Der Tsitsikamma Nationalpark ist einer dieser Orte, an denen Südafrika plötzlich ganz anders wirkt: dichter Regenwald, tosende Wellen, raue Küste. Statt trockener Savanne gibt es hier sattes Grün und viel Wasser – nicht umsonst bedeutet Tsitsikamma in der Khoi-San-Sprache „wasserreicher Platz“.
Auf unserer Rundreise entlang der Garden Route haben wir zwei Tage in diesem oft unterschätzten Nationalpark verbracht. Es war kühl, stellenweise nass, aber genau das hat den besonderen Reiz ausgemacht. Dramatische Lichtstimmungen, meterhohe Wellen am Storms River Mouth und kurze, abwechslungsreiche Wanderungen direkt an der Küste.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wann sich ein Besuch lohnt, wie viel Zeit du einplanen solltest, welche Wanderungen sich wirklich lohnen und welche Aktivitäten – von Hängebrücken bis Zipline – den Tsitsikamma Nationalpark zu einem perfekten Roadtrip-Stopp machen.
Inhaltsverzeichnis
- Beste Reisezeit für den Tsitsikamma Nationalpark
- Anreise zum Tsitsikamma Nationalpark
- Wie viel Zeit solltest du für den Tsitsikamma Nationalpark einplanen?
- Übernachten im Tsitsikamma Nationalpark
- Essen & Restaurants rund um den Tsitsikamma Nationalpark
- Eintritt, Öffnungszeiten & praktische Infos
- Aktivitäten im Tsitsikamma Nationalpark
- Wandern im Tsitsikamma Nationalpark – die schönsten kurzen Trails
- Lohnt sich der Tsitsikamma Nationalpark? Unser ehrliches Fazit
Beste Reisezeit für den Tsitsikamma Nationalpark
Tsitsikamma bedeutet in der Khoi-San Sprache „wasserreicher Platz“. Es ist tatsächlich ein regenreicher Platz, denn nicht umsonst ist der Park so grün. Auch bei uns hat es am ersten Tag erst einmal geregnet. Im April war es etwas kühler, aber trotzdem hatte das doch etwas raue Wetter seinen ganz besonderen Charme. Die Lichtstimmungen mit den dunklen Wolken und die bis zu fünf Meter hohen Wellen waren mehr als beeindruckend.
Im Tsitsikamma Nationalpark ist es das ganze Jahr über mit Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad eher mild. Die regenreichsten Monate sind zwischen Oktober und März. Von Dezember bis März ist es mit durchschnittlichen Temperaturen von 24 bis 25 Grad am wärmsten. Man sieht also, die beste Reisezeit lässt sich nicht so einfach festlegen. Wenn du es aber trockener willst, eignen sich die Monate von April bis September am besten.

Anreise zum Tsitsikamma Nationalpark
Der Park liegt an der N2 und ist super easy mit dem Mietwagen zu erreichen. Er befindet sich entlang der Garden Route und ist von Kapstadt knapp 600 Kilometer entfernt. Von Port Elizabeth ist es mit etwa 180 Kilometern schon fast ein Katzensprung. Am besten baust du dir einen Stopp im Park bei einem Roadtrip durch Südafrika mit ein. Ein nächster Stopp auf deiner Rundtour könnte dann der Addo Elephant Nationalpark sein, welchen du in rund drei Fahrstunden erreichen kannst.

Wie viel Zeit solltest du für den Tsitsikamma Nationalpark einplanen?
Wir haben zwei Nächte in Tsitsikamma verbracht. Wenn du keine ausgiebigen, extra langen Wanderungen im Park geplant hast, reichen zwei Tage völlig aus.

Übernachten im Tsitsikamma Nationalpark
Es gibt zum einen im Storms River Village, welches außerhalb des Parks liegt, einige Übernachtungsmöglichkeiten. Innerhalb von zehn Minuten bist du von dort mit dem Auto im Park. Zum anderen kannst du auch, sofern du früh genug buchst, direkt im Park übernachten. Die Lage der kleinen Holzhäuser direkt am Meer ist genial. Hier kannst du die Unterkünfte buchen: tsitsikammanationalpark.co.za/

Essen & Restaurants rund um den Tsitsikamma Nationalpark
Im Storms River Village gibt es ein paar einfache Restaurants. Ein cooles Ambiente hat das Marilyn’s 60s Diner. Hier speist du neben alten Amischlitten und Elvis-Plakaten. Das Essen ist einigermaßen okay, wenn du Pommes und Burger magst. Leckere Pizzen gibt es im Tsitrus Café. In diesem ungewöhnlichen und gemütlichen Café gibt es sogar eine Spielecke für kleine Kinder.


Eintritt, Öffnungszeiten & praktische Infos
Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Von Oktober bis März öffnet das Gate um 5:30 und von April bis September um 6:00 Uhr. Das Gate schließt zwischen 17:30 und 18:30 Uhr. Informiere dich über die aktuellen Öffnungszeiten hier: tsitsikammanationlpark.co.za. Ab 17:00 Uhr ist der Eintritt kostenlos.

Aktivitäten im Tsitsikamma Nationalpark
Canopy Zipline Tour – Abenteuer hoch über dem Urwald
Auf bis zu 30 Metern Höhe kannst du dich an Stahlseilen gesichert von Baumriese zu Baumriese schwingen. Ich fühlte mich wie Jane im Dschungel. Bei der Canopy Tour geht es über zehn Slides von Baum-Plattform zu Plattform durch einen der letzten Urwälder Südafrikas. Es ist absolut beeindruckend, den Wald aus einer anderen Perspektive zu sehen, und es macht total Spaß!
Die Canopy-Tour ist bestens mit Kindern zu machen. Bereits ab sechs bis sieben Jahren werden Kinder mitgenommen. Allerdings sollten diese nicht allzu ängstlich sein und keine Höhenangst haben.
Informationen zur Canopy Tour
- Die Tour dauert circa drei Stunden. Vorher gibt es eine Sicherheitseinweisung und nach der Tour einen Snack mit Getränken.
- Der Preis für eine Canopy Tour beträgt 649 Rand pro Person. Gleicher Preis für Kinder und Erwachsene.
- Du solltest die Tour unbedingt rechtzeitig buchen (mindestens einen Tag vorher).
- Startpunkt der Tour ist im Office des Veranstalters im Storms River Village. Von hier aus geht es erst mal ein paar Minuten mit dem Jeep in den Wald zum Startpunkt.
- Weitere Informationen zum Veranstalter: Tsitsikamma Canopy Tours
- Eine Canopy-Tour kannst du auch bei Get your Guide buchen*

Weitere Aktivitäten im Park
- Bungee-Jumping mit Zipline und Sky-Walk (Tour ansehen und buchen*)
- Segway-Tour (Tour ansehen und buchen*)
- Geführte Wanderung (Tour ansehen und buchen*)
Kennst du schon?
Mit meiner optimierten Packliste für Südafrika hast du alles dabei.
Wandern im Tsitsikamma Nationalpark – die schönsten kurzen Trails
1) Lorie Trail – kurze Runde mit Aussichtspunkt
Im Park gibt es viele Möglichkeiten, zu wandern. Vom mehrtägigen Otter-Trail bis zu kurzen Rundwegen, wie beispielsweise dem Lorie-Trail. Dieser schöne Rundweg startet am Storms River Mouth Rest Camp und hat eine Länge von einem Kilometer. Nach einem kurzen Aufstieg kommst du zum Agulhas-Aussichtspunkt. Von hier aus hast du einen herrlichen Ausblick auf die Küste.

2) Mouth Trail – Hängebrücken über den Storms River
Besonders schön ist jedoch der Mouth Trail zu den Suspension Bridges (Hängebrücken). Der Weg ist rund zwei Kilometer lang und ist gut in einer Dreiviertelstunde zu gehen. Du solltest jedoch etwas mehr Zeit einplanen, denn die Hängebrücken über den Storms River sind einfach gigantisch. Diesen Trail solltest du auf keinen Fall verpassen!



3) Big Tree & Ratel Forest Trail – zu Südafrikas Baum-Giganten
Außerhalb der Parks, an der N2 in der Nähe des Storms River Village gelegen, befindet sich der knapp 1000 Jahre alte Yellowwood-Baum. Der Gigant ist 36 Meter hoch und hat einen Umfang von 9 Metern. Vom ausgeschilderten Parkplatz aus geht man 500 Meter in den Wald hinein bis zum Big Tree. Von dort aus bieten sich noch zwei Rundwege (2,4 oder 4,2 km) zur Auswahl an. Die schönen Wege gehen mitten durch den tiefgrünen Wald.


Lohnt sich der Tsitsikamma Nationalpark? Unser ehrliches Fazit
Der Tsitsikamma Nationalpark ist kein Ort für große Safari-Momente – und genau das macht ihn so besonders. Stattdessen bekommst du hier wilde Küste, uralten Wald und kurze, gut machbare Wanderungen mit echten Wow-Momenten. Die Hängebrücken über dem Storms River sind ein Muss, der Big Tree ein schöner Kontrast, und wer Lust auf Adrenalin hat, findet mit der Canopy-Tour eine ungewöhnliche Perspektive auf den Wald.
Auch bei kühlem oder feuchtem Wetter lohnt sich der Besuch. Der Park lebt von seiner rauen Stimmung. Für einen Roadtrip entlang der Garden Route sind zwei Tage ideal, um Tsitsikamma entspannt zu erleben – ohne Hetzen, aber mit genug Zeit zum Staunen. Für mich gehört der Park fest zu den Stopps, die man nicht auslassen sollte.
Südafrika hat weit mehr zu bieten als einzelne Nationalparks. In meinem Südafrika-Guide findest du weitere Highlights, Routen und praktische Tipps.
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Liebe Sabine,
ich bin so froh, dass ich auf deinen Blog gestoßen bin. Eigentlich hätten wir dieses Jahr in den Osterferien die Gardenroute mit unserem Krümel gemacht. Ist dank Corona natürlich ins Wasser gefallen. Wir holen die Reise nächstes Jahr nach und so habe ich jetzt auch noch einmal die Chance Schwerpunkte anders zu legen. Und dieser Nationalpark muss einfach mit rein, da hast du vollkommen recht. Vielen Dank, wir hätten ihn sonst nicht kennengelernt und die Mischung aus kindertauglichen Wanderungen und Abenteuer ist genau das richtige für uns als Familie.
Liebe Sabine,
das sind so coole Tipps. Die werden wir einfach ganz genauso nachmachen in den anderthalb Tagen die wir dort haben. Vor allem für die Wanderroutenvorschläge bin ich wirklich dankbar. Denn es ist gar nicht so leicht, kurze kindertaugliche Touren zu finden.
Liebe Angela,
ich freue mich sehr, dass dir meine Tipps gefallen. Ich wünsche dir ganz, ganz viel Spaß in Südafrika und viele neue wunderbare Eindrücke!