationen sind PADI und SSI. Beide sind weltweit anerkannt und sehr ähnlich. Unser Tauchlehrer sagte uns, dass die Unterschiede der beiden marginal wären. Entscheidend für dich ist eigentlich die Tauchschule die du wählst und welcher Organisation diese angehört. Ich habe die SSI Ausbildung gemacht.

Durchstarten mit einem Tauchkurs

Die erste Stufe einer Tauchausbildung ist der Open Water Diver, kurz OWD genannt. Mit diesem Tauchschein darfst du bis zu 18 Meter tief tauchen. Je nach Durchführung dauert der Kurs drei bis fünf Tage. Bei uns waren es mehrere Wochen, da wir jeweils nur an den Wochenenden Tauchstunden hatten.

Der Tauchkurs startet im Schwimmbad oder begrenztem Freiwasser. Erst nach ein paar Einheiten geht es ins Freiwasser, sprich ins offene Meer oder in den See. Bei mir war es der im Oktober sehr kalte Chiemsee.

Im Schwimmbad lernst du zunächst den Umgang mit der Ausrüstung und machst „Mini-Tauchgänge“, um die grundlegenden Fähigkeiten zu erlernen. Ebenso lernst du, wie du dich in Notsituationen verhalten musst. Erst dann werden vier weitere Tauchgänge im Freiwasser gemacht.

Tauchen lernen, Tipps
Sicherheitsstopp bei einem meiner ersten Tauchgänge

Tauchen lernen – die Theorie

Vor den Freiwasser-Tauchgängen sollte die Tauch-Theorie gelernt werden. Das kannst du ganz einfach von Zuhause online machen. Deine Tauchschule schaltet dir den Zugang frei. Insgesamt sind es sechs Kapitel mit Text, Graphiken und Videos. Am Ende eines jeden Kapitels werden Wiederholungsfragen gestellt.

Umfang der Theorie

  1. Dein Körper und die Unterwasserwelt
  2. Die Verwendung deiner Ausrüstung unter Wasser
  3. Atemgase und ihre Auswirkung auf deinen Körper
  4. Dein Tauchpartner und die Durchführung von Tauchgängen
  5. Das Meer und deine Tauchmöglichkeiten
  6. Deine Taucherfahrungen und was dich noch erwartet

Für die Theorie Prüfung musste ich in die Tauchschule vor Ort und 60 Multiple-Choice-Fragen beantworten. Da ich im Vorfeld gut gelernt habe, bestand ich die Prüfung mit Null Fehlern. Aber keine Angst, auch mit ein paar Fehlern bestehst du die Prüfung.

Wie viel kostet ein Tauchschein?

Ganz billig ist Tauchen lernen nicht. Bedenke jedoch, dass der personelle Aufwand der Tauchschule doch erheblich ist, auch das Tauchequipment wird gestellt. Ein Tauchlehrer betreut in der Regel zwei Tauchschüler. Die Preise variieren zwar, die Unterschiede in Deutschland sind aber nicht sehr groß. Ich habe 425 Euro für meinen OWD-Tauchkurs bezahlt, Extrakosten kamen keine mehr hinzu.

Im Urlaub kann der Tauchschein, je nach Reiseland, weniger oder auch wesentlich mehr kosten. Auf den Malediven wäre er sehr viel teurer gewesen.

Wie schwer ist tauchen lernen?

Die einen sagen, Tauchen lernen ist einfach, die anderen haben mehr damit zu kämpfen. Ich muss gestehen, ich hatte einen Moment im Schwimmbad, da war ich kurz davor hin zu schmeißen. Für mich war es sehr gewöhnungsbedürftig, durch den Atemregler zu atmen. Dann kam schnell die Übung „Maske mit Wasser fluten und ausblasen“ dazu. Ich war zunächst von der Situation überfordert. Nachdem sich der Tauchlehrer aber dann nochmal extra Zeit für mich genommen hat, bekam ich es doch noch hin.

Welche Ausrüstung du für einen Tauchkurs brauchst

Jegliche Ausrüstung wurde von meiner Tauchschule gestellt. Trotzdem benutzte ich meine eigene Tauchermaske*, um zu sehen, ob ich damit zurechtkomme. Schließlich wollte ich auf den Malediven keine böse Überraschung erleben.

Ich habe mir zunächst keine Ausrüstung gekauft, denn ich wusste ja nicht, ob ich den Tauchschein schaffe und ob es mir Spaß macht. Nach Abschluss des Tauchkurses habe ich mir aber für unsere Malediven-Reise einen eigenen Neopren Shorty* (fühlt sich hygienischer und besser an), Flossen* mit Neoprenschuhen* und einen Tauchcomputer* gekauft. (Ein eigener Tauchcomputer macht in jedem Fall Sinn, damit du ihn sicher bedienen kannst.) Für unsere nächste Tauchreise werde ich mir auch noch einen eigenen Atemregler* kaufen.

Ich bin froh, mich doch noch für einen Tauchkurs entschieden zu haben. Es tat gut, mal wieder etwas ganz Neues auszuprobieren und seine Grenzen auszuloten. Es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen! Das Tauchen auf den Malediven machte mir mit jedem Tauchgang mehr Spaß. Umso mehr Übung ich bekam, umso sicherer fühlte ich mich und konnte die fantastische Unterwasserwelt immer mehr genießen. Jetzt freue ich mich schon auf den nächsten Tauchurlaub!

Hast du auch schon mal darüber nachgedacht, Tauchen zu lernen? Schreibe mir einen Kommentar.

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